MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G: 1152 Shader & halber Speicher

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Never Ending Story: Hitman

Hitman 2016 ist eigentlich das Paradebeispiel dafür, was alles schief gehen kann, wenn man einen DirectX-12-Renderpfad als Patch etwas unmotiviert oder überhastet (je nach Betrachtungsweise) quasi nur hinten anflanscht.

Nach nunmehr unzähligen Patches, von denen der letzte immerhin 8,8 Gigabyte groß war, und einigen Treiber-Updates scheint das Spiel nun dort angekommen zu sein, wo man es wohl schon am Anfang gern gehabt hätte. Mit einigen Ausnahmen, wie wir gleich noch sehen werden.

Was uns bei der MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G jedoch auffiel, ist der Umstand, dass das Spiel in der aktuellen Version aufgrund des Speicherausbaus nicht mehr alle Schattenoptionen freigibt, die bei der 6-GByte-Version der GTX 1060 und der Radeon RX 480 noch verfügbar waren.

Auffällig war nämlich, dass die Karte nach dem Patch plötzlich gleich gut oder sogar deutlich besser im Spiel agierte als die beiden anderen Karten. Dies war insofern merkwürdig, da wir der Meinung waren, dass dies vor Patch und Treiber-Update noch funktionierte und die Schattenoptinieren auch im Spiel verfügbar waren.

Also haben wir die Schattenoptionen für alle Karten auf Mittel gesetzt und die beiden anderen Karten noch einmal nach-gebencht. Der Grund für den unerwarteten Knebel sehen wir im Diagramm, denn durch die Schattenreduzierung fällt der Speicherbedarf wieder unter die für diese Karte so überlebenswichtige 3GB-Grenze.

Frames pro Sekunde: Der erste Eindruck

Natürlich stellen wir die üblichen Balkengrafiken voran. Während die “echte” 6-GByte-Version der GTX 1060 die kleine Schwester mit den 128 fehlenden Shadern und deutlich weniger Speicher in allen Bereichen eindeutig hinter sich lassen kann, schafft es die kleinere Schwester, zumindest im DirectX-12-Modus die MSI Radeon RX 470 Gaming X OC im langsameren DirectX-11-Modus hauchdünn hinter sich zu lassen bzw. einzuholen.

Vergleicht man jedoch die Renderpfade separat, sieht die abgespeckte GeForce GTX 1060 zumindest in diesem Benchmark keinen Stich, solange man nur die Balken betrachtet.

CPU- und Speicherauslastung

Setzen wir nun als nächstes die FPS-Verlaufskurve, die hinter jedem der Balken steckt, einmal in direktem Bezug zur CPU-Auslasung. Da wir zudem auch die mögliche Entlastung der CPU durch die DirectX-12-Verwendung testen wollen und wohl kaum ein Käufer diese Karte in ein aktuelles und übertaktetes Sockel 2011-3-System packen würde, nutzen wir einen gut gekühlten FX-8350 von AMD, der uns deshalb gerade recht kam, weil die Karten bereits sanft ins CPU-Limit gerieten:

Der Rückgang der CPU-Last ist in beiden Szenarien vorhanden, jedoch alles andere als dramatisch. Am ehesten kann noch die MSI Radeon RX 470 Gaming X 8G profitieren, aber ganz vermeiden lassen sich kurzzeitige Volllasten um die 100 Prozent jedoch auch hier nicht.

Da wir den Speicher bereits erwähnten, wollen wir nun noch einmal genauer hinsehen, was wirklich passiert. Die Speicherauslastung der MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 6G lag bei maximierter Schattendarstellung nämlich mit 4177 Megabyte im DirectX-12-Benchmark weit über dem, was die kleinere Schwester überhaupt physisch stemmen kann. Die nun ausgegrauten Menüs lassen bereits erahnen, dass hier im Spiel gepatcht worden sein muss.

Während im DX11-Modus die Radeon RX 470 deutlich über den beiden Nvidia-Karten liegt, ändert sich das Bild im DX12-Benchmark grundlegend: Hier kann die Radeon RX 470 erstaunlicherweise sparsamer mit dem Speicher haushalten. Mit 2496 Megabyte in der Spitze hätten in diesem Benchmark ein paar bessere Schatteneinstellungen bereits gereicht, um die 3-GByte-Karte aus dem Rennen zu werfen:

Frame Times (Renderzeiten der Einzel-Frames)

Sekunden-Intervalle sind gut und schön, sagen aber noch nichts über den eigenlichen Bildverlauf aus. Deshalb betrachten wir erst einmal die tatsächlichen Renderzeiten für jeden einzelnen Frame. Dabei stellen wir die heute vorgestellte Karte jeweils einzeln den beiden anderen Testkandidatinnen gegenüber, um die bessere Ablesbarkeit der Kurven zu gewährleisten:

Analysiert man dieses Ergebnis und bewertet die Renderzeiten prozentual, dann erhält man einen schönen Index, der zu jedem der Renderzeitintervallen den prozentualen Anteil an der in dieser Zeit gerenderten Einzel-Frames ausgibt. Was uns hierbei auffällt, ist die durchweg flachere Kurve der MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G, die eindeutig von der etwas schlechteren Performance zeugt:

Frame-Time-Differenzen

Neben der eigentlichen Renderzeit sind natürlich auch die Übergänge zwischen den einzelnen Bildern wichtig. Dazu analysieren wir erst einmal prozentual grob die Glätte der Wiedergabe ohne irgendwelche näheren Betrachtungen oder Filter. Bei der kleinen GeForce GTX 1060 erkennt man den sehr hohen Anteil von Differenzen oberhalb 10 Millisekunden, die empfindliche Betrachter bereits wahrnehmen könnten:

Doch wie sieht das Ganze in In Echtzeit aus, wenn wir die FPS-Kurve interpolieren und zeitkonform unter die Kurve mit den Frame-Time-Differenzen legen?

Diese Betrachtungsweise offenbart zwei wichtige Punkte: Zum einen ist die abgespeckte GeForce GTX 1060 auch bei der Darstellungsqualität durchweg schlechter als die große Schwester (wo man Treiberprobleme ja auschließen kann) und zum anderen sehen wir ein größeres Problem bei der Radeon RX 470, die zwar unter DirectX 12 durchgehend schneller rendert, aber sicht- und spürbare Ruckler aufweisen könnte, wenn man die nackten Kurven zugrunde legt:

Doch sind die vielen (zum Teil sehr kurzen Spikes) wirklich praxisrelevant? Wir bemühen uns ja immer um Fairness und Objektivität, so dass die abschließende Bewertung noch aussteht.

Rund oder unrund? Unser “Ruckel-Index” gibt Antwort

Jetzt fassen wir alle Erkenntnisse zusammen und erstellen den “Ruckel-Index”, den wir in unserem Grundlagenartikel ja schon ausführlich beschrieben haben.

Die erste Erklenntnis: die MSI GeForce GTX 1060 Gaming 6G ist im Testfeld nicht nur die schnellste, sondern auch die Karte mit dem ruhigsten bzw. angenehmsten Bild. Die zweite Erkenntnis: Filtert man die Spikes nach Szenen-Übergängen und Wertigkeit im Gesamtkontext, dann mildert sich das Bild der Renderzeit-Differenzen doch recht deutlich.

Zusammenfassend könnte man auch sagen, dass die Radeon-Karte schneller und in der Gesamtbetrachtung in einem größerem Zeitraum auch ausgeglichener rendert als die kleine GeForce GTX 1060 mit dem GP106-300, jedoch ab und zu deutlichere Mikroruckler verursacht. Das gegeneinander aufzuwiegen wollen wir uns nicht anmaßen und betrachten es salomonisch als Patt-Situation.

Zwischenfazit

Die MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G kann durch DirextX12 in Hitman noch einmal zulegen, aber um beide anderen Karten zu überflügeln, reicht es eindeutig nicht. Ein kurzer Gegentest auf dem eigentlichen Testsystem mit dem übertakteten Core i7-5930K ergab zudem, dass die Unterschiede zwischen den Karten sogar noch eher größer wurden.

Damit dürfte auch die Zielgruppe der Anwender eindeutig umrissen sein, die überwiegend auf ältere bzw. Mittelklasse-CPUs setzen dürfte. Dann wiederum wird man den Unterschied zu wirklich stärkeren Karten kaum noch merken … wenn man die Schatten mal kulant ausklammert.

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