Nvidia GeForce GTX 1060 FE 6GB: Pascal für den Mainstream

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Erstmalig stellte Nvidia die Pascal-Architektur in Gestalt der GTX 1080 vor. Diese beeindruckte mit einer höheren Leistung als die GPU-Flaggschiffe aus der Vorgängergeneration zu einem vergleichsweise ansprechenden Preis. Die darauffolgende GTX 1070 konnte sich ebenfalls selbst gegen die schnellsten Grafikkarten auf Maxwell-Basis behaupten – kostete aber dennoch deutlich weniger. Nun folgt also die GTX 1060 in der Founders Edition. Nvidia selbst sagt, dass der Schwerpunkt weniger auf diese Version für 319 Euro gelegt wird. Stattdessen sollen die Board-Partner dafür sorgen, dass es auch eine Vielzahl an Karten für preisbewusstere Käufer geben wird, für die voraussichtlich 279 Euro aufgerufen werden.

Aus dem Stand heraus können wir sagen, dass das Experiment mit der Founders Edition an dieser Stelle nicht gelingt. Der für das Referenzdesign fällige Aufpreis von 20 Prozent wird besser für mehr Leistung angelegt, so attraktiv Nvidias eigener Ansatz auch sein mag. Die Board-Partner planen aktuell, selbst übertaktete Modelle zu einem geringeren Verkaufspreis anzubieten, als er für die Founders Edition fällig wird. Ergo werden es genau diese Karten sein, auf die Gamer warten sollten.

Es erfordert schon einiges, damit wir eines von Nvidias eigenen Designs einmal nicht empfehlen können. Normalerweise können diese vor allem aufgrund einer hohen Verarbeitungsqualität und wegen des Radiallüfters punkten. Aber im Falle der GTX 1060 reden wir über eine Grafikkarte mit einer TDP von 120 Watt – da es sich bei dieser Grafikkarte also ohnehin um ein Modell handelt, das bereits von Haus aus relativ kühl bleibt, sind wir gewillter denn je, die Modelle der Board-Partner zu empfehlen. Denn Grafikkartenkühler mit Axiallüftern bieten in der Regel eine etwas höhere Kühlleistung bei niedrigerem Betriebsgeräusch.

Das soll nun aber genug zur 319 Euro teuren Founders Edition im Speziellen sein. Wie sieht es im Hinblick auf die übrigen Karten der GTX-1060-Familie aus, die bereits für 279 erhältlich sein werden? Der von Nvidia aufgerufene Preis liegt 10 Euro über dem, was für eine Radeon RX 480 mit 8 GByte Speicher fällig wird und 60 Euro über dem Preis für die 4-GByte-Version. Was wird also für diesen Aufschlag geboten? Die GTX 1060 spielt in derselben Entry-Level-VR-Klasse wie die RX 480, dafür kann sie aber mit Simultaneous Multi-Projection als neuem Feature aufwarten. Außerdem ist Ansel für all jene interessant, die sich für Screenshot-Capturing interessieren.

Unsere Untersuchungen im Bereich Stromverbrauch und Effizienz decken sich mit Nvidias Betonung der diesbezüglichen Optimierungen der Maxwell- sowie der aktuellen Pascal-Architektur. Je detaillierter wir in diesem Bereich testeten, desto deutlicher wurde das Ergebnis. Im Hinblick auf das Performance-pro-Watt-Verhältnis hat AMDs 14-nm-GPU-Generation gegenüber Nvidias aktuellen 16-nm-GPUs das eindeutige Nachsehen.

Dafür bietet die GTX 1060 allerdings im Gegensatz zu AMDs aktueller Mittelklasse keinen Multi-GPU-Support mehr. DirectX-12-basierte Apps mit Support für multiple Grafikkarten sollten zwar auch GTX-1060-Setups nutzen können (siehe unser Beispiel), aber die eigentliche SLI-Funktionalität seitens Nvidia ist nicht aktiviert. Theoretisch ließe sich die Funktion von Nvidia über PCI Express realisieren, praktisch hat der Hersteller sich aber nun mal dagegen entschieden – zumindest derzeit.

Das ist zwar etwas enttäuschend, aber da Entwickler verstärkt in Richtung neuer Post-Processing-Effekte und Asynchronous Compute vorstoßen, ist die von Nvidia verwendete Alternate-Frame-Rendering-Technik, mit der das Unternehmen seine großen Skalierungszuwächse in Multi-GPU-Setups generieren konnte, auch nicht länger universell effektiv.

Aktuell ist es ratsamer denn je, auf eine einzelne schnelle statt auf mehrere langsamere GPUs zu setzen. Zu Zeiten der GTX 460 sah das noch anders aus: Hier war es möglich, mit einem entsprechenden SLI-Verbund bei geringeren Anschaffungskosten selbst eine GTX 480 deutlich zu schlagen.

Abgesehen von den Features interessiert Gamer vor allem die Performance. In sieben von unseren insgesamt neun Benchmarks ist die GTX 1060 schneller als AMDs Radeon RX 480; langsamer ist sie in Ashes of the Singularity und Hitman. Prozentual ausgedrückt ist die GTX 1060 bei 1920 x 1080 Bildpunkten über den gesamten Benchmarkparcours hinweg 13,5 Prozent schneller, bei 2560 x 1440 Pixel schrumpft ihr Vorsprung auf 12,5 Prozent. Für noch höhere Bildschirmauflösungen eignet sie sich dennoch nicht. Im Full-HD-Szenario liefert die GTX 1060 hervorragende Ergebnisse und auch mit 1440p kommt sie immer noch problemlos zurecht, ähnlich wie auch die GeForce GTX 970, Radeon R9 390 und die RX 480. Darüber hinaus kann von der neuen Midrange-Karte allenfalls erwartet werden, dass bei QHD-Auflösung nicht ganz so viele Kompromisse hinsichtlich der Detaileinstellungen in Kauf genommen werden müssen wie bei anderen Karten.

Mit einem etwas geringeren Einstiegspreis hätte die GeForce GTX 1060 Founders Edition die günstigere Radeon RX 480 ins Visier nehmen können. Aber der Aufpreis von 40 Euro gegenüber den kommenden Modellen der Board-Partner sorgt für kein besonders attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis (wir bereuen es sogar beinahe ein wenig, Nvidia bislang immer insbesondere für die eigenen Referenzdesigns gelobt zu haben). Diese Einschränkung wird aber wohl nicht besonders lange Bestand haben. Die Founders Edition ist limitiert und ausschließlich direkt über den Hersteller erhältlich.

Sowohl Chris Angelini von der US-Redaktion von Tom’s Hardware als auch unserem Igor Wallossek standen jeweils eine MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 6G mit einem Basistakt von 1595 MHz und leicht übertaktetem Grafikkartenspeicher zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Grafikkarte mit Twin-Frozr-VI-Kühler, 8-Pin-Stromstecker und LED-Beleuchtung. Diese Karte soll in den USA 290 US-Dollar kosten.

Hierzulande werden “einfache” 1060er bereits für 279 Euro (UVP) in den Handel kommen. Nvidia nannte kurz vor dem Launch noch UVPs für konkrete Board-Partner-Grafikkarten, die sich alle zwischen 279 und 299 Euro bewegten.

In dieser Preisklasse ist die GTX 1060 dann schon eine deutlich attraktivere Alternative zur RX 480. Aber selbst dann ist eine RX 480 mit 4 GByte GDDR5 für 219 Euro als Lösung für Full-HD-Gaming aus Preis-Leistungs-Sicht immer noch schwer zu schlagen.

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