MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 3G: 1152 Shader & halber Speicher

Inhaltsverzeichnis

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Äußerer Aufbau und Anschlüsse

Die Kühlerabdeckung besteht wie bei den größeren Schwestermodellen komplett aus relativ dünnem Kunststoff, jedoch sorgt ein sehr massiver Montagerahmen unter dem Deckel für mehr Stabilität.

Die Karte ist mit 1001 Gramm kein Leichtgewicht – sie ist nur zwei Gramm leichter als die MSI GeForce GXT 1060 Gaming 6G, also die “normale” GTX 1060. Diese minimale Einsparung geht wohl auf die Verwendung anderer Speichermodule zurück, wie wir gleich noch zeigen werden.

Der Rest ist völlig identisch, denn die Karte misst ebenfalls 28,4 x 13,5 x 3,5 cm (LxHxT, Einbaumaße), belegt zwei volle Slots und ist zudem auch relativ hoch. Die Rotoren der beiden doppelt kugelgelagerten Lüfter haben wie bei der größeren Schwestern den gleichen Durchmesser von 9,5 Zentimetern.

Die Rückseite der Platine wird von einer einteiligen Backplate verdeckt, die zwar Lüftungsöffnungen besitzt, jedoch mangels mit Wärmeleitpads angebundenen Bereichen kühltechnisch absolut funktionslos ist. Man muss auch bei dieser Backplate noch weitere fünf Millimeter Tiefe auf der Rückseite einplanen. Wenn man den obersten Mainboard-Slot nutzen muss und eventuell einen großen CPU-Kühler verwendet, können diese paar Millimeter entscheidend sein.

Die Unterseite zeigt zwei der insgesamt drei vernickelten Komposit-Heatpipes, von denen die beiden 6-mm-Varianten durchgängig sind und beide Teile des Kühlkörpers mit Abwärme versorgen.

Die Oberseite der Karte trägt einen leuchtenden MSI-Schriftzug und wird wie schon bei den beiden anderen Modellen von insgesamt drei sichtbaren Heatpipes geprägt (zweimal sechs und einmal acht Millimeter), von denen wir die beiden kleineren ja bereits von der Unterseite her kennen. Der 8-polige PCIe-Spannungsversorgunganschluss sitzt um 180° gedreht am Ende der Karte.

Das Ende der Karte ist erneut völlig offen, da die Lamellen horizontal ausgerichtet sind und somit der Luftstrom in Richtung Kartenende bzw. Slot-Blende geht. Das ist insofern vorteilhaft, weil somit ein nicht unerheblicher Teil der Abwärme bereits über die Slot-Blende aus dem Gehäuse geführt wird.

Die Slot-Blende trägt insgesamt fünf Ausgänge, von denen maximal vier gemeinsam im Rahmen eines Multi-Monitor-Setup genutzt werden können. Neben dem Dual-Link-DVI-D (ein analoges Signal wird nicht durchgeschleift) finden sich auf der Rückseite noch ein HDMI-2.0-Ausgang sowie drei DisplayPort-1.4-Anschlüsse.

Der Rest der Slot-Blende ist mit einigen Öffnungen für den Luftauslass versehen. Hätte man den – meist überfüssigen – DVI-Anschluss gleich ganz weggelassen und optional einen Adapter beigelegt, dann hätte man die Wirksamkeit der Entlüftung sicherlich noch steigern können.

Kühlsystem

Die bereits erwähnte Backplate und der auf der Oberseite der Platine sitzende Montage- und Kühlrahmen bilden durch die rückseitige Verschraubung eine massive Einheit, die einerseits auf der Oberseite kühlt und andererseits für eine Sandwich-artige Stabilisierung der sehr schweren Karte sorgt.

Der Frame selbst ist noch zusätzlich mit der Slot-Blende verschraubt und verdeckt den Großteil der Oberseite. Mit den Wärmeleitpads kühlt MSI nicht nur die Speichermodule und die MOSFETS der Spannungswandler, sondern auch die beiden PWM-Controller und den einzelnen Spannungswandler für die Komponentenversorgung.

Der Kühlkörper ist identisch zur MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 6G und bietet einen vernickelten Heatsink, der durch die Verschraubung die abgeflachten Heatpipes an den Boden des oben aufliegenden Kühlerbodens presst. Wie schon bei der größeren Schwester hat MSI im Gegensatz zur GeForce GTX 1070/80 Gaming X 8G auf eine massive Bodenplatte mit eingepressten Heatpipes verzichtet.

Platine und Bestückung

Ein Blick auf die Platine zeigt uns, dass sie auf den ersten Blick völlig identisch zur größeren Schwester ausfällt. Alle fünf Phasen werden aus dem PCIe-Anschluss gespeist, nur der Speicher wird in einer eigenen Phase über den Mainboard-Slot versorgt. Dazu später auch noch mehr, wenn es um die Messungen zu Leistungsaufnahme und fließenden Strömen geht.

Die fünf Wandlerzüge der GPU-Spannungsversorgung werden von einem uP9511P von uPI Semiconductor Corp. angesteuert. Als eigentliche Spannungswandler für die High- und Low-Side setzt  MSI auf Dual-N-Channel-MOSFETs der M381-Famile, die keinen zusätzlichen Gate-Treiber benötigen, was immens Platz (und wohl auch Kosten) spart.

Für den einen Wandlerzug der Spannungsversorgung des Speichers kommt ein kleiner uP1641P von uPI Semiconductor Corp. zum Einsatz, als Spannungswandler dient diesmal jedoch ein SM7320, bei dem es sich ebenfalls um ein Dual-N-Channel-Modell handelt.

Die von MSI seit Jahren verwendeten Spulen (“Coils”) sind weder überdurchschnittlich gut noch sonderlich schlecht, sondern akzeptable Massenware, die einigermaßen solide gekapselt ist. Besser als Foxconns Magic-Coils sind sie auf jeden Fall, müssen jedoch manuell assembliert werden.

Zur Überwachung der fließenden Ströme dient ein INA1221. Wir werden später noch feststellen, dass ein in der Firmware großzügig bemessenes Power Target kaum in der Realität ankommt, wenn man es wie MSI so extrem übertreibt. Nvidia nutzt faktisch zusätzlich eine interne Fußfessel, die dafür sorgt, dass Übertakter geradezu auf dem Boden der Realität festgetackert werden.

Unterhalb der GPU sind übrigens noch zwei Kondensatoren aufgelötet, die Spannungsspitzen abfangen und glätten sollen – genau das gleiche Prinzip wie bei Nvidias Refrenz.

Es fällt natürlich auf, dass bei der GTX 1060 nur sechs der acht vorhandenen Felder für den Speicher mit Modulen belegt sind. Dabei handelt es sich um Samsung-Module vom Typ K4G41325FC-HC25 mit einer Kapazität von jeweils vier Gigabit (32x 128 MBit), die je nach gefordertem Takt mit Spannungen zwischen 1,305 und 1,597 Volt betrieben werden können. In Summe ergibt das einen Gesamtspeicher von nur drei Gigabyte.

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