Nvidia GeForce GTX 1050 & GTX 1050 Ti: Pixelschlacht unter Full-HD

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Wichtige Vorbemerkung zur Verfügbarkeit

Da weder Nvidia noch die Board-Partner willens bzw. in der Lage waren, unser Labor in Deutschland zeitgerecht mit einem Sample der GeForce GTX 1050 (non-Ti) zu beliefern, beschränken sich die heutigen Labormessungen für die Leistungsaufnahme und die Geräuschemission sowie die Inrarot-Analyse mit der hochauflösenden Wärmebildkamera ausschließlich auf die verfügbare GeForce GTX 1050 Ti.

Das ist aus der Sicht unserer interessierten Leser mit Sicherheit äußerst bedauerlich und auch wir sind alles andere als begeistert, können aber leider nichts daran ändern. Sollte sich die Liefersituation bzw. Verfügbarkeit der GeForce GTX 1050 (non-Ti) in einem angemessenen zeitlichen Rahmen bessern, werden wir natürlich bestrebt sein, einen entsprechenden Nachtest zu all den Inhalten durchzuführen, die uns hier verwehrt bleiben.

Im Umkehrschluss könnte unser Dilemma natürlich auch ein Indiz dafür sein, dass vor allem die Verfügbarkeit der GeForce GTX 1050 zum Launch-Tag extrem stark beschränkt ausfallen könnte, da es schlichtweg an Karten mangelt – Stichwort Paper-Launch.

Messmethodik und grafische Darstellung

Unsere neue Auswertungs- und Messsoftware ergänzt wie im Grundlagenartikel beschrieben die Frame-Time-Messungen von PresentMon synchron um vielfältige Sensorwerte.

Ergänzt wird dies durch die leserfreundlichere Auswertung unserer Oszillographenmessungen. Neben den doppelt so großen Messintervallen sorgen hier vor allem ein Low-Pass-Filter in der Hardware und ein zusätzlicher, variabler Filter in der Auswertungssoftware dafür, die sehr kurzzeitigen Lastspitzen (und Lastabfälle) in ihrer zeitlichen Aufeinanderfolge so zu bewerten, dass sie in jedem Fall plausibel bleiben.

Der daraus resultierende Kurvenverlauf ist nun deutlich flacher als in älteren Diagrammen, wird aber im Gegenzug auch weniger irritieren.

Zur Erinnerung: Wie wir generell messen und welche Methodik sowie welches Equipment wir dabei benutzen, kann man jederzeit im Artikel Grundlagen GPUs: Leistungsaufnahme, Netzteilkonflikte & andere Mythen nachlesen.

Wir haben zudem deutlich großformatigere Kurvendiagramme hinterlegt, die man für ein Vollbild anklicken kann. Außerdem haben wir die Themenbereiche neu gegliedert und nutzen mehr vergleichende Balkengrafiken und von uns gemessene Szenarien. Parallel zur Leistungsaufnahme untersuchen wir auch die fließenden Ströme und die Einhaltung der entsprechenden Normen.

Das Test-Equipment als solches hat sich gegenüber den vorangegangenen Tests jedoch nicht geändert:

Leistungsaufnahme
Messverfahren:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den Stromschienen
Messgeräte:
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, getriggert
(500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion)
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter
(1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012
(Digitalmultimeter mit Speicherfunktion)

Leistungsaufnahme bei verschiedenen Lasten und Temperaturen

Wir haben neben den üblichen Messungen wiederum weitere Spiele mit unterschiedlichen Renderpfaden und Settings mit einbezogen. Allerdings haben wir die Auflösung (Ausnahme Metro: Last Light) auf 1920 x 1080 Pixel (Full-HD) begrenzt, denn für mehr ist diese Einsteiger-Karte kaum zu gebrauchen (und auch nicht vorgesehen).

Als Maximalwert bewerten wir diesmal die Leistungsaufnahme bei der höchstmöglichen Übertaktung. Die stabil erreichte Grenze von 1911 MHz scheint nicht durch das Power Target von 75 Watt begrenzt zu sein, das wir zwar als Vorgabe immerhin noch auf satte 125 Prozent erhöhen konnten, ohne dass dadurch die Leistungsaufnahme noch merklich stieg. Das zeigt im Gegenzug, dass es bei diesem Takt definitiv physikalische Grenzen geben muss.

Betrachten wir noch kurz, wie sich die Gesamtleistungsaufnahme über den Aufwärmprozess hinweg entwickelt. Wir sehen sehr deutlich, dass sie annährend gleich bleibt und somit auch keine Leckströme diesen Wert messbar in die Höhe treiben, wenn die Karte ihre Betriebstemperatur erreicht hat.

Belastung der Spannungsversorgungsanschlüsse

Jetzt gehen wir etwas näher ins Detail und schauen uns die Aufteilung der Lasten bei ordentlicher (und realer) Gaming-Last sowie beim Stresstest an. Wichtig ist uns hier die Balance zwischen den beiden 12-Volt-Versorgungsschienen, also dem Mainboard-Slot und dem externen PCIe-Anschluss. Mit noch nicht einmal 36 Watt beim Stresstest (ca. 21 Watt beim Gaming) wird der Mainboard-Slot nur geringfügig belastet.

Zurückführen kann man dies auf den Umstand, dass nur eine der drei GPU-Phasen, der Speicher und die Platinenkomponenten (LED, Lüfter, Video usw.) über diese Schiene versorgt werden, die GPU mit den beiden anderen Phasen jedoch voll am PCIe-Anschluss hängt. Jetzt versteht man auch, warum MSI der Karte einen 6-Pin-Anschluss spendiert hat, denn die knapp 70 Watt im Werkszustand übersteigen bereits leicht die Norm, die für die 12V-Schiene des Mainbaords ja bekannterweise bei 66 Watt liegt.

Nachfolgend das Ganze noch einmal als anklickbare Diagramme mit den jeweiligen Verlaufskurven für Gaming und Stresstest:

Da sich die Normen (PCI SIG) aber eigentlich nur auf die fließenden Ströme beziehen, betrachten wir nun die nachfolgenden Diagramme, denn die Leistungsaufnahme ist logischerweise nur die halbe Miete.

Mit deutlich unter drei Ampere am Mainboard-Slot ist man auch in dieser Betrachtungsweise voll im dunkelgrünen Normbereich, was uns nach der Ermittlung der niedrigen Leistungsaufnahmewerte für diesen Versorgungsanschluss auch nicht verwundert. Diese Betrachtungsweise offenbart uns, dass beim Verzicht auf den PCIe-Anschluss die maximal zulässigen 5,5A überschritten worden wären – wenn auch nur hauchdünn.

Natürlich gibt es auch für die gemessenen Ströme noch übersichtliche Großbilder:

Wir hätten gern auch die GeForce GTX 1050 bezüglich der maximal fließenden Ströme und den Normvorgaben getestet, die ja lediglich aus dem Mainboard-Slot gespeist wird. Aber wie eigangs bereits geschildert, hat man uns die Chance dazu bedauerlichweise nicht eingeräumt.

Leistungsaufnahme im Vergleich zu anderen Karten

Abschließend wollen wir noch sehen, wo sich die MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming 4G im Vergleich zu den anderen Karten einordnet. Wir haben hierfür die höchsten gemessenen Werte der Benchmarks verwendet, die auch den Messungen der älteren Karten zugrunde lagen:

Wir können festhalten, dass dieser Karte das extrem hoch einstellbare Power Target (+25 Prozent auf 75 Watt) eigentlich gar nichts nutzt, denn bei knapp 75 Watt wird die Karte bereits gedrosselt, was wohl auch am Takt liegt, der sich nicht über stabile 1911 MHz anheben ließ.

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