Deepcool Gamer Storm Genome: Midi-Tower mit Wasserkühlung

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Da wir unsere Referenzplattform im Deepcool Gamer Storm Genome unterbekommen, kommt sie bis auf eine (offensichtliche) Ausnahme zum Einsatz: Es wäre an dieser Stelle unsinnig, zur Prozessorkühlung auf den ansonsten genutzten Luftkühler Noctua NH-U12S zu setzen, denn immerhin bekommen wir im Gehäuse eine potente Wasserkühlung mitgeliefert. Aufgrund ihres 36-cm-Radiators sollte sie viel Luft nach oben bieten, was etwaige Übertaktungsvorhaben angeht.

Testsystem
Prozessor: Intel Core i7-5930K; Turbo: 3,6 GHz; VCore: 1,07 V
Prozessorkühler: Deepcool Captain 360
Mainboard: MSI X99S XPower AC
Speicher: 16 GByte (4x 4 GByte) Crucial Ballistix Sport DDR4-2400 CL 16
Grafikkarte: Gigabyte G1 Gaming GTX 970
HDD: Toshiba MC04ACA500E, 4 TByte 
SSD: Crucial MX200, 500 GByte
Netzteil: be quiet! Dark Power Pro 10, 850 Watt 
Betriebssystem: Windows 8.1 64-Bit

Die Temperaturentwicklung der verbauten Komponenten messen wir in zwei Durchgängen: Einmal bei maximaler Drehzahl der auf dem Radiator verbauten 12-cm-Lüfter und einmal bei deutlich ohrenschonenderen 1000 U/min.

Da Deepcool einen Lüfterhub mitliefert, lassen sich alle drei parallel auf über einen PWM-Anschluss auf dem Mainboard entsprechend herunterregeln. Da der Hecklüfter des Gehäuses ohnehin nur mit 850 bis 900 U/min arbeitet (abhängig von der Drehzahl der Lüfter auf dem Radiator und den daraus resultierenden Luftstromverhältnissen), muss dieser nicht weiter geregelt werden.

Wie üblich heizen wird das System 70 Minuten lang durch eine Kombination von Prime95 (Version 27.9, Small FTTs) sowie Furmark (Version 1.15.2.2, 1920 x 1080 Bildpunkte, 8x MSAA, Fenstermodus) auf und loggen die letzten 10 Minuten mit Aida64 mit, um einen Mittelwert zu bilden.

Lautstärkemessungen erfolgen aus drei Positionen (frontal sowie diagonal von oben links und rechts) in exakt einem halben Meter Entfernung.

Temperaturentwicklung

Sämtliche Temperaturen bleiben erwartungsgemäß bei maximaler wie auch auf 1000 U/min reduzierter Radiatorlüfterdrehzahl im Rahmen. Bei den Messungen ist zu bedenken, dass angesichts des langsam drehenden Hecklüfters ohnehin der Großteil der im Gehäuse entstehenden Abwärme durch die Radiatorlüfter nach außen geführt wird.

Für die werksseitige Lüfterbestückung ist das gut und sinnvoll, um einen Hitzestau im Gehäuseinneren zu vermeiden. Ein Vorteil gegenüber großflächigen Luftkühlern auf der CPU liegt vor allem darin, dass so auch Spannungswandler im Bereich des Mainboardsockels besser mitgekühlt werden können.

Die von uns eingesetzte Grafikkarte verfügt absichtlich über keinen Radiallüfter, der die GPU-seitige Abwärme direkt nach außen führt, sondern verteilt die Hitze im Inneren des Gehäuses und wird somit ebenfalls durch den Radiator nach außen geführt. Immerhin bleibt die Grafikkarte selbst vergleichsweise kühl.

Wer weitere Verbesserungen an den Temperaturwerten wünscht, der kann sich leicht durch die Montage von zusätzlichen Lüftern an der Gehäusefront behelfen: Davon würde vor allem die vor dem Netzteil sitzende, mechanische Festplatte profitieren.

Die Captain 360 im Genome liefert eine ordentliche, wenn auch keine absolute Top-Performance. Dafür punktet sie mit einer leise arbeitenden Pumpe, die ebenso wie der Ausgelichsbehälter an der Gehäusefront optisch für viel Chique sorgt.

Normal, max U/min Normal, 1000 U/min
Raumtemperatur: 22,2 °C 22,3 °C
CPU Package: 66,4 °C 74,3 °C
Core Ø: 59,1 °C 66,7 °C
GPU: 58 °C 60 °C
(Lüfter 59 % = 1899 U/min) (Lüfter 62 % = 1964 U/min)
HDD: 38 °C 40 °C
SSD: 31 °C 34 °C

Lautstärke und Drehzahlen

Während der Hecklüfter im Deepcool Gamer Storm Genome mit einer beschaulichen Maximaldrehzahl von 850 bis 900 U/min ans Werk geht, arbeiten die drei Lüfter am Radiator bei Bedarf mit bis zu 1800 U/min, lassen sich allerdings auch über PWM nur auf bis zu knapp über 400 U/min herunterregeln. Die auf der CPU sitzende Pumpe arbeitet mit rund 2500 U/min und fällt auch dann nicht auf, wenn die Lüfter auf dem Radiator auf 1000 U/min heruntergeregelt werden.

Angesichts dieser Werte wundert es nicht, dass die Radiatorlüfter bei maximaler Drehzahl für die meiste Lautstärke sorgen: Wir messen 45,5 bis 45,8 dB(A), bei voller Auslastung wird die Grafikkarte also deutlich übertönt. Dass es auch deutlich leiser geht, zeigt der Messwert bei 1000 U/min: Hier befindet sich das Genome mit 36,6 bis 36,7 dB(A) in einem voll alltagstauglichen Bereich. Da die Minimaldrehzahl der Lüfter wie beschrieben bei knapp über 400 U/min liegt, geht es im Systemleerlauf auf Wunsch und je nach vorhandenen Regelungsmöglichkeiten auch noch deutlich leiser zu.

Bei voller Systemauslastung und auf 1000 U/min geregelten Radiatorlüftern ist es dann auch die Grafikkarte, die sich hauptsächlich für die gemessene Geräuschentwicklung verantwortlich zeigt und sich mit 38,0 bis 38,1 dB(A) bemerkbar macht.

nur Gehäuse
max U/min
nur Gehäuse
1000 U/min
Volllast
max U/min
Volllast
1000 U/min
vorn: 45,5 dB(A) 36,6 dB(A) 45,5 dB(A) 38,1 dB(A)
oben links: 45,8 dB(A) 36,7 dB(A) 45,8 dB(A) 38,0 dB(A)
oben rechts: 45,8 dB(A) 36,7 dB(A) 45,8 dB(A) 38,0 dB(A)

Fazit: Midi-Tower mit aufsehenerregend hohem Modding-Faktor

Deepcools Gamer Storm Genome führt als Hauptargument eine einzigartige Optik in schwarz-roter, schwarz-grüner oder weiß-blauer Farbgebung ins Feld: Mehr Modding-Faktor ab Werk ist wohl kaum machbar und im Falle des Genome wurde das Design konsequent und umfassend umgesetzt und mit passenden Beleuchtungseffekten garniert.

Allein der Ausgleichsbehälter an der Front sowie die schicke Pumpe der integrierten Wasserkühlung sind echte Hingucker. Der Innenraum kann zudem durch ein großes, seitliches Sichtfenster, gute Kabelmanagementmöglichkeiten und das Anbringen von Festplatten und SSDs außerhalb des Sichtfeldes gekonnt inszeniert werden.

Apropos Wasserkühlung – auch das ist einzigartig: Das Genome ist das erste Gehäuse in den Testräumen der Redaktion, das über eine ab Werk verbaute Kompaktwasserkühlung mit 36-cm-Radiator verfügt. Diese ist zwar nicht die leistungsstärkste ihrer Klasse, lässt sich aber aufgrund der laufruhigen Pumpe sowie der Lüfter, die sich bei unserem Testexemplar per PWM-Signal auf unter 500 U/min regeln ließen, gerade in lastarmen Zuständen sehr leise betreiben.

Aufsehenerregend ist auch die Möglichkeit, die Grafikkarte vertikal zu verbauen. Das hierzu nötige Kabel muss allerdings separat erworben werden oder der Käufer wartet eine seitens des Herstellers angekündigte Promo-Aktionen ab.

Ein Kritikpunkt ist die Materialstärke der Seitenteile: Hier hätten wir uns dickeres Stahlblech und eine höhere Stabilität gewünscht, um ein ansonsten gelungenes Gesamtpaket auch in Anbetracht des Preises angemessen abzurunden. Andererseits ist das schnell vergessen, wenn das System einmal zusammengebaut ist und an reine Vernunftkäufer richtet sich dieses Gehäuse ohnehin nicht – wohl aber an PC-Enthusiasten mit einer Vorliebe für eine auffällige Optik.

Anzumerken ist auch, dass wegen des Verzichts auf 5,25-Zoll-Schächte keine optischen Laufwerke (oder andere pöassende Peripherie wie beispielsweise große Lüftersteuerungen) im Gehäuse verbaut werden können. Wer also unbedingt ein internes optisches Laufwerk nutzen will, hat Pech – oder nutzt einfach ein externes 5,25-zölliges USB-Laufwerksgehäuse oder gleich ein “fertiges” USB-Laufwerk.

Letztlich kann das Genome aber als Gesamtpaket aus Modding-Features und werksseitig verbauter Kompaktwasserkühlung überzeugen, das es in dieser Form derzeit nirgendwo sonst gibt.

Auf unserer Wunschliste steht zudem noch ein zu Reinigungszwecken wechselbarer Staubschutzfilter an der Gehäusefront, die nur mit einer fest installierten Alternative versehen wurde.

Liebhaber schlichter Vernunftgehäuse werden vermutlich einen Bogen um das Deepcool Gamer Storm Genome machen, aber Anhängern auffälliger Modding-Optik können wir die PC-Behausung als in mehrfacher Hinsicht einzigartiges Gesamtpaket mit vielen Möglichkeiten zu weiteren optischen Modifikationen zur bestmöglichen Inszenierung der eingebauten Hardware ans Herz legen.

Der Gesamtpreis von knapp 240 Euro wirkt dabei gemessen am Beschaffungspreis für die Einzelkomponenten (Komplettwasserkühlung mit 36-cm-Radiator, optisch auffälliger Ausgleichsbehälter, Midi-Tower) noch nicht einmal aus der Luft gegriffen, sondern auf den zweitens Blick durchaus angemessen.

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