Alpenföhn Olymp: Von den Göttern gesandt?

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Satte 340 Watt TDP soll Alpenföhns neuer Olymp abführen können – so behauptet es zumindest ein Aufdruck auf der Verpackung des massiven und 16,5 cm hohen Dual-Tower-Kühlers, der als neues Spitzenmodell des Herstellers antritt, heute offiziell veröffentlicht wird und für rund 80 Euro (Herstellerangabe) an den Start gehen soll.

Fairerweise wird auf der Homepage angegeben, dass es sich bei der Leistungsangabe um Resultate auf einer Heizplatte handelt. Wie es auf einer Sockel-2011-CPU aussieht, zeigt unser Test.

Aber erstmal die technischen Daten des CPU-Kühlers im Überblick:

Abgesehen vom nötigen Montagezubehör legt Alpenföhn dem Olymp ein drittes Paar Lüfterhalteklammern und drei Adapter bei, mit denen sich jeweils einer der 4-Pin-Lüfter wahlweise auch an einem 4-Pin-Molexstecker vom Netzteil anschließen lässt. Zwei dieser Adapter regulieren zusätzlich die Betriebsspannung (und damit auch die Lüfterdrehzahl) auf sieben Volt, sollten keine PWM-Anschlüsse in ausreichender Zahl bereitstehen.

Mit Blick auf den eigentlichen Heatsink zeigt sich, dass es sich beim Olymp um den deutlich größeren Bruder des unlängst vorgestellten Atlas handelt – allerdings mit mehr Kühlfläche und Heatpipes sowie größeren Lüftern. Während der Atlas vor allem für die Kühlung von High-End-CPUs auf ITX-Mainboards konzipiert wurde, tritt der Olymp im Bereich der leistungsstärksten Luftkühler für ausgewachsene  Systeme an.

Einschließlich beider Lüfter misst der Kühlkoloss stolze 16,5 x  15 x 15,1 cm (H x B x T) bei einem Gewicht von 1170 g (Heatsink ohne Lüfter: 16,5 x 15 x 12,5 cm, 874 g) und bietet pro Kühlturm 46 Aluminiumkühllamellen mit einer Materialstärke von 0,4 mm, die in einem Abstand von jeweils zwei Millimetern zueinander angeordnet sind.

Das Erscheinungsbild wird durch eine sehr charakteristische Formgebung dominiert: Die einzelnen Kühllamellen wurden an den Enden zu den Seiten und Außenflächen hin heruntergebogen, darüber hinaus hat der Hersteller für zahlreiche weitere Biegungen und Kanten im Finnen-Design gesorgt, um, möglichst viele erwünschte Luftverwirbelungen zu erzeugen.

Der Aufbau soll dafür sorgen, dass der Strom der vom vorderen Kühlturm kommenden, warmen Luft zum Teil am hinteren Tower vorbeigeführt wird, um diesen nicht unnötig zusätzlich aufzuheizen.

Die untersten sechs Lamellen enden früher als die darüberliegenden, damit der ausladende Kühler kompatibel zu Kühlkörpern im Spannungswandlerbereich nahe des CPU-Sockels auf dem Mainboard bleibt.

Alpenföhn gibt an, mit dem Olymp “Nahezu 100% Ram-Kompatibilität auf Intel basierten Boardlayouts” (Zitat von der Homepage) bieten zu können. Zu diesem Zweck wurde der Kühlblock asymmetrisch konzipiert. Dadurch wird er bei der Montage so auf dem CPU-Sockel platziert, dass der weniger weit abstehende Kühlturm zur Vorderkante des Mainboards zeigt.

Für einen gewissen Hinguck-Faktor im fertig zusammengebauten System sorgen die leicht spiegelnden, polierten Top-Finnen mit Herstellerschriftzug in Kombination mit den vernickelten Heatpipes.

Von letzteren stehen insgesamt sechs Exemplare im 6-mm-Format zur Verfügung, die allesamt im direkten Strom des Lüfters liegen und rückstandsfrei in die Bodenplatte eingelassen wurden, von der aus sie in Zweiergruppen nach oben geführt werden.

Die Kontaktfläche zur CPU hat Alpenföhn auf Hochglanz poliert, die Form ist leicht konvex und sollte somit gerade auf Systemen mit Intels Mainstream-Sockeln der 115X-Reihe für eine Performance-Verbesserung gegenüber einer planen Fläche sorgen.

Lüfter

Alpenföhn liefert den Kühler mit zwei der eigenen Wingboost-2-Lüfter im 14-cm-Format aus, die mit 300 bis 1400 U/min arbeiten. Für eine leichte Entkopplung sorgt der komplette Überzug des Lüferrahmens mit einer Gummierung.

Der Hersteller verspricht, durch das geschwungene Design der Rotorblätter einen höheren statischen Druck bereitstellen zu können als konkurrierende Modelle. Beide Lüfter werden mit den üblichen Drahthalteklammern am Olymp befestigt. Bei der Montage der Lüfter erweist sich diese gewählte Methode gerade beim mittleren Lüfter zwischen den Kühltürmen aber als etwas hakelig.

Als kleine Besonderheit bringen beide Lüfter einen integrierten Y-Adapter mit: Dadurch lassen sich beide Lüfter (oder auf Wunsch auch ein dritter) zusammenschließen und parallel über ein und denselben PWM-Anschluss auf dem Mainboard regeln.

Montage und Kompatibilität

Auf Mainboards mit Intels Mainstream-Sockel 115X sowie bei AMD-Sockeln setzt Alpenföhn angesichts des Kühlergewichts auf eine Universal-Backplate. Diese wird zunächst in den sockelspezifischen Öffnungen mit Schrauben bestückt, selbige anschließend mit Plastikschuhen gegen Abrutschen gekontert. Von der Vorderseite werden Abstandshalter aufgeschraubt, Halteklammern für den Kühler übergesteckt und anschließend ebenfalls fest verschraubt.

Statt der normalen Thumbscrews zur Halteklammerverschraubung können auf einer Seite aber auch die sogenannten Shock Killer Poles angebracht werden. Diese sollen beim Transport dafür sorgen, dass der über ein Kilogramm schwere Kühler weniger stark auf der Sockel und die CPU wirkt und somit dem Schutz der etwas empfindlicheren Skylake-CPUs für den Sockel 1151 dienen.

Dank entsprechender Öffnungen in den Kühlfinnen kann der Olymp auf diese aufgesteckt werden – eine gesonderte Bedienungsanleitung dazu lag unserem Testexemplar nicht bei, im Bedarfsfall reicht hier aber auch ein Blick auf die Hersteller-Homepage.

Speicher ohne Heatspreader passt unter einen leicht über die Kühleroberseite hinausragenden Frontlüfter, der im montierten Zustand alle Slots überdeckt. Je höher ein eventueller Heatspreader ist, desto höher muss jedoch auch der Lüfter angebracht werden.

Eine alternative Möglichkeit ist es, den Alpenföhn mit nur einem Lüfter in der Mitte zu betreiben. Dann ragt er nur bis zum ersten Einschub und es passt in jedem Fall 4,6 cm hoher Speicher selbst in den der CPU am nächsten gelegenen Steckplatz: Fällt der Heatspreader auf den Speicherchips schlank aus, passen sogar beliebig hohe Riegel.

Auf Sockel-2011-Mainboards mit acht RAM-Slots werden die ersten beiden Einschübe an der Rückseite des CPU-Sockels überdeckt, hier passt also nur Speicher mit sehr niedrigen oder gar keinen Heatspreadern. Der Heatsink selbst lässt die vorderen Slots frei – nur bei dualer Lüfterbestückung werden hier alle vier überragt. Wie hoch RAM und Heatspreader dann sein dürften, hängt davon ab, welche Montagehöhe für den Lüfter gewählt wird. Alternativ lässt sich der Dual-Tower-Kühler natürlich auch mit nur einem Lüfter in der Mitte betreiben.

Auf beiden Sockeln verfügt der Alpenföhn nach der Montage über keinen sehr hohen Anpressdruck: Das kostet etwas Leistung, aber schont gegebenenfalls die darunterliegende CPU.

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