Blackberry Priv: Business-Telefon mit echter Tastatur und Android

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Wenn Blackberry in der jüngeren Vergangenheit von sich reden gemacht hat, dann zumeist aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Gerade durch das Festhalten am eigenen Betriebssystem litt die Popularität der vom allem im Unternehmenseinsatz beliebten Smartphones.

Denn Blackberry-OS bietet zwar eine ganze Reihe von Diensten, die den mobilen Alltag in der Geschäftswelt erleichtern, doch eine private Nutzung und die damit verbundenen Bedürfnisse ignorierten die Kanadier geflissentlich. Die Folge: Sie wurden schnell von Apple und Google überholt.

Oberklasse-Phablet mit Hardware-Tastatur

Erst jetzt, auf Messers Schneide, versucht der Hersteller mit einem neuen Smartphone quasi eine Alternative zu sich selbst zu schaffen. Mit dem Blackberry Priv setzt der Hersteller auf ein Phablet mit einem üppigen 5,4-Zoll-Bildschirm, der mit 2560 x 1440 Pixeln auflöst. Im Inneren des Gehäuse steckt ein Qualcomm Snapdragon 808, der auf einen drei Gigabyte großen Arbeitsspeicher zugreifen kann. Für das Speichern von Daten stehen 32 Gigabyte bereit.

Zudem verspricht das Priv in WLAN-Netzen schnelle Datenübertragungen, denn der entsprechende Funkchip kann bereits mit den ac-Standard umgehen – und auch unterwegs geht es fix voran; das LTE-Modem unterstützt die drei in Deutschland vorherrschenden Frequenzbänder. Für das kabellose Ansprechen von Peripheriegeräten wird zum einen Bluetooth 4.1 bereitgestellt, zum anderen verfügt das Smartphone über einen NFC-Chip. Hobbyfotografen sollen mit einer 18-Megapixel-Kamera mehr als zufriedengestellt werden und Selfies nimmt der Frontsensor mit immerhin zwei Megapixeln auf.

Die große Besonderheit des Blackberry Priv ist jedoch die Hardware-Tastatur im Querformat, die zum Vorschein kommt, wenn das Display noch ober geschoben wird. Dieses rundum gut ausgestattete Gesamtpaket lässt sich der Hersteller derzeit allerdings gut bezahlen: Die besten Online-Angebote beginnen derzeit bei rund 715 Euro.

Basis-Android als Basis für Blackberry-Dienste

Eigentlich lieferte Blackberry wie auch Apple oder mittlerweile auch Microsoft (zumindest in Teilen) Hard- und Software aus einer Hand. Doch das Konzept der Kanadier ging irgendwann nicht mehr auf. Statt Tasten wünschten sich die Nutzer große Bildschirme und bei der Plattform stand weniger die sichere Kommunikation als vielmehr ein weitreichendes App-Angebot im Zentrum des Interesses.

Nun kommt also die sehr verspätete Reaktion auf diese Nutzerwünsche – der Hersteller wechselt mit dem Priv zu Android.

Dabei gibt er sich auf den ersten Blick nur wenig Mühe, denn wer ein Android im Blackberry-Antlitz erwartet hätte, wird wohl enttäuscht sein: Auf dem Priv wird Googles Vanilla-ROM in der Version 5.1 installiert. Dennoch ist die Software neben der Tastatur das zweite große Alleinstellungsmerkmal.

So kann aus der rechten Seite – was altgediente Blackberry-Nutzer etwas verwirren könnte, denn hier ist es genau anders herum – der Blackberry Hub herausgezogen werden, der sämtliche Entwicklungen, die mit den Anwendungen des Herstellers verbunden sind, auf einen Blick präsentiert. Auf einem der Heimbildschirme finden sich eine ganze Reihe weiterer Dienste, mit denen das Priv im Arbeitsalltag seinen Konkurrenten eine Nasenlänge voraus sein soll.

Es gibt allerdings eine Stelle, an der sich Blackberry vom Android-Standard trennt – und das ist die Tastatur. Die auf dem Priv standardmäßig angezeigten Software-Tasten greifen die Optik der klassischen Blackberry-Tastaturen auf und gefallen darüber hinaus mit einer sehr guten Reaktion und nicht zuletzt einer leichten Vibration bei Tastendruck. Manch einer wird sich allerdings daran stören, dass die Tastatur keine Eingaben durch Wischen – neudeutsch Swypen – unterstützt.

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