LG Stylus 2: Günstiges Phablet mit Stifteingabe und Digitalradio

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Der Stift war einst so etwas wie der Beleg für ein modernes Mobiltelefon. Ob Feature- oder Smartphone – die Stifteingabe signalisierte einen großen Funktionsumfang. Dann wurden jedoch die resistiven von den kapazitiven Touchscreens abgelöst – und nicht zuletzt Apple erklärte den Stift für überflüssig.

Dennoch hat diese Eingabemethode weiterhin ihre überzeugten Fans – vor allem, wenn das Smartphone im beruflichen Umfeld verwendet werden soll. Das zeigt auch Samsungs Flaggschiff Galaxy Note (5), auch wenn selbiges nicht mehr in Europa angeboten wird.

Eingabestift und DAB+-Radioempfänger

Das LG Stylus 2 will nicht nur mit der Schreibhilfe als zusätzliches Feature glänzen, sondern integriert darüber hinaus als erstes Smartphone am Markt einen DAB+-Funkchip, mit dem digitaler Rundfunkempfang möglich wird. Der Vorteil: Glasklarer Klang, endlos viel Musik und weniger Bedarf für Musik-Streaming unterwegs, was Daten-Flatrates schont. 

Darüber hinaus ist die technische Basis kein Rezept für hohe Leistungsfähigkeit – aber fairerweise muss man auch sagen, dass es sich hier nur um ein Mittelklasse-Smartphone handelt.

Aber man merkt schon, dass LG hier scharf kalkuliert hat, um Features wie Stifteingabe und DAB+Radioempfang zu ermöglichen. Dies zeigt schon der Bildschirm: Trotz einer Diagonale von massiven 5,7 Zoll beträgt die Auflösung nur 1280 x 720 Pixel. Beim SoC setzt der Hersteller auf einen Snapdragon 410, der bereits Ende 2013 vorgestellt wurde und in der unteren Mittelklasse positioniert ist. Dazu kommen ein 1,5 Gigabyte großer Arbeitsspeicher und ein 16-GByte-Datenspeicher.

Die Frontkamera löst mit acht Megapixeln auf, die Hauptkamera auf der Rückseite mit zeitgemäßen 13 Megapixeln. Die Netzwerkschnittstellen sind mit ac-WLAN und einem Cat.4-LTE-Modem ebenfalls auf der Höhe der Zeit.

Alles in allem ist das LG Stylus 2 also kein “normales” Mittelklasse-Smartphone. Denn LG setzt hier nicht auf möglichst hohe Leistung, sondern versucht mit Features zu punkten, die das Gerät aus der Masse herausheben. Letztlich ist es ja immer eine individuelle Entscheidung, auf was man mehr Wert legt. Aber für knapp 220 Euro Marktpreis (300 Euro UVP) bekommt man hier durchaus ein Smartphone in die Hand, das nicht alltäglich ist.

Aktuelles Android hinter altbackener Fassade

Das LG G5 hat hinsichtlich der Software-Bestückung die Maßstäbe für diese Saison gesetzt. Wie beim aktuellen Flaggschiff setzt der Hersteller auch beim Stylus 2 auf Googles Android in der Version 6.0.1, das mit einer hauseigenen Oberfläche überzogen wurde.

Die optische Gestaltung ist sicherlich Geschmackssache, ein echter Hingucker ist dem Hersteller allerdings nicht gelungen. Die quadratischen Icons wirken etwas langweilig, die Gesamterscheinung altbacken.

Immerhin versucht LG funktionale Mehrwerte zu liefern: So gibt es verschiedene Optionen für die Ansicht des Startbildschirms, auf den App-Drawer kann auch verzichtet werden.

Das Menü für den Schnellzugriff lässt sich dem eigenen Geschmack anpassen und um den einen oder anderen Dienst erweitern. So lässt sich hier der Capture-Modus der Notizfunktion unterbringen, der das direkte Schreiben auf den Startbildschirm erlaubt. Noch schöner wäre es gewesen, wenn an dieser Stelle nicht nur aus einer Handvoll Diensten ausgewählt werden könnte, sondern auch die Lieblings-Apps einen Platz finden würden. 

Bei der Tastatur gefällt, dass die Ziffern über den Buchstaben angezeigt werden – das erleichtert das Tippen erheblich. Noch schöner wäre es aber, wenn sich LG irgendwann dazu durchringen könnte, die Texteingabe per Wischen zu ermöglichen.

Stift ist gut in die Telefon-Software integriert

Zu den Alleinstellungsmerkmalen des Stylus 2 gehört der digitale, etwas schmal geratene Eingabestift. Dennoch dürfte der produktive Nutzer an diesem Stift Gefallen finden, denn er wird von einer Reihe Notizfunktionen begleitet, die in einem eigenen Menü angezeigt werden, sobald der Stift aus dem Schacht gezogen wird.

Der Nutzer kann dann direkt auf dem Startbildschirm schreiben, sich einen kleinen “Notizzettel” anzeigen lassen oder direkt in die Quick-Memo-Notiz-App wechseln.

DAB+-Empfänger: Smartphone für Radio-Fans?

In früheren Tagen gehörte eine Radio-App für den UKW-Radioempfang zu den Standardanwendungen, die auf nahezu jedem Android-Smartphone vorinstalliert wurden. So richtig begeistern konnten diese allerdings nie: Zum einen musste ein Headset als Antenne genutzt werden und zum anderen war die Empfangsqualität nicht berauschend und selbst im besten Falle eben nur analoges UKW-Radio.

Nun bewirbt LG den im Stylus 2 integrierten digitalen Radioempfänger als eines der Features, die das Phablet von den Konkurrenten unterscheiden soll und schürt damit indirekt die Hoffnung, das alte Schwächen der Vergangenheit angehören könnten. Das Smartphone auf den Schreibtisch legen und den Stream per Bluetooth auf Boxen übertragen – das hätte schon was.

Gleiches würde etwa für die Baustelle oder die Werkstatt gelten, wo das Smartphone in der Tasche bleiben und vor Einflüssen der rauen Umwelt geschützt wäre. Der Konjunktiv im Satz deutet jedoch schon daraufhin: Derartige Szenarien bleiben ein Traum.

Nach wie vor muss ein Kopfhörer angeschlossen werden, der als Antenne dient. Und nach wie vor ist der Empfang alles andere als gut, weil abhängig vom DAB+-Ausbau (auch wenn der in den nächsten Jahren auch hier in Deutschland explosiv anwachsen soll). Es werden zwar eine ganze Reihe von unterschiedlichsten Sendern angezeigt, zumeist erscheint auf dem Bildschirm jedoch der Hinweis “Schwaches Signal” – und dann passiert nichts mehr.

Wer also in echten Ballungsgebieten lebt, hat Glück; auf dem flachen Land ist man eher aufgeschmissen. Hier muss man hoffen, sich in einem WLAN-Empfangsbereich zu bewegen, denn dann wechselt das Gerät auf WLAN-Streaming des gleichen Senders. In der Theorie also eine feine Sache, aber insgesamt noch ausbaufähig.

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