Dark Souls 3: Düsterer und fordernder Geniestreich

Sieben Jahre ist es her, dass Hidetaka Miyazaki mit Demon‘s Souls die Welt der Action-Rollenspiele, wie wir sie kannten, auf den Kopf gestellt hat. Zwei Jahre später setzte er mit Dark Souls nach und machte unmissverständlich klar, dass der Überraschungserfolg des Vorgängers kein Zufall war. Eine neue Nische im Videospielwahnsinn war geboren und nachdem sein letzter Geniestreich Bloodborne lediglich den Playstation 4-Besitzern Freude und virtuelle Pein bereiten konnte, kehrt er nun mit Dark Souls 3 zurück auf die Platinen, die die Welt bedeuten.

Eine Glocke ertönt, Nebel und Dunkelheit lichten sich. Mit langsamen Bewegungen steigen wir aus einem Grab. In der rechten Hand halten wir einen Panzerbrecher.  Einen sogenannten Estoc.  Er ist ein guter Bekannter aus längst vergangenen Tagen und fühlt sich gleich vertraut an.  In der linken Hand etwas, das man entfernt als Schild bezeichnen kann.

Zufrieden schreiten wir voran. Vorbei an auf den Boden gekritzelten Nachrichten, die uns ein paar Hinweise darauf geben, wie wir uns in der Welt von Lothric zurechtfinden und vorbei an einigen schwächlichen Gegnern,  die wir mit gekonnten Hieben aus ihrem untoten Dasein erlösen.

Den Friedhof hinter uns lassend, können wir in der Ferne einen riesigen Turm erkennen. Mit jedem zurückgelegten Meter werden die Gegner zahlreicher und aus stümperhaften Angriffsversuchen werden taktisch klug platzierte Attacken. Ruhig bleiben. Einer nach dem anderen. Nach ein paar heftigeren Auseinandersetzungen landen wir in einem weitläufigen Areal,  in dessen Mitte eine große Kriegerstatue kniet. Ein dunkles Schwert ragt aus der Brust des steinernen Riesen.

Langsam ziehen wir es heraus, bereit für alles was auch kommen mag. Etwas verändert sich. Der Torbogen, durch den wir gekommen sind, versperrt uns mit dichtem weißem Nebel den Rückzug. Epische Musik setzt ein. Die eben noch steinerne Statue von Iudex Gundyr, deren Name nun gepaart mit einer riesigen Lebensleiste am unteren Bildschirmrand auftaucht, erwacht zum Leben.

Durch den Griff zu seiner langen Stangenwaffe lässt er keinen Zweifel daran aufkommen, dass wir hier nicht willkommen sind. Mit unterdrückter Panik bewegen wir uns rückwärts. Den Blick fixiert auf die Monstrosität, die uns nach dem Leben trachtet. Jetzt keinen Fehler machen, mit Bedacht handeln.

Schneller als uns lieb ist, werden wir aus unseren Gedanken gerissen, als sich der Koloss mit einem meterhohen Sprungangriff auf uns stürzt. In letzter Verzweiflung reißen wir schützend das Schild vor unser Gesicht. Stein prallt auf Holz. Seine riesige Hellebarde schnellt im Kreis. Einmal können wir den mächtigen Hieb noch abfangen, danach lassen wir unseren Schildarm geschwächt sinken.

Iudex Gundyr dreht sich um sich selbst und lässt mit aller Kraft seine Waffe auf uns niederschnellen. Kein Schild fängt den Hieb ab. Keine Kraft für ein rettendes Ausweichmanöver. Es wird schwarz. Tot.

Wir legen den Controller für einen Moment aus unseren verschwitzten Händen. Willkommen in Dark Souls 3.

Das Spiel kurz erklärt: Dark Souls in 10 Sätzen

Dark Souls ist ein spielerisch anspruchsvolles Action-Rollenspiel. Das Besondere neben dem halsbrecherischen Schwierigkeitsgrad und den epischen Bosskämpfen sind die Konsequenzen, mit denen der Spieler leben muss. Das Speichern übernimmt das Spiel automatisch und somit ist jede Entscheidung endgültig. Jeder Zwist mit einem NPC und jede fragwürdige Antwort bei einer Konversation hat ihre Folgen.

Mit Seelen wird der eigene Charakter für gewonnene Kämpfe belohnt. Diese kann er für nahezu alles ausgeben, sei es für den eigenen Level-Fortschritt oder zum Tausch gegen Items und Waffen sowie Rüstungsverbesserung. Stirbt der Protagonist, bleiben die mitgeführten Seelen an Ort und Stelle liegen und geben dem Spieler noch genau eine Chance, diese vor dem erneuten Ableben wieder einzusammeln. Scheitert man beim Versuch, sie zurückzuholen, sind sie unweigerlich verloren.

Diese Endgültigkeit sorgt natürlich für so manchen Frust, ist aber auch genau der Grund, warum diese Spiele so gut funktionieren. Das Storytelling in der Souls-Reihe wird neben Interaktionen mit NPCs und einigen Videosequenzen nahezu komplett von den Item-Beschreibungen getragen.

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