Langzeittest: 11 Monate Praxis mit Microsofts Surface Pro 4

Das Surface Pro 4 war ein Geniestreich von Microsoft – oder auch nicht? Das wollen wir mit diesem Langzeit-Testbericht klären. 10 Monate nutze ich das Surface Pro 4 nun – und in der Zeit offenbarte sich viel über das Tablet aus Redmond.

Die Surface-Serie von Microsoft bringt seit dem Jahre 2012 eine komplett neue Geräteklasse auf den Markt: Ein Tablet mit unbeschnittenem Windows-Betriebssystem, das dank ansteckbarer Tastatur bei Bedarf zum Notebook mutiert – also  die vermeintlich perfekte Mischung aus Unterhaltungs- und Arbeitsgerät.

Seit Generation 1 hat sich viel verändert: Der Full-HD-Screen löst mittlerweile mit 2736 x 1824 Pixeln auf und wechselte somit vom “klassischen” 16:9- zum 3:2-Format.

Der sogenannte Kickstand, welcher ausgeklappt das Tablet von hinten stützt, war erst einstufig, konnte später in zwei Positionen gebracht werden und ist nun vollkommen frei verstellbar.

Insgesamt wurden drei Generationen von Intel-Prozessoren verbaut. Die RT-Modellreihe des originalen Surface und des Surface 2 wurden eingestampft; seitdem gibt es nur noch Geräte mit x86-Prozessoren statt ARM-Mobilkernen.

Und auch die Investitionen haben sich verändert: Während Generation 1 und 2 dem Konzern enorme Verluste bescherten, wurde das Surface 3 erstmals profitabel. Das Surface 4 konnte ebenfalls Gewinne generieren.

Konkrete Änderungen zwischen Surface Pro 3 und 4 sind die höhere Pixelzahl und Bildschirmdiagonale des Displays, ein neu designtes Type Cover sowie die aktuelle Prozessorgeneration. All diese Neuerungen konnte realisiert werden, ohne das Gehäuse im Generationswechsel groß umgestalten zu müssen. Zwar sind die Tasten nicht mehr an den gleichen Stellen wie vorher, aber die Tastaturen sind mit dem proprietären Adapter am unteren Rand des Tablets auf- sowie abwärtskompatibel.

Treue schwor Microsoft dem Aussehen des Tablets. Auch wenn durch den kleineren Displayrahmen kein Platz mehr für ein Windows-Logo auf der Vorderseite blieb, ist das Gehäuse immer noch ein großes Stück Magnesium-Legierung. Laut dem Konzern aus Redmond ist der Unibody der Surface-Reihe der größte maschinell gefertigte Magnesiumblock für Consumer Electronics der Welt.

Dafür prangt nun auf der Rückseite ein spiegelndes Microsoft-Logo, das sehr abstrakt aussieht: Vier Hochglanz-Quadrate symbolisieren das markante Windows-Markenzeichen. Dieses rückseitige Symbol ist weniger aufdringlich als der beleuchtete Apfel eines MacBooks – und bis jetzt werden ihm nur wenige Anwender eine ähnliche Bedeutung oder Qualität zuschreiben wie einem MacBook.

Gleichzeitig bietet Microsoft eine ganze Reihe passendes Surface-Zubehör an, welches ebenfalls im kantigen Look des Tablets gehalten ist. Die Tastatur gehört nicht standardmäßig zum Tablet, sondern muss getrennt davon gekauft werden. Für Hardcore-Nutzer ist etwa das Surface Dock interessant. Beide Produkte – Tastatur und Surface Dock – werden wir auf den nächsten Seiten ausführlich begutachten. Außerdem gibt es einen überteuerten LAN-Adapter, der Gigabit-LAN per USB 3.0 ermöglicht. Während die Konkurrenz für ein vergleichbares Produkt keine 15 Euro haben möchte, verlangt Microsoft 40 Euro.

In Sachen Hardware bietet das Surface Pro 4 ein breites Spektrum: Das günstigste System kostet 899 Euro, bietet einen passiv gekühlten m3-Prozessor und wird mit vier Gigabyte DDR3-RAM befeuert. Dazu kommt noch eine 128-GByte-SSD. Das Topmodell kostet schlappe 2899 Euro, integriert dafür auch einen Core-i7-Prozessor, 16 Gigabyte RAM sowie eine ein Terabyte große SSD.

Ich habe mir das Mittelklassegerät mit Core-i5-Prozessor, vier Gigabyte RAM und 128 Gigabyte Festspeicher zugelegt. Diese Version kostet 1099 Euro. Zusätzlich benötigt man noch eine Tastatur.

Das Surface avanciert in den letzten Entwicklungsschritten mehr und mehr zum vollwertigen Ersatz eines Macbook Pro oder Windows-Ultrabooks. Kann sich das Surface Pro 4 also behaupten? Laut Microsoft bietet das Surface Pro 4 rund 30 Prozent mehr Leistung als ein MacBook vom Konkurrenten Apple – dem größten Gegner im Kampf um die Marktherrschaft. Kleiner Spoiler: Das Surface lohnt sich.

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