Huawei Mediapad M2 10.0: Ein zum Tablet skaliertes Huawei-Smartphone

Die Klasse der Media-Tablets wurde bereits im vergangenen Jahr für nicht mehr sonderlich lebensfroh erklärt. Wurde den schicken Flachrechnern einst vorhergesagt, dass sie künftig das klassische Notebook vom Markt verdrängen würden, hat sich bei den Herstellern mittlerweile die Realität eingestellt: Eilig basteln sie an Tastaturlösungen für ihre Tablets.

Spezifikationen erinnern an Huawei-Smartphones aus dem letzten Jahr

Huawei sieht dagegen eine Tastenlösung nicht in jedem Fall als eine sinnvolle Ergänzung. Das Mediapad M2 10.2 bekommt zwar von Haus aus eine Schutzhülle verpasst, die auch als Ständer genutzt werden kann, eine Tastatur – wie etwa beim kürzlich vorgestellten Matebook – gibt es allerdings nicht. Vielmehr setzt der Hersteller auf ein klassisches Format, was sich nicht zuletzt im zehn Zoll großen Bildschirm zeigt. Dieses soll dann sinnvoll zum Einsatz kommen, wenn der Bildschirm des Smartphones zu klein wird oder es gerade nicht griffbereit sein sollte.

Dazu setzt der Hersteller hinter dem Bildschirmpanel mit dem Kirin 930 auf einen Prozessor aus eigenem Hause, der schon in einer Reihe von Geräten wie etwa dem P8 oder dem Honor 7 zum Einsatz kam. Er bringt acht zwei Gigahertz schnelle CPU-Kerne sowie eine Mali T628 mit. Dem SoC steht ein drei Gigabyte großer RAM zur Seite, der Datenspeicher stellt beim kleinsten Modell ein Volumen von lediglich 16 Gigabyte bereit. Mit einer 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite soll das Mediapad M2 unterwegs den Foto-Apparat ersetzen.

Für den Netzwerkverkehr steht in der Basisversion des Tablets ein WLAN-Funkchip bereit, der den schnellen ac-Standard beherrscht. Außerdem ist ein LTE-Modem sowie Bluetooth nach 4.2-Spezifikation mit an Bord.

Stift und Hülle ohne Tasten

Bei der Ausstattung seines Tablets versucht Huawei einmal mehr zu glänzen. Im Karton liegt eine Schutzhülle, die in alter Apple-iPad-Manier auch zum Standfuß umgeklappt werden kann. Nutzer, die auf der Suche nach einem Android-Tablet für den Produktiveinsatz sind, werden sich an dieser Stelle jedoch das erste Mal enttäuscht zeigen, denn eine Tastatur ist kein Bestandteil der Hülle.

Dafür aber legen die Chinesen ihrem neusten Mediapad einen Stift zur Seite, der von Wacom stammt und sich durch eine sehr gute Funktionalität bzw. Präzision auszeichnet. Er macht aus dem Tablet einen elektronischen Skizzen- und Malblock und lässt den Nutzer zum Künstler werden.

Die Software könnte aktueller sein

Auch bei der vorinstallierten Software zeigt sich, dass das Mediapad letztlich ein Huawei-Gerät aus dem letzten Jahr in einer neuen Hülle ist. Obwohl erst Anfang Januar auf der CES vorgestellt, wird noch auf Android 5.1.1 gesetzt. Das gleichzeitig präsentierte Mate 8 hat bereits die als Marshmallow titulierte Version spendiert bekommen. 

Gleiches gilt für die Emotion-UI-Oberfläche, die in der Version 3.1 vorliegt. Sie ist ansprechend gestaltet, verzichtet jedoch auf den für Android typischen App-Drawer, den so mancher Nutzer vermissen dürfte, weil er die Übersichtlichkeit verbessern kann. Das Angebot an vorinstallierten Diensten ist Huawei-typisch. Gerade aufgrund des zusätzlich beiliegenden Stiftes hätte der Hersteller aber ruhig etwas mehr Liebe zum Detail zeigen dürfen: Der Stylus lässt sich beispielsweise nicht zum Schreiben in der Huawei-eigenen Notiz-App nutzen.

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