Lenovo Moto G4 Plus: Mehr Display, schnelleres SoC, bessere Kamera

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Wie so mancher großer Hersteller hatte Motorola den Siegeszug der Smartphones unterschätzt und zu spät mit eigenen Angeboten reagiert. Die Amerikaner boten ab 2010 zwar teilweise außergewöhnliche Konzepte an, im Vergleich zu den Modellen von HTC, LG oder Samsung stießen sie jedoch beim Nutzer auf wenig Anklang. So richtig änderte sich dies erst mit dem Motorola Moto G, das 2013 präsentiert wurde.

Mit einem Preis von weniger als 200 bei einer soliden Mittelklasse-Ausstattung setzte es zu diesem Zeitpunkt Maßstäbe in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis – und bot noch mehr: Ein stabiles Gehäuse sorgte für Langlebigkeit im Alltag, eine Android-Vanilla-ROM ohne größere Anpassungen wurde mit regelmäßigen Updates auf die nächste Version versorgt – und das nicht erst Monate, nachdem das Update von Google vorgestellt wurde.

Diese grundlegenden Züge behielt der Hersteller – der zwischenzeitlich von Google an Lenovo weiterverkauft wurde – bei. Den darauffolgenden Generationen wie dem Moto G2 und dem Moto G3  – auch wenn sie wesentlich sperrigere “offizielle Namen” hatten – wurden kleinere Verbesserungen wie ein größeres Display oder eine höher auflösende Kamera zuteil.

Auch ein möglichst günstiger Verkaufspreis wurde nicht aus den Augen verloren. Da jedoch auch andere Hersteller rasch dem Moto-Vorbild folgten, ist das Angebot an brauchbaren Mittelklasse-Smartphones mittlerweile erheblich gestiegen.

Moto G4: Technische Runderneuerung

Mit der neusten, mittlerweile vierten Version des Motos kommt es einmal mehr zu umfangreichen Anpassungen – und dies lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Das Gehäuse bleibt der bisherigen Formensprache zwar treu, hält unterhalb des Bildschirm allerdings einen Fingerabdruckscanner bereit. Augenscheinlich ist natürlich auch das deutlich größere Display, dessen Diagonale von 5,0 auf nun 5,5 Zoll wächst.

Auch der Prozessor ist neu: Bei den letzten beiden Modellen der Serie wurde stets ein Qualcomm Snapdragon 410 verbaut, nun steckt hinterm Bildschirm ein Qualcomm Snapdragon 617, die letzte Variante der 61x-Baureihe.

Damit geht auch neue Netzwerktechnologie einher: Das SoC bringt ein X8-LTE-Modem mit, das nicht nur alle hierzulande üblichen LTE-Bänder nutzen kann, sondern auf der Basis der siebten Kategorie entworfen wurde und damit im Down- und Upload Übertragungsraten von bis zu 300 MBit/s bzw. bis zu 100 MBit/s erreicht. In WLAN-Netzen wird der moderne ac-Standard unterstützt.

Lediglich die Speicherausstattung blieb von Neuerungen unberührt: Das SoC greift auf einen Arbeitsspeicher von zwei Gigabyte zu; für Daten ist ein Speicher von 16 Gigabyte vorgesehen – das dürfte gern etwas mehr sein.

Beim vorliegenden Plus-Modell, das aktuell für 269 Euro und damit 40 Euro mehr als die Standardversion gehandelt wird, setzt Lenovo zudem auf eine stärkere Kamera, die eine Auflösung von 16 Megapixeln bewerkstelligt und die eine oder andere Aufnahmeverbesserung wie etwa einen Laser-Fokus oder einen Dual-LED-Blitz mitbringt.

Software: Weniger ist mehr

Einer der großen Pluspunkte des originalen Moto G war die Software-Installation. Der damalige Motorola-Neubesitzer (Google), der den Hersteller 2012 übernahm, setzte erwartungsgemäß auf eine pure Android-Installation, die anstelle einer Anpassung durch eine eigene Oberfläche mit einigen zusätzlichen Diensten auffiel.

Nach wie vor findet sich die Moto-App, mit der sich bestimmte Bewegungen mit bestimmten Aktionen verknüpfen lassen. So kann beim Drehen des Geräts die Kamera eingeschaltet werden oder der Klingelton des Smartphones wird abgeschaltet, wenn dieses sofort bei eingehendem Anruf angehoben wird.

Der große Pluspunkt einer solchen Android-Installation ist der deutlich geringere Anspruch an die verbaute Hardware. Flüssig gelingt der Wechsel zwischen den Bildschirmen, beim Scrollen lassen sich höchsten kleine Ruckler bemerken. Das Moto G4 (Plus) wirkt im Alltag deutlich schneller als viele Mittelklasse-Konkurrenten.

Die Schattenseite dieses Purismus ist allerdings die insgesamt schmale App-Auswahl. Während Konkurrenten ihre Oberflächen mit einer Vielzahl von Apps und Diensten verknüpfen, sodass das Smartphone aus dem Versandkarton heraus einsatzbereit ist, muss der Nutzer eines Moto Gs zunächst Googles Play Store nach den vielen Kleinigkeiten durchsuchen, die sein Leben leichter machen.

Das Positive daran: Immerhin kann er sich so bewusster für bestimmte Anwendungen entscheiden, denn nicht alles, was von den Smartphone-Herstellern normalerweise vorinstalliert wird, begeistert durch Brauchbarkeit – Stichwort Bloatware.

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