bq Aquaris X5: Langlebigkeit vs. schiere Leistung und Feature-Wahn

Auch ein etwas höherer Takt macht aus dem Snapdragon 41X kein Leistungswunder

Das Aquaris X5 bringt mit dem Qualcomm Snapdragon 412 ein SoC mit vier CPU-Kernen mit, das sich von dem sehr populären Snapdragon 410 lediglich durch die Taktfrequenz unterscheidet: Die vier A53-Kerne arbeiten in diesem Fall mit 1,4 und nicht mehr mit 1,2 GHz – einen fundamentalen Unterschied kann man von dieser begrenzten Steigerung nicht erwarten.

Immerhin hält das Smartphone mit manchem Konkurrenten mit dem leistungsstärkeren Snapdragon 615 – wie etwa dem unten in der Tabelle aufgeführten ZTE Blade S6 – ganz gut mit. Gerade hinsichtlich der CPU-Leistung liegen zwischen den beiden Chips keine Welten.

Den großen Unterschied macht jedoch die GPU: Der Snapdragon 412 bringt eine Adreno 306 mit, die erheblich schwächer ausfällt als die darüber angesiedelte Adreno 405 und beispielsweise nur 24 anstatt 48 ALUs mitbringt. Auch der Takt fällt mit 400 MHz um ganze 150 MHz geringer aus. Die Adreno 306 wird dementsprechend mit einer Leistung von 21,6 GFLOPS angegeben, bei der 405 sind es satte 59,4 GFLOPS.

Im Alltag präsentiert das bq-Smartphone damit eine grundsolide Leistung, ohne dabei wirklich zu beeindrucken. Die Anpassung des Betriebssystems scheint allerdings gut gelungen zu sein, denn bei der Bedienung fühlt sich das X5 recht flüssig an. Selbst beim Scrollen oder dem Wechseln zwischen den einzelnen Bildschirmen halten sich die Ruckler in Grenzen. Ein Gaming-Spezialist ist es aber natürlich nicht.

Benchmarks: bq Aquaris X5 ZTE Axon Elite Archos Diamond Plus Huawei Mate S ZTE Blade S6
Antutu v6.0 29.519 Punkte 56.136 Punkte 37.745 Punkte 49.501 Punkte 27.067 Punkte
3D Mark Firestorm Unlimited 5055 Punkte 25.792 Punkte 6356 Punkte 12.749 Punkte 8425 Punkte
Geekbench Single Core: 524 Punkte 1331 Punkte 593 Punkte 937 Punkte 659 Punkte
Geekbench Multi Core: 1536 Punkte 4828 Punkte 2651 Punkte 3957 Punkte 2459 Punkte
PC Mark for Android: 3793 Punkte 4484 Punkte 3566 Punkte 5222 Punkte 2703 Punkte
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.1 (Onscreen): 18 fps 2,0 fps 4,5 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.1 (Offscreen): 18 fps 2,0 fps 3,8 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.0 (Onscreen): 4,5 fps 20,8 fps 3,0 fps 6,7 fps 11 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.0 (Offscreen): 2,1 fps 22,2 fps 2,9 fps 6,2 fps 5,7 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex ES 2.0 (Onscreen): 11 fps 50 fps 11,2 fps 11,6 fps 24 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex ES 2.0 (Offscreen): 6,1 fps

54,8 fps 10,7 fps 10,8 fps 14 fps
Google Octane 2.0: 3521 Punkte 8552 Punkte 3030 Punkte 3674 Punkte 2933 Punkte
Rightware Browsermark 2.1: 1361 Punkte 2387 Punkte 1350 Punkte 953 Punkte 1257 Punkte
JetStream 1.1: 21.681 Punkte 45.161 Punkte 18.894 Punkte 18.568 Punkte 21.931 Punkte
Webxprt 2015: 59 Punkte 104 Punkte 57 Punkte 67 Punkte 53 Punkte

Akku: Mit einer Ladung locker über den Tag

Dem Anspruch eines unkomplizierten Begleiters in allen Lebenslagen versucht bq beim Aquaris X5 auch mit dem Akku zu untermauern, der mit 2900 mAh schon recht groß ausfällt und im Zusammenspiel mit dem schlichten Prozessor für vergleichsweise lange Laufzeiten sorgt.

So zeigt die Füllstandsanzeige nach einer Stunde im Browser einen Restwert von 85 Prozent an und auch beim Videodauertest wird die Notabschaltung erst nach elf Stunden und 18 Minuten eingeleitet.

Erst wenn die Kerne richtig unter Druck stehen, steigt der Energieverbrauch an. Auf den recht fordernden Rennstrecken von Asphalt 8: Airborne werden in einer Stunde 23 Prozent der mitgeführten Reserven verballert.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der Tag selbst dann mit einer Akkuladung überstanden werden kann, wenn zwischendrin auch das eine oder andere Spielchen genutzt wird – und das ist nach wie vor noch nicht ganz der Regelfall.

Datenspeicher ist recht langsam angebunden

Wie üblich bei einem Smartphone der unteren Mittelklasse verbaut bq neben einem zwei Gigabyte großen RAM auch einen 16 Gigabyte großen Datenspeicher, von zwölf Gigabyte als frei verfügbar angezeigt werden – und damit 200 Megabyte mehr, als der Hersteller angibt.

Wirklich viel ist das nicht, allerdings dürfte es den meisten Nutzern eines Smartphones dieser Klasse genügen. Stehen jedoch Multimedia- und Gaming-Fähigkeiten im Fokus, empfiehlt sich schon ein leistungsstärkeres, besser ausgestattetes Gerät.

Dann verbessert sich auch die Anbindung, denn man merkt dem Snapdragon 412 an, dass er bzw. das Hauptmodell, der Snapdragon 410, bereits seit einer ganzen Weile zur Verfügung steht: Der Speicher-Controller ist nicht mehr wirklich schnell und bewegt sich auf dem Niveau von SoCs aus dem Einsteigerbereich wie dem Mediatek MT6735P, der von ZTE im Blade A452 genutzt wird.

Andro Bench bq Aquaris X5 Huawei Mate 8 ZTE Axon Elite ZTE Blade A452 Huawei Mate S Motorola Moto X Play
Sequential Read: 134,03 MByte/s 238,41 MByte/s 214,87 MByte/s 124,88 MByte/s 143,94 MByte/s 141,04 MByte/s
Sequential Write: 12,39 MByte/s 122,24 MByte/s 120,48 MByte/s 7,97 MByte/s 92,31 MByte/s 53,04 MByte/s
Random Read: 3361,41 IOPS 6359,88 IOPS 5157,19 IOPS 4258,16 IOPS 7566,61 IOPS 4847,84 IOPS
Random Write: 1296 IOPS 3911,85 IOPS 3603,48 IOPS 1292,37 IOPS 4959,62 IOPS 3453,38 IOPS

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