[UPDATE] Corsair Gaming K70 RGB Rapidfire: Erste Tastatur mit MX-Speed (Silver)

Mit einem Preis zwischen 140 und 190 Euro positioniert Corsair die bereits seit längerem bekannte, mechanisch K70-Tastaturreihe im High-End-Bereich. Die verschiedenen Ausstattungsvarianten unterscheiden sich aufgrund unterschiedlicher möglicher Cherry MX-Schalterbestückungen und hinsichtlich der Beleuchtungsoptionen.

Vor rund 1,5 Jahren hatten wir bereits die Corsair Gaming K70 RGB im Test (den ihr auf den nachfolgenden Seiten finden könnt), die damals durchweg überzeugen konnte und als erste mechanische Tastatur überhaupt die Option zur RGB-Beleuchtung bot.

Heute launcht der Schalterspezialist Cherry die neuen MX-Speed-Silver-Switches (RGB, einfarbig und ohne Beleuchtung) und hat sich dazu erneut mit Corsair zusammengetan: Für einen Zeitraum von sechs Monaten werden die MX-Speed exklusiv in den Eingabegeräten der US-Amerikaner verbaut.

Den Start macht die K70 RGB Rapidfire, bei der es noch ein paar weitere Änderungen gegenüber der Tastatur aus unserem ursprünglichen Test zu entdecken gibt als die neuen Schalter. Die Tastatur wird auch als nicht-RGB-Version mit roten LEDs erscheinen, nach unten hin rundet die schlanke K65 RGB Rapidfire (wie die K70, nur ohne NUM-Block) die Palette ab.

Auf die Detailänderungen wollen wir auf dieser Seite eingehen. Die Folgeseiten bestehen aus dem Test der K70 RGB, denn am grundlegenden Aufbau der stabilen und dank gebürsteter Aluminiumplatte auch sehr edel wirkenden Tastatur hat sich wenig geändert.

RGB-Beleuchtung in Kombination mit freiliegenden Tasten sorgt für viel Chique, zudem ist die Beleuchtung jeder einzelnen Taste per Software komplett anpassbar: Bei 16,7 Millionen möglichen Farben bzw. Farbschattierungen sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein und wer es abwechslungsreich mag, setzt einfach auf das Regenbogenprinzip.

Makro-Funktionalität mit eigenen Onboard-Speicher und destaillierten Anpassungsmöglichkeiten über die Software versteht sich in dieser Preisklasse von selbst.

Was ist neu bei der K70 RGB Rapidfire?

Trotz gleichem Grundaufbau und prinzipiell identischer Funktionalität gibt es einige Detailänderungen. Zunächst einmal hat Corsair das im Internet als solches verunglimpfte Arschgeweih-Logo, das ursprünglich die Gaming-Produkte zieren solle, wieder durch das namensgebende Vorgängerlogo mit nautischem Einschlag ersetzt.

Das war aufgrund des Feedbacks aus der Community bereits bei der laufenden Produktion der K70 RGB geändert worden, bei unserem frühen Testsample allerdings noch nicht der Fall.

Eine Neuerung funktionaler Art ist demgegenüber die deutliche Vergrößerung und Änderung der Schriftart auf den Keycaps.Die Leertaste erhält eine deutliche Textur an der Oberseite, die weitere optische Akzente setzen und ein wenig mehr Grip bieten soll.

Größere TastenbeschriftungGrößere Tastenbeschriftung Texturierte LeertasteTexturierte Leertaste

Wem der Ansatz texturierter und sich farblich abhebender Tastenkappen zusagt, der bekommt außerdem graue Keycaps mit rauer Oberfläche für die Buchstaben W (1x), A, S, D (2x), Q, E, R und F einschließlich eines Abziehers mitgeliefert.

Die Tastenbeschriftung setzt sich zwar auf den ersten Blick kaum von der grauen Beschichtung der Kappen ab, aber das macht durchaus Sinn, denn hier soll schließlich auch beim Einsatz alternativer Caps die Hintergrundbeleuchtung der Einzeltasten für eine bessere Erkennbarkeit sorgen.

Eine wichtige Detailbetrachtung: Die Austauschkappen verfügen je nach Taste über unterschiedlich hohe Seiten und sind dadurch auch im Blindeinsatz leichter voneinander zu unterscheiden und zu finden.

Ansonsten gibt es noch eine Anpassung des USB-Verbindungskabels: Die farblich abgesetzten Elemente an den beiden USB-Steckern sowie dem Bereich, in dem sie sich vom zentralen Kabelstrang aufteilen, sind nun grau statt rot. Wird die Tastatur an einem USB-3.0-Port angeschlossen, reicht es aus, einen Steckplatz zu verwenden. Aufgrund der deutlich geringeren Stromversorgung über USB 2.0 ist allein bei diesem veralteten Standard die Nutzung von zwei Ports nötig.

Cherry MX-Speed (Silver): Die schnelleren MX-Red

Die Eckdaten der heute vorgestellten Cherry MX-Speed-Switches haben wir bereits im Rahmen einer News näher beleuchtet. Auf dem Papier ähneln die Switches hinsichtlich ihrer linearen Charakteristik und der Auslösekraft von 45 g den bestens bekannten Cherry MX-Red.

Allerdings verfügen die neuesten MX-Schalter (der Name lässt es bereits vermuten) über einen deutlich kürzeren Schalterweg bis zum Auslösen (1,2 statt zwei Millimeter) und einen etwas geringeren Gesamthub (3,4 statt vier Millimeter).

Das Tippgeräusch der K70 RGB Rapidfire ist ein wenig dumpfer als bei der K70 RGB mit MX-Reds. Der kürzere Auslöseweg macht sich aber deutlich bemerkbar und kann hierdurch im Spiel schnellere Eingaben ermöglichen: Die Zeit zwischen der Reaktion des Spielers und der Verarbeitung der Eingabe wird reduziert, das wiederum birgt das Potenzial, gerade kompetitiven Spielern einen kleinen Vorteil zu bringen.

Cherry bewirbt die Schalter auch explizit für Viel- und Schnellschreiber, so dass wir eine Versuchsreihe in der Redaktion durchführten. An dieser Stelle lässt sich nicht weiter objektivieren, ein subjektiver Eindruck muss herhalten: Ich selbst tippe seit Jahren auf MX-Red-Switches – ganz ohne die oftmals gegen diese Schalter angeführte, höhere Fehlerrate gegenüber taktilen Alternativen erlebt zu haben. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich ziemlich heftig auf die Tasten hacke.

Während ich auf den MX-Speed Silver prima und schnell zocken konnte, hatte ich bedingt durch die persönliche Neigung zum übertrieben festen Tastendrücken den Wunsch, von den Schaltern einen etwas stärkeren Rebound zu erhalten als von den MX-Speed. Der fühlt sich bei den MX-Reds mit etwas höherem Hub ausgeprägter und knackiger an.

Diesen Eindruck teilte aber längst nicht jeder in der Redaktion. Insofern gilt an dieser Stelle: Weniger auf Meinungsmache im Netz hören und lieber selbst ausprobieren. Welcher Schalter die richtige Wahl ist, entscheidet immer der einzelne Anwender bzw. dessen persönliche Präferenz.

Im reinen Spielbetrieb kann der kürzere Auslöseweg durchaus Vorteile bringen, da der Zeitpunkt von der Reaktion des Spielers bis zur Verarbeitung der Eingabe ganz einfach geringer wird. Hier funktioniert das Konzept von der MX-Speed Silver als MX-Red-Version mit reduziertem Hub wirklich ausgezeichnet.

Corsair CUE Software: Eine für alle

Wie bei allen aktuell erhältlichen Corsair-Gaming-Keyboards (Gaming K-XX-Reihe, Vengeance K-XX-Reihe und Strafe) kommt die Corsair Utility Engine zum Einsatz, über die sich die umfassenden Beleuchtungsoptionen der RGB-Tastaturen, die Makroerstellung und sonstige Einstellungen vornehmen lassen. Zudem fungiert die Software auch als Kommandozentrale für Mäuse des Herstellers.

Zum Testzeitpunkt aktuell war die Firmware in der Version 2.04 in Verbindung mit der CUE Software in der Version 1.16.42. Die Funktionalität ist weitgehend dieselbe, weshalb wir an dieser Stelle auf den Software-Check im Rahmen des Tests der ursprünglichen K70 RGB mit Cherry MX-Red verweisen, der auf den folgenden Seiten aufgeführt wird.

Auf den ersten Blick neu ist bei der aktuellen Version vor allem die etwas prominentere Platzierung und somit bessere Erreichbarkeit einprogrammierter Grundbeleuchtungseffekte wie vor allem Spiralbogen, Regenbogenwelle und viele weitere.

Ansonsten ist es weitgehend die Software, die wir bereits im Test der K70 RGB kennenlernen konnten – dank der langen Entwicklungszeit seit dem letzten Test in einer sehr ausgereiften und stabilen Version ohne Performance-Probleme.

Fazit: Bewährte High-End-Tastatur mit reaktionsfreudigen Switches

Zur Corsair K70-Tastatur muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden: Verarbeitungsqualität, Features und die massiven Anpassungsmöglichkeiten hinsichtlich Beleuchtung und Makro-Programmierung dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Als kleinen Bonus bringt die neueste Evolutionsstufe der ohnehin schon sehr guten Tastatur noch eine größere und bessere Tastenbeschriftung, einige alternative Keycaps und eine texturierte Leertaste mit.

Das lange Bestehen der K-Tastaturreihe bringt den Vorteil mit sich, dass Firm- und Software mittlerweile sehr ausgereift sind – von Kinderkrankheiten keine Spur mehr. Vor allem die ab Werk voreingestellten Beleuchtungsffekte sind schneller zu erreichen und sehen fantastisch aus.

Nicht umsonst sah sich der Hersteller bislang nicht genötig, das Design in irgendeiner Form zu überarbeiten: Die K70 ist und bleibt eines der ansprechendsten Eingabegeräte auf dem Markt und kann im Bereich mechanischer RGB-Tastaturen die kleine Bonuskrone für den Gewinn der Wahl zur Schönheitskönigin mitnehmen.

Haupt-Feature der K70 RGB Rapidfire sind die neuen Cherry MX-Speed-Silver-Switches, die die Schaltcharakteristik der MX-Red mit einem geringeren Gesamthub sowie einem geringeren Weg bis zum Auslösen des Schaltpunktes kombinieren. Dadurch eignen sie sich gut, um die Reaktion des Spielers noch einen Hauch schneller in eine vom PC und dem Spiel erkannte Eingabe umzusetzen.

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