In Win 303 Midi-Tower: Viel Stil und Glas für unter 100 Euro

Mit dem 303 möchte In Win den Beleg liefern, dass der Hersteller nicht nur in der Lage ist, das vielleicht aufregendste Gehäuse aller Zeiten für deutlich über 2000 Euros zu konzipieren. An dieser Stelle spielen wir natürlich auf den wahnwitzigen H-Tower an, den wir im März im Rahmen eines Intensivtests untersuchen konnten.

Die heute offiziell vorgestellte Baureihe 303 richtet sich mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99 Euro an eine sehr viel größere potenzielle Käuferschicht. Die Konkurrenz in diesem Preisbereich ist zwar ausgesprochen groß, In Win möchte aber mit einem nahezu vollständig aus gehärtetem Glas bestehenden Seitenteil, prominenter LED-Beleuchtung, von der Norm abweichenden Innenaufbau und einem stilsicheren Gesamtauftritt punkten.

Der Startschuss fällt für den Midi-Tower mit einem schwarzen sowie einem weißen Modell, die beide über eine blaue LED-Beleuchtung der Front verfügen: Sowohl das In-Win-Logo als auch die Schnittstellen werden vollständig oder in Form eines Rahmens von blauem Kunststoff eingefasst. Hinzu gesellt sich eine LED-Beleuchtung, die für einen ansprechenden Beleuchtungseffekt sorgt.

Zum Blickfänger wird das linke Seitenteil, das nahezu vollständig aus gehärtetem und leicht getöntem Glas besteht. Wem das nicht zusagt, der kann alternativ auf ein komplett geschlossenes und mit dem Herstellerlogo verziertes Seitenteil aus Stahlblech setzen.

Ungewöhnlich sind beim 303 vor allem die Unterbringungsmöglichkeiten für Radiatoren sowie das Netzteil – Gehäusekenner werden das auf den ersten Blick sehen, allen anderen werden wir die Optionen im Folgenden noch detaillierter vorstellen.

Wem an Modding-Optik gelegen ist, der sollte auch die wabenförmigen Be- bzw. Entlüftungsöffnungen im rechten Seitenteil beachten: Mit etwas Geschick lassen sich hier ansprechende Effekte mit zusätzlichen LEDs erzielen, beispielsweise wenn das 303 mit der rechten Seite nahe einer Wand platziert wird.

Verpackung und Lieferumfang

Die Umverpackung fällt schlicht aus, die Gehäusesicherung im Inneren ist pragmatisch und wurde erfreulicherweise so gestaltet, dass die Gefahr minimiert wird, sich beim Auspacken einen kleinen Schlag durch statische Aufladung zu holen minimiert wird (und als Gehäusetester holt man sich davon in seiner Laufbahn so einige – immer und immer wieder, bis sich irgendwann die panische Angst vor dem Unboxing-Event tief in der eigenen Psyche verankert hat).

 Acht Styroporecken halten das Gehäuse. Nach dem Herausnehmen der oberen vier kann das von einer Gewebehülle umgebene Gehäuse einfach herausgehoben werden.

Das Zubehör befindet sich ausnahmsweise nicht in der üblichen Pappschachtel, sondern in einem stabilen Zip-Bag – so haben wir das bislang auch noch nicht präsentiert bekommen. Das Montagematerial wurde in einzeln beschrifteten Kunststoffbeutelchen untergebracht.

Zusätzlich gibt es zehn lange Kabelbinder, eine ordentliche, mehrsprachige Bedienungs- und Montageanleitung und eine Zusatzhalterung für den Einsatz sehr langer und schwerer High-End-Grafikkarten.

Aufbau und Außenansicht

Mit Abmessungen von 50 x 21,5 x 48 cm bewegt sich In Wins 303 im Größenrahmen eines klassischen Midi-Towers. Dafür ist er bei einem Gewicht von rund 11 kg relativ schwer, was auf Stabilität hoffen lässt. Für Mainboards bietet es zur Front hin viel Platz. Somit lassen sich mit einer kleinen Einschränkung auch E-ATX-Modelle problemlos einsetzen. In diesem Fall stehen aber nur sieben PCI-Slots zur Verfügung.

Die Materialstärke und somit die Grundstabilität des Towers an sich ist tadellos: Auch bei der Ausübung von starkem Druck geben Seitenteil oder Front- bzw. Deckelblende nicht nach. Kein Wunder, denn hier kommt mit 1,2 mm starkem SECC-Stahl ungewöhnlich solides Material zum Einsatz, wo das Gros der Konkurrenz im Preisbereich unter (und über!) 100 Euro auf Dicken von 0,8 oder 0,7 mm setzt.

Auch das Seitenteil aus gehärtetem Glas hinterlässt einen beruhigend massiven Eindruck: Hier beträgt die Materialstärke satte drei Millimeter. Dazu passt auch die raue und ebenfalls sehr robuste Lackierung innen wie außen: Die Langzeithaltbarkeit des In Win 303 sollte dadurch gerade im Vergleich zum einen oder anderen Konkurrenten im Hochglanzkleid deutlich besser ausfallen.

Das ist in dieser Preisklasse wegweisend, jedoch gibt es leider auch einen bauartbedingten Nachteil: In Win setzt beim 303 auf ein Butterfly-Design, bei dem die Seitenteile nicht nach hinten abgezogen, sondern seitlich von oben nach unten aufgeklappt werden. 

Während das linke, gläserne Seitenteil über einen Federmechanismus verfügt, gibt es auf der rechten Seite zwei schwarze Rändelschrauben zur Arretierung. Dadurch gibt es auf dieser Seite etwas Spiel zwischen Seitenteil und Innengehäuse im mittleren Bereich an der Rückseite – eventuell hätte In Win hier noch einmal zwei zusätzliche Schrauben anbringen sollen.

Das Problem lässt sich jedoch leicht kurieren, indem etwa kleine Unterleger aus Filz oder Moosgummi zwischen Seitenteil und Innengehäuse angebracht bzw. verklebt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf wenige Cent und der Zeitaufwand liegt im Sekundenbereich. Die bereits ab Werk verklebten Streifen auf der Inneseite sind zu diesem Zweck nicht dick genug.

Außerdem hat der Hersteller versprochen, für die finale Verkaufsversion des 303 noch einmal eine kleine Änderung am Tooling vorzunehmen, um der Problematik so vorzubeugen.

Andererseits gilt: Im Vollausbau übernehmen diese Aufgabe unter Umständen auch einfach die Netzteilkabel, die gegen das Seitenteil drücken.

Die Bedienelemente an der Front entsprechen funktional dem Klassendurchschnitt: HD-Audio-Anschlüsse, jeweils zwei mal USB 3.0 und USB 2.0 sowie natürlich die Power- und Reset-Taster. Diese Elemente verfügen – wie bereits eingangs gezeigt – über einen prominenten Beleuchtungseffekt. Die Stromversorgung erfolgt über einen SATA- statt einen vierpoligen Molexstecker.

Der Blick auf die Rückseite zeigt, dass hier endlich einmal ein Hersteller zugunsten einer cleanen Optik auf die ansonsten allgegenwärtigen, gummierten Schlauchdurchlässe verzichtet hat. Ganz ehrlich: Wie viele unserer Leser haben diese Durchlässe schon wirklich selbst genutzt? Die Anzahl dürfte verschwindend gering ausfallen.

Ebenfalls ungewöhnlich sind die großen, quer angebrachten Standfüße des In Win 303, die an der Oberfläche über eine leichte Texturierung verfügen, um nicht langweilig zu wirken. An der Unterseite gibt es zwar nur kleine, gummierte Bereiche, diese reichen aber dennoch für einen rutschsicheren Gehäusestand aus.

Technische Spezifikationen

 

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