Nvidia GeForce GTX 1070 F.E. 8GB im Test: Pascal, die Zweite

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Ohne die Messdaten zu Leistungsaufnahme, Betriebstemperaturen und -geräusch wegen Nvidias Sampling-Politik und der Computex ist es schwer, ein wirklich komplettes Bild der GeForce GTX 1070 zu zeichnen. Wir können aber zumindest fundierte Mutmaßungen anstellen und werden noch einmal nach der Computex mit umfangreichen Messungen auf dieses Thema zurückkommen – wenn wir bis dahin ein Test-Sample bekommen haben.

Jedenfalls haben wir hier die gleiche GP104-GPU wie in der GTX 1080 vor uns – nur dass ein Viertel seiner Ressourcen abgeschaltet ist. Dies und die von Nvidia etwas niedriger angesetzten Basis- und Boost-Taktfrequenzen resultieren in einer um 30 Watt niedrigeren TDP. Die Founders Edition der GTX 1070 ist jedoch gleichzeitig mit einer weniger fähigen Kühllösung bestückt, die aber immerhin ebenfalls nach dem DHE-Prinzip arbeitet und somit entstehende Abwärme direkt aus dem Gehäuse abführt.

Wenn wir die GTX 1070 hier im deutschen Messlabor durch unseren Part der Testreihen jagen werden, hoffen wir auf konservativere Temperaturen als bei der GTX 1080 – und wir sind neugierig, ob sie den Boost-Takt länger halten kann als der große Bruder.

Das sind jedoch alles mehr oder minder müßige Überlegungen. Denn auch wenn wir nur die Testergebnisse unseres US-amerikanischen Tom’s Hardware-Teams haben: Sie sagen alles darüber aus, wie sich die Karte im Gaming-Grafikkarten-Markt einordnen wird.

Die Kurzform: In jedem unserer Benchmarks ist die GeForce GTX 1070 genauso schnell oder schneller als die mindestens 1030 Euro teure GeForce GTX Titan X. Sie ist nicht immer schnell genug, um AMDs Radeon R9 Fury X oder selbst die normale Radeon R9 Fury zu schlagen. Aber wenn das der Fall ist, liegen Nvidias Grafikkarten der vorherigen Generation noch weiter zurück als die 1070.

Und: Den Rückstand kann man dann kaum als riesig und bedeutsam bezeichnen. Die GTX 1070 ist in Ashes of the Singularity und Hitman bei 2560 x 1440 und 3840 x 2160 Pixeln einen Tick langsamer als die Fury-Karten. In The Witcher 3 und The Division ist sie in 4K/UHD wiederum einen Tick schneller als die beiden Fiji-basierten AMD-Grafikkarten. Aber überall sonst arbeitet sie sich einen unleugbaren Vorsprung heraus.

Ach ja – und man sollte bei diesen Erwägungen nicht vergessen, dass die GeForce GTX 1070 Founders Edition einen UVP von 449 US-Dollar hat. Am Vortag dieses Launches lag die Titan X wie schon oben beschrieben bei 1030 Euro, die GTX 980 Ti ging für mindestens 580 bis 600 Euro über die virtuelle Ladentheke. Die Fury X kostete mindestens 610 bis 630 Euro und die normale Fury begann bei rund 425 Euro.

Wir möchten uns an dieser Stelle entschuldigen, dass wir euch keine verbindliche UVP für Deutschland geben können – Nvidia hat sie uns schlichtweg nicht zukommen lassen, weil wir für das deutsche Labor ja auch kein Test-Sample der Karte bekommen haben – “logisch”. Ein Medium, ein Sample – und in unserem Fall bekam halt Tom’s Hardware USA die Karte. Wir werden die korrekte UVP aber schnellstmöglich nachtragen.
[UPDATE] Der Preis der GeForce GTX 1070 Founders Edition soll sich auf 424 Euro exkl. und 499 Euro inkl. MwSt. belaufen. Die Custom-Desigs der Board-Partner werden entsprechend günstiger sein; genaue UVPs scheint es da noch nicht zu geben.

Das bedeutet ganz einfach, dass eine Grafikkarte, die all diese Karten letztlich abfrühstückt und nicht viel mehr bzw. (deutlich) weniger als sie kostet, den High-End-Bereich gehörig durcheinanderwirbelt. Und das gilt nur für die UVP – wie sieht es mit den Marktpreisen aus, wenn sich der Launch-Trubel verlaufen hat? Und wie werden sich die noch einmal günstigen Custom-Designs der Board-Partner schlagen? Denn man erinnere sich an dieser Stelle an Nvidias Behauptung, dass Board-Partner-Karten zu UVPs ab 379 US-Dollar in den Handel kommen sollen.

Innerhalb des Tom’s Hardware-Teams gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen über diese Custom-Designs, die durch Fertigungsqualität, Kühllösung, Betriebsgeräusch und Abmessungen beeinflusst werden. Aber wenn man sich einzig und allein für die Performance interessiert, dann repräsentiert die GTX 1070 eine unglaublich Pixelmacht – und das zu Preisen, wo man sich vorher bestenfalls nach einer aufgemöbelten GTX 970 oder einer GTX 980 der Einsteigerklasse umschauen konnte, die Welten schwächer sind. Blättert einfach mal zurück und schaut euch an, was eine GTX 1070 mit einer GTX 980 anstellt – und jetzt stellt euch eine GTX 970 anstelle der GTX 980 vor…

Aber wo würden wir die GeForce GTX 1070 eintakten? Die Karte hat offensichtlich keine Probleme mit der WQHD-Auflösung und maximierten Details. Für 4K-Gaming reicht sie in der Single-Rolle aber nicht ganz aus – das ist eine Ehre, die der GTX 1080 vorbehalten bleibt. Aber wenn man eine paar Kompromisse bezüglich der Details einzugehen bereit ist, kann man die GTX 1070 durchaus als 4K-fähige Grafikkarte bezeichnen. Denn wenn man allein nur Anti-Aliasing bei 3840 x 2160 Pixeln in Battlefield 4 abschaltet, katapultiert das die durchschnittliche Framerate von 43,5 auf 63,7 fps.

Und man sollte auch den VR-Betrieb nicht vergessen. Wir haben zwar noch kein definitives Benchmark-Framework für die Oculus Rift oder die HTC Vive etabliert, aber nach Chris’ persönlichen Erfahrungen mit der Rift lieferte eine GeForce GTX 980 Ti eine klasse Performance in den Launch-Titeln ab. Eine noch schnellere GTX 1070 sollte damit noch genügend Luft haben, um auch mit der nächsten Games-Generation klarzukommen. Und wenn diese Games dann auch noch einige der VR-spezifischen Merkmale der Pascal-Architektur für verbesserte Effizienz unterstützen, könnte sich die GTX 1070 noch weiter von ihren Vorgängern distanzieren – und zwar deutlich.

Wie schon beim Review der GeForce GTX 1080 spricht die Nvidia-Hardware eigentlich für sich selbst. Die GeForce GTX 1070 ist schneller als die schnellsten Maxwell-Grafikkarten des Unternehmens und kostet nur halb so viel wie die (zugegeben überteuerte) Titan X.

Unser einziges Problem ist hier, dass wir innerhalb genau so vieler Wochen mit dem zweiten Paper-Launch zu tun haben. Wir können nur hoffen, dass Nvidia ab dem 10. Juni wirklich genug Karten am Start, um die zu erwartende hohe Nachfrage befriedigen zu können. Aber wenn dem nicht so sein sollte ist die vielleicht nur ein Anreiz für potenzielle Kunden, auf die Custom-Designs der Board-Partner zu warten.

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