Nvidia präsentiert Pascal: GeForce GTX 1080 & 1070, GDDR5X und jede Menge Features

Traditionell eröffnete Nvidias CEO Jen-Hsun Huang die Präsentation der neuen Grafikkarten mit Pascal-Chip höchstselbst und in gewohntem Outfit. Doch das, was diesmal vorgestellt wurde, gab bereits einen guten Vorgeschmack auf das, was wir mit dem neuen 16nm Fin-FET-Prozess noch so alles erwarten dürfen. Natürlich ist diese erste Präsentation nur eine kleine Scheibe dessen, was uns in kurzer Zeit noch an Informationen erreichen wird. Doch trotz vieler Einschränkungen können wir schon eine Menge berichten.

Zunächst stellt sich natürlich wie immer die Frage nach dem Preis für die Karten, die Momentan die Speerspitzen des GeForce-Portfolio darstellen werden, obwohl die GeForce GTX 1080 wohl mit Sicherheit in nicht allzu ferner Zeit das gleiche Schicksal ereilen wird, wie seinerzeit die GTX 980. Da aber eine Ti aktuell (noch) nicht in Sicht ist, widmen wir uns nun den beiden neu vorgestellten Karten.

Wer sich jetzt wundert, was eine “Founders Edition” ist, der sieht schlicht und ergreifend das ehemalige Referenzdesign vor sich, da man seitens Nvidia mit dem etwas griffigeren Namen verbal aufwertet und dies auch über den Preis dokumentiert. So sind die ca. 100 Euro Preisunterschied zur UVP der preiswertesten Boardpartnerkarte recht hoch angesetzt. In Anbetracht der soliden Kühllösung könnte man dem Angebot, zumindest mit etwas gutem Willen, durchaus noch folgen. So liegt die UVP der GeForce GTX 1080 bei 699 bzw. 599 USD und für die GTX 1070 bei 379 bzw. 449 USD.

Es handelt sich aber nicht etwa um bessere Chips, sondern eine Art Qualitätsanspruch für das Gesamtpaket, was man mit dem Schlagwort Craftmanship immer wieder betonte. Außerdem relativierte Nvidia auf Nachfragen auch, dass es sich bei der angeführten UVP für die günstigeren Boardpartner-Karten wohl eher um den Preis für nicht übertaktete Basismodelle handeln wird, während die jeweiligen Flaggschiffe der Hersteller deutlich über dem Preis der Founders Edition liegen könnten.

Das, was Nvidia verspricht, ist durchaus nicht von schlechten Eltern, denn sogar die GeForce GTX 1070, die man in der oberen Mittelklasse ansiedelt, soll eine TitanX noch spürbar hinter sich lassen können und dabei deutlich effizienter zu Werke gehen, was sich dann natürlich auch in der Leistungsaufnahme ausdrückt. Die GeForce GTX 1080 soll demgegenüber deutlich schneller sein,als zwei GTX 980 im SLI-Betrieb, wobei wir dies natürlich erst noch durch eigene Tests verifizieren müssen.

Betrachten wir nun zuerst, wie Nvidia die Effizienzsteigerung erreichen möchte, bitten aber auch im Verständnis, dass wir noch nicht alle Details veröffentlichen können. Da man jedoch damit wirbt, die allseits bekannten Spannungssprünge (im Bild unten zeigen die zwei weißen Kurven Maxwell mit über 200 mV Unterschied) deutlich verringern zu können (grün für Pascal und 120 mV), darf man auch davon ausgehen, dass Nvidia Boost noch einmal gründlich überarbeitet hat, was sich auch auf die Prognosen der Power Estimation Engine beziehen dürfte, die bei Nvidia seit Längerem ja auf einer ausgeklügelten Preemption beruht.

Interessant ist die nächste Folie, die sowohl die Performance, als auch die Leistungsaufnahme abbildet. Obwohl unsere Fragen bezüglich der TDP bzw. tatsächlichen Leistungsaufnahme nicht beantwortet wurde, zeigt die Folie einen Wert von ca. 180 Watt an, was bei einer sehr deutlichen Steigerung der Performance natürlich ein ausgesprochen guter Wert ist.

Da Nvidia das Thema Virtual Reality (VR) extrem stark in den Fokus rückt, zeigt die nächste Folie zum Thema Effizienz sogar eine doppelte Performance bzw. eine dreifache Effizienz gegenüber der Titan X. Wo diese überproportionale Steigerung herkommt, werden wir dann bei der Erläuterung der neuen Features und Besonderheiten der Architektur natürlich noch erläutern.

Bevor wir uns ins Detail begeben, folgt an dieser Stelle noch einmal die kurze Bestandsaufnahme der aktuellen und kommenden Karten im tabellarischen Überblick:

NVIDIA GeForce GTX 1080 NVIDIA GeForce GTX 980 Ti NVIDIA GeForce GTX 1070 NVIDIA GeForce GTX 980 NVIDIA GeForce GTX 970
Chip GP104 GM200 GP104 GM204 GM204
Herstellungs-
prozess
16nm FinFET 28nm 16nm FinFET 28nm 28nm
Transistoren 7.2 Mrd. 8 Mrd. ? 5.2 Mrd. 5.2 Mrd.
CUDA Cores 2560 CUDA Cores 2816 CUDA Cores ? 2048 CUDA Cores 1664 Cuda Cores
VRAM 8 GB GDDR5X 6 GB GDDR5 8 GB GDDR5 4 GB GDDR5 4GB GDDR5
Launch- datum Mai 2016 Mai 2015 Juni 2016 September 2014 September 2014

Die nun folgende Folie zeigt noch einmal die Vorteile der GeForce GTX 1080, die man beim Chipdesign, dem feineren Herstellungsprozess, dem schnelleren Speicher, dem optimierten Platinenlayout (kürzere Signal- und Übertragungswege), sowie einem außergewöhnlichen Feature festmacht, das Nvidia als simultaneous Multi-Projection bezeichnet.

Genau mit diesem Feature wollen wir auf der nächsten Seite fortfahren, die dem Leser auch noch einige andere Überraschungen bieten dürfte.

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