Monat: Januar 2016

Die Netzteilhersteller schmeißen mit jeder neuen Generation höhere Wattzahlen auf den Markt. Das macht sich in Broschüren und an den Verkaufsstellen vielleicht ganz gut, die meisten User haben von Leistungen jenseits von 1000 Watt aber keinen Vorteil.

Ganz im Gegenteil: Sie investieren erst mehr Geld, um dann das Netzteil die meiste Zeit in einem Leistungsbereich zu betreiben, wo der ach so hohe Wirkungsgrad signifikant einbricht.

Für die meisten PC-Systeme – auch für ausgewiesene Gaming-Maschinen – reicht ein Netzteil aus dem mittleren Leistungsbereich völlig aus. Um die 500 Watt Leistung sind für einen Großteil der Systeme optimal ausgelegt, was maximale Leistung, aber auch den Wirkungsgrad im Idle-Bereich betrifft.

Eine hohe Effizienz kann aber sicherlich auch nicht schaden. Daher haben wir für dieses Roundup vier Netzteile mit Wattzahlen zwischen 450 und 550 Watt getestet, von denen drei der Gold- und eins der Platinum-Effizienzklasse angehören.

Netzteile mit mittlerer Leistung und hoher Effizienz bieten meist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. So gibt es das günstigste Modell in diesem Roundup, das 500 Watt starke Silverstone SST-SX500-LG, stellenweise schon für weniger als 80 Euro. Dabei ist es das einzige Netzteil im Test, das im kompakten SFX-L-Format daherkommt.

Auch die Geräte von EVGA und Seasonic – wie das Silverstone mit dem 80 Plus Gold-Label bedacht – kosten online nicht viel mehr. Das EVGA Supernova 550 GS, mit 550 Watt mit das stärkste Netzteil in diesem Test, geht für knapp 95 Euro über die virtuelle Ladentheke. Für das 450 Watt-Netzteil Seasonic G-Series G-450 ist mit knapp 90 Euro marginal weniger fällig.

Das einzige Netzteil dieses Roundups mit Platinum-Einstufung, das Enermax Digifanless 550W, spielt preislich indes in einer anderen Liga: Mindestens 200 Euro muss investieren, wer das geräuschlose, 550 Watt starke Platinum-Netzteil sein Eigen nennen will – ein signifikanter Aufpreis gegenüber der Konkurrenz. Sind das der höhere Wirkungsgrad und die himmlische Ruhe Wert? Wir werden sehen.

Zubehör für mobile Geräte gibt es wie Sand am Meer: Kabel, Hüllen, Folien, Headsets, Tastaturen – die Liste lässt sich beliebig erweitern. Ein Teil der angebotenen Produkte funktioniert nur mit Geräten desselben Herstellers, viele andere lassen sich an quasi jedem mobilen Device nutzen. Letzteres gilt auch für die beiden jüngsten Accessories aus dem Hause LG – eine Falttastatur namens Rolly und das Sport-Headset Tone Active, beides auf Bluetooth-Basis. Wir haben die beiden einige Tage ausprobiert.

Schauen wir uns zunächst das Rolly Keyboard an. Unser Testgerät basiert noch auf dem englischen Tasten-Layout, für die deutschsprachigen Länder hält der Hersteller aber natürlich Versionen mit den entsprechenden Umlauten und Sonderzeichen bereit. Wo LG die allerdings noch sinnvoll unterbringen will, bleibt uns aktuell noch ein Rätsel.


Das Rolly-Keyboard von LG vereint zwei wichtige Aspekte. Es lässt sich sehr kompakt zusammenrollen und besitzt dennoch mechanische Tasten mit einem Hub, wie man ihn von modernen Chiclet-Tastaturen her kennt. Laut Hersteller gibt es diese Kombination bisher nur von LG. Tatsächlich fällt das Rolly Keyboard im zusammengefalteten Zustand mit 26 x 2,5 x 2,5 Zentimetern sehr kompakt aus und passt locker in die allermeisten Handtaschen, Rücksäcke und Aktenkoffer rein. Das Gewicht von knapp 160 Gramm bewegt sich zudem in einem akzeptablen Rahmen.

Die Verarbeitung der Kunststoff-Tastatur geht völlig in Ordnung. Zwar klappert und knarzt die Rolly-Tastatur ein wenig, wenn man sie im geschlossenen Zustand in der Hand hält. Das ist aber nicht weiter tragisch, zumal der Rollmechanismus sehr gut funktioniert.

Die Tastatur ist quer in fünf Segmente unterteilt, wobei das oberste ein dickerer Kern ist, um den sich die anderen Segmente beim Zusammenrollen herumwickeln. Ein Magnet hält das kompakte Paket dann zusammen. Der massive Kern beinhaltet zudem ausklappbare Halterungen für Smartphone oder Tablet, beherbergt eine AA-Batterie und das Bluetooth-Modul sitzt ebenfalls dort.

Zum Testzeitpunkt war die deutsche Version noch nicht im Handel verfügbar, die UVP dürfte aber bei rund 120 Euro liegen. Erste Händler listen die Tastatur bereits für unter 90 Euro, einen Liefertermin können sie aber bis dato nicht nennen.

Zu großer Abstand zwischen den Tastenreihen

Nach der kinderleichten Inbetriebnahme – die Tastatur muss weder eingeschaltet noch in einen Pairing-Modus versetzt werden – kann es also losgehen mit dem Tippen. Zwei Geräte können mit der Tastatur gekoppelt werden. Sobald sie auseinandergerollt wird, verbindet sie sich automatisch und ist binnen weniger Sekunden einsatzbereit.

LG setzt funktechnisch auf Bluetooth 3.0, ein doch schon recht alter Standard. Mit Version 4.0 würde die Batterie in der Tastatur vielleicht länger halten als die vom Hersteller angegebenen drei Monate. Eine blaue LED am linken Rand des Kerns informiert über den Betriebszustand der Tastatur.

Die ausklappbaren Ständer eignen sich nur für Tablets und große Smartphones, die zudem lediglich im Querformat eingestellt werden können. Smartphones sind im Hochformat zu schmal, Tablets zu schwer – sie bringen die Gesamtkonstruktion zum Kippen. Zu dünn dürfen die Geräte zudem auch nicht sein: Die ultraflachen Tablets der Sony Xperia-Z-Reihe etwa rutschen aus den Halterungen heraus.

Mit ca. 14 Millimetern sind die Tasten des LG Rolly noch ausreichend groß, der horizontale Abstand zwischen den Tasten beträgt angenehme drei Millimeter. Auch Hub und Druckpunkt sind für eine faltbare Tastatur mehr als okay. Gute Voraussetzungen für schnelles Tippen … wenn da nicht der große vertikale Abstand zwischen den Tastenreigen wäre.

Dieser ist erforderlich, damit sich die Segmente der Tastatur beim Zusammenfalten an den Kern “anschmiegen” können. Zehn-Finger-Tipper werden sich an diesem Abstand allerdings anfangs stören, da die Finger doch immer wieder die falschen Tasten oder gleich zwei treffen, weil der Abstand einfach nicht stimmt. Es dauert tatsächlich einige Tage, bis man sich daran gewöhnt hat.

Dass man für die Eingabe von Zahlen die Funktionstaste bemühen muss, geht da schon schneller in Fleisch und Blut über und ist – gerade bei einer so kompakten Tastatur – auch nicht anders zu lösen. Nach ein paar Tagen konnten wir schon recht flott mit dem Rolly Keyboard tippen. Wichtig ist dabei aber eine feste Unterlage, denn aufgrund der flexiblen Lamellen klappt das Schreiben auf den Oberschenkeln nur sehr eingeschränkt. Dadurch, dass die Tastatur sehr flach ist und plan auf dem Schreibtisch liegt, ermüden auch die Hände früher als bei einem Modell mit “Füßchen”.

Kritik verdient allerdings die Anordnung der Cursor-Tasten: Drei davon befinden sich nebeneinander in der untersten Tastenreihe, die vierte in der Reihe drüber – blind lassen sich diese Tasten so kaum bedienen.

Wer unterwegs eine ordentliche Tastatur mit mechanischen Tasten braucht, die zudem kaum Platz beim Transport einnehmen soll, ist mit dem LG Rolly Keyboard vielleicht ganz gut bedient. Über das ein oder andere Manko muss man dann aber hinwegsehen und auch der Preis ist eine nicht unerhebliche Hürde.

Die in ihren Ursprüngen bis ins Schweden des vorigen Jahrtausends zurückreichende DreamHack hat sich mittlerweile zu einem Event von kontinentalem Rang gemausert. Das weltweit größte eSports-Festival zieht in verschiedenen europäischen Metropolen, darunter Stockholm, London, Valencia oder Tours, jährlich insgesamt über 100.000 Besucher an.

Erstmals fand die Veranstaltung, die sich selbst als Gaming-Festival mit umfassendem Entertainment-Charakter versteht und über den Rahmen einer reinen eSports-Veranstaltung sowie einer LAN-Party hinausgeht, am vergangenen Wochenende in Leipzig statt, das bereits bis einschließlich 2008 die überaus erfolgreiche Games Convention in ihren Messehallen beherbergen durfte, bevor dieses Event auf Betreiben der Gaming-Industrie nach Köln umgesiedelt und in Gamescom umbenannt wurde.

Dass es überhaupt zur Leipziger Dreamhack kam, ist zum größten Teil Schenker Technologies zu verdanken, die mit der Gaming-Notebook- und Gaming-PC-Marke XMG nicht nur als einer der Hauptsponsoren auftraten, sondern gleichzeitig auch Anstoßgeber für die Idee waren, die DreamHack nach Leipzig zu bringen. Eindeutiger Standortvorteil für die Schenker-Mitarbeiter: Das Messegelände ist vom Bürogebäude aus fußläufig erreichbar.

Das erste, vom 22. bis zum 24. Januar 2016 angesetzte DreamHack-Event in Deutschland wurde auf Anhieb zum augenscheinlichen Erfolg. Es konnten insgesamt über 12.000 Besucher begrüßt werden. Dabei wirkte die Halle 5 auf dem Leipziger Messegelände mitunter vor allem im Hinblick auf die Tribünen, auf denen live während der Auseinandersetzung von eSports-Profis mitgefiebert werden konnte, während der Top-Matches schon fast ein wenig zu klein.

Auch der abgetrennte LAN-Party-Bereich war mit knapp über 1000 Teilnehmern schnell vollständig ausgebucht: Damit avancierte die DreamHack gleich beim ersten Mal zur größten deutschen Veranstaltung dieser Art. Wer wollte, konnte ganze 56 Stunden durchspielen und zumindest den Augenringen einiger Teilnehmer nach zu urteilen wurden von dieser Möglichkeit durchaus auch Gebrauch gemacht.

Mit der GeForce GTX 980 Ti iChill X3 Ultra DHS setzt inno3D noch einen auf bereits getestete inno3D GeForce GTX 980 Ti iChill X3 Airboss Ultra drauf: Sie bietet ab Werk bereits einen höheren Basistakt und ein großzügigeres Power Target von 300 statt 260 Watt. Außerdem spendiert inno3D diesmal noch einige Dreingaben, wie ein XL-Mousepad und bunte Blenden, über die wir gleich noch sprechen werden.

Ansonsten unterscheidet sich die Karte nicht vom Vorgängermodell X3 Airboss Ultra, sondern soll laut Hersteller eine (zeitlich befristete) DHS-Edition sein, mit der man das Portfolio nach oben abrunden möchte.

Der Herkulez-Kühler ist vergleichsweise modular aufgebaut: Bis hin zu den Lüftermodulen lassen sich jede Menge Teile abnehmen, um den Kühler später bei Bedarf entspannt und effizient säubern zu können.

Das kommt dann natürlich auch dem Spielmatz im Gamer entgegen, der die zwei aufgesetzten Teile des Covers nun abnehmen und gegen welche mit anderen Farben (Rot, Weiß) austauschen kann Oder man lackiert sich ein Paar einfach selbst um, z.B. Gelb oder Grün.

Die direkten Mitbewerber und die Referenzkarte haben wir noch einmal kurz in tabellarischer Form zusammengefasst:

Radeon
R9 290X
(Referenz)
GeForce
GTX 980
(Referenz)
GeForce
GTX 980 Ti
(Referenz)
inno3D GeForce
GTX 980 Ti iChill
X3 Ultra DHS
GeForce
GTX Titan X
(Referenz)
Shader-Einheiten: 2816 2048 2816 2816 3072
ROPs: 64 64 96 96
96
Speichergröße: 4 GByte 4 GByte 6 GByte 6 GByte 12 GByte
Speicherinterface: 512 Bit 256 Bit 384 Bit 384 Bit
384 Bit
GPU-Takt: 1000 MHz 1126 MHz+ 1000 MHz+ 1216 MHz+
1000 MHz+
Speicher-Takt: 1250 MHz 1750 MHz 1750 MHz 1800 MHz
1750 MHz

Die Karte im Detail

Technische Daten: inno3D GeForce GTX 980 Ti iChill X3 Ultra DHS
Boost-Takt: ab Werk: 1405-1418 MHz (1317 MHz als Mindestvorgabe)
max. stabile Übertaktung: 1482 MHz
Speichertakt: ab Werk: 1823 MHz
max. stabile Übertaktung: 1850 MHz
Kühler: inno3D Herculez
2x 8 mm Heatpipe + 3x 6 mm Heatpipe (vernickelt)
118 vertikale Lamellen, drei Axiallüfter, Semi-Passiv-Betrieb
schwarze Backplate mit kleinen Luftöffnungen ohne Kühlfunktion
Anschlüsse: 1x DVI-I (+ analoges Signal), 1x HDMI, 3x DisplayPort
Stromversorgung: 6+2 Phasen-Design
1x 8 Pin + 1x 6-pin PCI-Express
Gemessene
Leistungsaufnahme:
16 Watt (Idle)
284 Watt (Gaming)
296 Watt (Stresstest)
Einbaumaße (LxHxT): 29,9 x 11,5 x 4,2 cm + 0,5 cm Backplate
benötigt drei Slots
Gewicht: ca. 1,2 kg
Pro: – relativ leise beim Gaming in Anbetracht der Abwärme
– kaum Spannungswandlergeräusche (“Spulenfiepen”)
– relativ schnell
Kontra: – relativ schwer
– zu heiße Spannungswandler
– Boost-Takt kann nicht konstant gehalten werden
Preis: ca. 749 Euro

Das Platinen-Layout mit den insgesamt acht Phasen (6+2) ist nicht neu, zeigt sich aber gewohnt aufgeräumt und solide. Ordentliche Feststoffkondensatoren (Solid Caps) sorgen vor allem am PCI-Express-Anschluss für eine leichte Reduzierung der Spannungspitzen, auch wenn das Problem damit nicht wirklich gelöst wurde.

Die Backplate ist massiv und trägt ihren Teil zur Stabilisierung der recht schweren Grafikkarte bei – für die Kühlung ist sie leider unnütz. Mit etwas Geschick und passendem Werkzeug haben wir die Backplate für unsere Messungen abgenommen, ohne den Kühler von der GPU zu lösen und den oberhalb liegenden Montage-Frame des Kühlers mittels passender Unterlegscheiben temporär fest verschraubt.

Die Oberseite ist geprägt durch die 8- und 6-Pin-PCIe-Anschlüsse. Zusätzlich dazu gibt es nunmehr das Airboss-Label erster Klasse in Blech.

Die insgesamt fünf Heatpipes (2x 8 mm, 3x 6 mm) münden in einem sehr massiven Heatsink, wobei die Spannungswandler (leider) in einer separaten, durchaus großflächigen Kühllösung gefangen bleiben, die nicht mit Heatsink oder restlichem Kühlkörper verbunden ist. Auch darüber wird noch zu sprechen sein, wenn es im die Infrarotmessungen geht.

Das Slot-Panel bietet die gewohnten Anschlüsse: Neben dem Dual-Link DVI-I mit durchgeschleiftem analogen Signal finden sich noch vier Anschlüsse, die bei UHD bis zu 60 Hz unterstützen – drei mal DisplayPort und einmal HDMI 2.0.

Lange hat es gedauert, bis Apple seine iPad-Serie um ein drittes Modell erweitert hat. Im vierten Quartal 2015 war es dann soweit: Das iPad Pro kam auf den Markt … und in unsere Redaktion. Und obwohl die Eckdaten im Vorfeld schon lange bekannt waren, hat uns die schiere Größe des neuesten iPads doch überrascht. In dem Karton vermutet man eher ein Notebook denn ein Tablet.

Dabei klingt eine Diagonale von 12,9 Zoll gar nicht so riesig. Den Unterschied macht das Seitenverhältnis. Denn auch beim bis dato größten iPad setzt Apple wieder auf eine 4:3-Darstellung, was dazu führt, dass jedes aktuelle 13,3-Zoll-Notebook kompakter wirkt als das iPad Pro. Aber dazu und zum Gehäuse an sich kommen wir im Verlauf des Artikels noch ausführlicher zu sprechen.

Welche Besonderheiten – abgesehen von der Größe – bietet das Apple iPad Pro sonst noch? Wieder einmal hält ein neuer Apple-Chip Einzug in die jüngste iPad-Generation. Der A9X soll laut Hersteller etwa die doppelte Leistung bringen wie sein Vorgänger namens A8X – und das trotz eines Rechenkerns weniger. Apple sieht die Performance des A9X gar auf Notebook-Niveau. Ähnliches gilt für die aktuell schnellste GPU, die je in einem iOS-Device verbaut wurde.


Beim Äußeren bleibt sich Apple treu. Das iPad Pro sieht aus wie die anderen aktuellen iPads auch. Das gilt ebenso für die möglichen Farboptionen: Space-Grau, Silber und Gold stehen auch beim 12,9-zölligen iPad Pro zur Auswahl.

Die Modellvarianten sind dennoch deutlich überschaubarer als bei den anderen Apple-Tablets: So gibt es nur ein 32-GByte-Modell mit WLAN für 910 Euro und je ein 128-GByte-Modell mit WLAN (1090 Euro) bzw. WLAN und LTE. Dieses Topmodell kostet dann schlappe 1240 Euro. Das sind Preisregionen, die man eher von Notebooks als von Tablets kennt. 3D Touch gibt es im Übrigen auch im neusten Tablet aus Cupertino nicht; diese Technik bleibt bis auf Weiteres den iPhones vorbehalten.

Zusammen mit dem 128-GByte-Modell mit LTE-Modul haben wir auch die zweite Neuerung im Apple-Portfolio für unseren Test geordert: Den Apple Pencil, also den ersten Eingabestift aus Cupertino – und mit einem Preis von 110 Euro ebenfalls kein Schnäppchen.

Das Testen von Wärmeleitpasten ist immer so eine Sache, denn die theoretische Angabe der Wärmeleitfähigkeit in W/(m*K) ist zwar gut fürs Marketing, aber im täglichen Einsatz noch lange nicht alles. Außerdem sollte man nie den Fehler machen, den Anteil einer Wärmeleitpaste am Gesamtkühlkonzept sowohl zu unter- als auch zu überschätzen.

Cooler Master, das sich neuerdings gern auch schon mal als “The Maker Company” bezeichnet, lässt es genau in diesem Sinne schon bei der Namensgebung richtig krachen: ‘Mastergel Maker Nano’ ist schon ein Brocken.

Auch der Preis von unter 10 Euro für eine 4g-Tube ist natürlich eine Ansage – zumal die nichtleitende Paste eigentlich alle Eigenschaften mitbringt, um sich am Markt gut zu etablieren. Eigentlich löst sie ja die wirklich gute Extreme Fusion X1 ab, die nicht mehr am Markt erhältlich ist.

Als Zugabe erhält man neben der Tube mit der Paste noch einen Spatel aus Kunststoff und ein in Folie verpacktes Reinigungstuch mit aufgedruckten Sicherheitshinweisen auf der Verpackung. Da der Hauptbestandteil Isopropylakohol sein dürfte, würden wir ein Verschlucken auch nicht empfehlen.

Die Paste besitzt eine mittlere Viskosität, was sie zumindest bei Raumtemperaturen unter 25°C recht zäh macht. Das Aufstreichen mit dem Spatel ist aus unserer Sicht hierfür eine kaum geeignete Methode, um wirklich optimale und vor allem auch reproduzierbare Resultate zu erzielen, da die aufgetragene Schicht IMMER viel zu dick wird oder aufreißt, was ärgerliche Lufteinschlüsse zur Folge haben kann.

Das Testszenario und die verwendeten Komponenten nutzen wir einheitlich seit 2013, wie man es in unserer Kaufberatung (siehe oben unter “Wichtige Links”) immer wieder nachlesen kann. Durch diese konstante genutzte und unverändert belassene Testanordnung konnten wir einer der größten, zusammengefassten Übersichten in Sachen Wärmeleitpaste erstellen, die auch heute noch ihre Gültigkeit besitzt.

Insgesamt vier sehr unterschiedliche Testanordnungen sorgen dabei für einen detaiilierteren Überblick und die bessere Vergleichbarkeit für den konkreten Anwendungsfall eines jeden Nutzers.

Neben den stärker in Mode kommenden (Kompakt-)Wasserkühlungen, den Luftkühlern mit einer soliden Befestigung und den daraus resultierenden hohen Anpressdrücken des Kühlerbodens auf den Heatspreader sowie den “billigen” Budget-Kühlern mit einfachen Klemmbefestigungen und etwas weniger Anpressdruck (z.B. Push-Pins) testen wir auch die Eignung im Hochtemperaturbereich der Grafikkarten, bei denen der Chip ohne Heatspreader auskommen muss und somit eine komplett andere Oberflächenstruktur besitzt.

Wir geben alle Werte in ΔT an, also dem Abstand zur konstant gehaltenen Raumtemperatur von 22 °C. Wenn wir also beispielsweise bei der GPU-Temperatur von einem ΔT von 38°C sprechen, sind es am GPU-Sensor als Absolutwert logischerweise 60 °C.

Um wirklich einheitliche und optimale Ergebnisse zu erreichen, die allen Pasten in gleichem Maße gerecht werden, wärmen wir die Pasten mit mittlerer und höherer Viskosität vor dem Einsatz je nach Konsistenz auf 40 bis 60°C auf. Die heiße Paste wird dann als linsenförmiger Klecks in die Mitte der CPU bzw. GPU aufgebracht und der Kühler diagonal alternierend festgezogen. Nach dem Aufwärmen der jeweiligen Plattform werden die Befestigungen nochmals überprüft und der Anpressdruck nach dem finalen Verteilen nochmals korrigiert.

Wir weisen darauf hin, dass alle Messungen nach einem 4- bis 8-stündigen Burn-In-Prozess und einem zwischenzeitlichen Abkühlen erfolgten, weil sich die Performance der Pasten erfahrungsgemäß noch einmal während des längeren Betriebes ändern kann.

Technische Daten und Überlick

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Eckdaten, bevor wir uns an die Einzeltests und Vergleiche machen:

Cooler Master Mastergel Maker Nano
Wärmeleitfähigkeit: 11 W/(m*K)
CPU Water Cooling, High Pressure:
31,7 ΔT (22 °C ambient)
CPU Air Cooling, High Pressure:
35,5 ΔT (22 °C ambient)
CPU Air Cooling, Low Pressure:
36,3 ΔT (22 °C ambient)
GPU Cooling: 65,0 ΔT (22 °C ambient)
Elektrisch leitend:
Nein
Viskosität:
4 (1-10, weniger ist besser zu handhaben)
Anwendungssicherheit: 6 (1-10, höher ist besser zu handhaben)
Anwendungshinweise:
Diese Paste kann einfacher verarbeitet werden, wenn man sie zuvor vorsichtig auf ca. 50-60 °C erhitzt (z.B. Heizung, IR-Licht, dichter Beutel im Warmwasserbad)
Preis (Geizhals):
ab ca. 10 Euro

Wer einen schnellen Monitor zum Spielen sucht, landet bis dato meist bei einem Modell mit TN-Panel, da diese technisch bedingt die kürzesten Reaktionszeiten bieten. Damit geht allerdings auch eine meist schwache Blickwinkelstabilität einher – gerade bei großen Monitoren kann sich das schon in der frontalen Sitzposition negativ auswirken. Auch die Farbwiedergabe liegt oft nicht auf hohem Niveau. Als Allrounder taugen diese Game-Spezialisten daher meist weniger.

Mittlerweile satteln die ersten Hersteller neue Pferde für ihre Gamer-Kundschaft. 27 Zoll große Bildschirme sollen mehr Platz für die Spielinhalte bieten. Die vermeintlich langsame IPS-Technik wiederum soll für stabile Blickwinkel und natürliche Farben sorgen. In diesem Roundup treten vier Monitore an, die allesamt drei Kriterien erfüllen: Sie besitzen ein 27 Zoll großes Panel, es kommt IPS-Technik zum Einsatz und die Hersteller weisen die Geräte als Gaming-tauglich aus.

Leider sind nur drei Hersteller unserer Bitte nach einem Testgerät nachgekommen: Acer, Asus und LG. Da aber Asus gleich zwei passende Modelle im Programm hat, dürfen die Taiwaner ausnahmsweise mit beiden Monitoren teilnehmen. Somit setzt sich das Testfeld aus den folgenden Probanden zusammen: Von Acer stammt der Predator XB270HUbprz, der online ab rund 700 Euro gehandelt wird. Asus steuert die Modelle MG279Q (ab 591 Euro) und VC279H (ab 240 Euro) bei. Die Preise für den LG 27MU67-B beginnen bei rund 518 Euro.

Wir möchten an dieser Stelle auf die aktuellen Updates zum Thema und die Systemkonfiguration verweisen, die sich am Ende dieses Kurztests befinden.

Diese Art von Lesermeldungen in den verschiedensten Foren waren Grund genug, die gemeldeten Symptome wie zu heiße Grafikkarten, die sogar im Idle nach einer gewissen Zeit vom passiven in den aktiven Modus wechseln, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Zunächst folgten wir den Hinweisen, dass dieses sehr abweichende Verhalten bereits im MSI Afterburner nachzuvollziehen sei.

Als erster Treiber, der ein derartiges Verhalten zeigt, wurde uns der GeForce 358.87 Hotfix-Treiber benannt. Wir haben noch einen kleinen Abstand zwischen den Versionen hinzugenommen und testen deshalb sowohl den GeForce 355.65, als auch den aktuellen GeForce 361.43.

Um weitere Einflüsse ausschließen zu können, nutzen wir einen absolut unverdächtigen Full-HD-Monitor mit 60 Hz Bildwiederholfrequenz und verzichten im Treiber auf alle Kinkerlitzchen wie Downsampling & Co. Einfach Out-of-the-Box und los geht’s.

Wie zu erwarten zeigt der Afterburner bei der Leistungsaufnahme mit dem alten Treiber zunächst moderate acht Prozent der TDP an (Monitorzeile “Power”):

Nach dem Treiberwechsel auf den GeForce 361.43 stehen nun an gleicher Stelle urplötzlich 13 Prozent. Wir haben dieses Verhalten auf drei verschiedenen Systemen mit neu aufgesetztem Betriebssystem und Treiber zu 100 Prozent reproduzieren können:

Wir messen selbst nach

Soweit, so ärgerlich. Doch was bedeutet das für den Anwender in realen Wattzahlen bei der Leistungsaufnahme? Zumal auch die von uns für den Test genutzte MSI GTX 980 Ti Gaming 6G im Idle nach einer Weile fröhlich die Lüfter anwarf. Takt und Spannungen waren übrigens bei beiden Treiberversionen identisch und auch die GPU-Last lag fast auschließlich bei null Prozent.

  Minimum Maximum Average
Treiberversion: 355.65
361.43
355.65 361.43 355.65 361.43
PCIe gesamt: 0 Watt 5 Watt 25 Watt 30 Watt 11 Watt 16 Watt
Mainboard 3.3V: 0 Watt 1 Watt 1 Watt 2 Watt 0 Watt 1 Watt
Mainboard 12V: 0 Watt 2 Watt 13 Watt 18 Watt 2 Watt 10 Watt
Grafikarte gesamt:
0 Watt 13 Watt 30 Watt 47 Watt 13 Watt
27 Watt

Betrachten wir nun im Detail, wie sich dies als Kurven in den Einzemessungen darstellt. Zunächst der alte, deutlich sparsamere Treiber:

Beim aktuellen Treiber sieht man den gestigenen Leistungsbedarf sehr deutlich, der zudem bei unserer Karte sowohl auf der 12-Volt-Schiene des Mainboards als auch am externen Versorgungsanschluss auftrat:

Vorläufiges Fazit und mögliche Erklärungen

Wir wollten natürlich auch wissen, ob noch andere, auch deutlich kleinere Karten davon betroffen sind. Und siehe da – auch die Leistungsaufnahme einer MSI GTX 950 Gaming 2G steigt von ehemals knapp acht Watt auf nunmehr immerhin 11 Watt.

Ist des einen Leid das anderen Freud? Der von uns angesprochene Hotfix-Treiber steht vor allem auch für Behebung der bekannten G-Sync-Probleme (Vollbild-/Fenstermodus). Vereinzelt meldeten Nutzer auch bessere Performance bei reinen Rechenanwendungen bzw. beim Rendering, was wir aber in dieser Form so pauschal nicht reproduzieren konnten und bei Anwendungen wie Iray auch auf allgemeine Treiberoptimierungen zurückzuführen sein könnte.

Updates

16.01.2016, 09:00 Uhr

Manuel Guzman (Nvidia Customer Care, GeForce Forum) hat uns mittlerweile bestätigt, dass es sich um ein real existierendes Problem auf X99-Platformen handelt:

Thank you for the feedback. We have been able to confirm also this only happens on X99 also and it explains why we were not able to reproduce this behavior in the past. We have a repro now and are investigating this issue.

15.01.2016, 12:30 Uhr

Wir kommen der Sache mittlerweile schon etwas näher. Wir hatten gestern ein spezielles Image präpariert, das wir repräsentativ auf drei verschiedenen Plattformen nutzen konnten.

Zum Einsatz kamen als Plattform ein Intel Core i7-6700K auf einem MSI Z170A Gaming M7, ein AMD FX-8370 auf einem MSI 970 Gaming und ein Intel Core i7-5930K auf einem MSI X99S XPower AC. Außerdem haben wir auf jeder dieser drei Plattformen jeweils Kepler (GeForce Titan) und Maxwell (MSI GTX 980 Ti Gaming 6G) direkt miteinander verglichen.

Wir haben dabei jede getestete Variante mit einem Nvidia-internen Tool mitgeloggt (System-Logs, NVAPI-Calls und diverse Readouts) und die insgesamt sechs Dateien an Nvidias Treiber-Team geschickt, wobei eine detaillierte Auswertung auf Grund der Zeitverschiebung derzeit noch aussteht. In unser erstes und sicher auch sehr interessantestes Zwischenfazit können wir folgende Punkte einschließen:

  1. Die erhöhte Leistungsaufnahme im Idle trat bisher NUR auf dem X99-System (Sockel 2011v3) mit dem Core i7-5930K bzw. -5960X auf
  2. Auf den kleineren Intel-Systemen sowie dem älteren AMD-System trat der Fehler nicht auf.
  3. Es spielte aber keine Rolle, welches X99-Mainboard mit welcher BIOS-Revision genutzt wurde.
  4. Der Fehler tritt erst ab der Treiberversion 358.87 auf.
  5. Kepler-Karten sind nicht – bzw. nur in einem sehr geringen Maße – betroffen. Somit stehen allein Maxwell-Karten im Fokus.
  6. Je nach Leistungsklasse der verwendeten Grafikkarten liegt der Zuwachs der unnötigen Leistungsaufnahme zwischen ca. 35 und über 100 Prozent im Vergleich zu den Werten des alten Treibers (Messung direkt an der Grafikkarte)

14.01.2016, 18:12 Uhr

Es scheint wohl doch einige Systeme stärker zu betreffen als andere, wo man keinen großen Unterschied feststellen konnte. Ein Update auf den GeForce-Treiber 361.60, den man nur über GeForce Experience, jedoch nicht über die Homepage herunterladen kann, brachte ebenfalls keine Abhilfe auf den betroffenen Systemen. Wir sind mittlerweile über Nvidia auch im Kontakt mit dem Treiber-Team, wo man gerade versucht, das Verhalten zu reproduzieren.

14.01.2016, 11:30 Uhr

Wir haben mittlerweile zusätzlich überprüft, ob sich dieses Verhalten auch auf unserer Workstation nachvollziehen lässt. Die Leistungsaufnahme einer Quadro M6000 steigt von reichlich neun Watt mit dem Quadro 354.56 WHQL auf vergleichsweise immense 23 Watt mit dem Quadro 361.43 Beta.

Hier kommt jedoch den Workstation-Nutzern die lange Vorlaufzeit zu Gute, denn der aktuelle WHQL-Treiber liegt noch weit hinter dem “Knackpunkt-Treiber” 358.87 zurück, der so wohl auch nicht veröffentlicht werden wird. Und da wohl niemand ernsthaft mit Beta-Treibern auf Produktivsystemen arbeiten wird, kann hier schon einmal Entwarnung gegeben werden.

Interessanterweise berichten vereinzelte Anwender auch, dass sie dieses Verhalten unter Windows 7 nicht so ausgeprägt feststellen können bzw. generell andere Wert im Afterburner sehen. Andere wiederum beschweren sich, dass ihnen die Auffälligkeiten bereits seit einigen Treibern bekannt seien, jedoch auf Mails an Nvidia bisher nicht geantwortet worden wäre. Da es sich um Forenbeiträge und nicht um eigene Messungen handelt, können wir diese Informationen jedoch nur ungeprüft so weitergeben.

Anhang: Testsystem und -Methodik

Messverfahren:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung am Netzteil
Infrarot-Überwachung in Echtzeit
Messgeräte:
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
1x Optris PI640, Infrarotkamera (80 Hz) + PI Connect
Testsystem:
Intel Core i7-5930K @4,2 GHz, wassergekühlt
Crucial Ballistix Sport, 4x 4 GByte DDR4-2400
MSI X99S XPower AC
1x Crucial MX200, 500-GByte-SSD (System)
1x Corsair Force LS 960-GByte-SSD (Anwendungen, Daten)
Be Quiet Dark Power Pro, 850W-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)

Alternativ dazu:
Intel Core i7 6700K auf einem MSI Z170A Gaming M7
AMD FX 8370 auf einem MSI 970 Gaming

Wasserkühlung: Alphacool VPP655 Pumpe (abgeregelt)
Alphacool NexXxos-CPU-Kühler
Phobya Balancer
Alphacool 24-cm-Radiator
2x 12 cm Noiseblocker eLoop-Lüfter @400 U/min
Treiber:
GeForce 361.43 WHQL
GeForce 355.65 beta
GeForce 355.60 WHQL
Quadro 361.43 beta
Quadro 354.56 beta

ZTE versuchte den europäischen Markt einst parallel zu Huawei zu erobern – und das mit einer ähnlichen Strategie. Zunächst wurden einfache Smartphones für Auftraggeber bereitgestellt, später folgte dann der eigene Aufdruck. Doch der ganz große Durchbruch blieb dem Hersteller – zumindest in Europa – bisher verwehrt; hinter Huawei blieb nur ein Platz im Schatten.

High-End-Phablet zum Mittelklassepreis

Dies soll sich nun ändern. Schon das Anfang des Jahres auch in Deutschland angebotene ZTE Blade S6 gefiel mit seinem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Zur IFA wurden dann weitere Neuheiten präsentiert, die den Anspruch ZTEs untermauerten: So glänzt beispielsweise das Axon als neues Top-Modell nicht nur mit einer schicken Außenhülle aus Metall, sondern wartet mit einem schnellen Qualcomm Snapdragon 810 hinter dem 5,5 Zoll großen Full-HD-Bildschirm auf.

Der Datenspeicher ist mit 32 Gigabyte üppig bemessen, auch die weiteren Ausstattungsdetails wie beispielsweise ac-WLAN, Bluetooth 4.0 und NFC überzeugen. Für das Entsperren kann neben einem Fingerabdruck- auch ein Irisscanner verwendet werden. Das Ganze wird bereits zu einem Preis von vergleichsweise günstigen 390 Euro angeboten – eine verlockend günstige Alternative zu HTCs One M9, Samsungs Galaxy S6 oder Sonys Xperia Z5.

Betriebssystem: Oberfläche kommt bekannt vor

Bei chinesischen Herstellern stellt sich immer die Frage nach der Eigenständigkeit, denn der Staat bzw. seine Organe greifen gerne auch mal in den Wirtschaftsprozess ein, um bestimmte Entwicklungen voranzutreiben. Inwieweit dies auch bei den Smartphone-Fabrikanten der Fall ist, bleibt Gegenstand wilder Spekulationen.

Doch die Googles Android übergestülpte Oberfläche, die als Midavor UI bezeichnet wird und in der Version 3.2 vorliegt, erinnert schon sehr an die Emotion UI des Konkurrenten – und kann damit ebenso wenig kaschieren, das Apples iOS bei der Gestaltung Pate stand.

Auch bei der Ausstattung steht ZTE dem anderen großen Marktteilnehmer aus dem Reich der Mitte in nichts nach: Sämtliche Basisdienste sind von Haus aus vorhanden, selbst eine WPS-Office-Suite gehört zum Startpaket.

Etwas mehr Liebe hätte der Hersteller der Übersetzung gönnen können. An zahlreichen Stellen find sich ortographische Fehler, die vermuten lassen, dass Google Translate für die deutsche Anpassung heran gezogen wurde.

Nachdem uns Sapphire mit der Radeon R9 Fury Nitro endlich ein Eigen-Design der Platine präsentieren konnte und vor einigen Wochen seitens AMD auch die Spannungsvorgabe freigeben wurde, lag nichts näher, als diese neue Feature sofort für eine tiefere Analyse zu nutzen.

Allerdings gehen wir nicht in Richtung Übertaktung, denn dafür fischt die Karte bereits zu sehr in den Grenzregionen des Zumutbaren. Nein: Wir wollen der Fury endlich die Trinkmanieren beibringen, die sich für so eine Karte eigentlich gehören!

Spannungsabsenkung mit dem MSI Afterburner

Das Tool von MSI, das bis heute auf dem Riva Tuner basiert, gibt seit einigen Wochen für eine ganze Reihe von AMD-Karten die Spannungsanpassung frei. Das kann im positiven sowie im negativen Bereich geschehen, wobei uns die Absenkung natürlich brennend interessiert.

Wie weit können wir gehen, um das Ganze stabil zu betreiben? Bleibt die Performance erhalten und – wenn alles glatt läuft – wie groß ist die tatsächliche Ersparnis?

Die relative Spannungsabsenkung wird landläufig gern auch als Untervolten oder Undervolting bezeichnet, doch wir bleiben beim exakten Begriff. Letztendlich ändern wir ja nicht die Spannung selbst, sondern geben der Firmware eine Art Delta bzw. Offset mit auf den Weg. Dass die Spannungen nicht generell um diesen festen Wert gesenkt werden, sondern die Telemetrie die Spannungen lediglich modifiziert bereitstellt, werden wir auf der zweiten Seite noch genauer betrachten. Doch zurück zur Absenkung der Spannungsvorgabe.

Dazu vergleichen wir im weiteren Verlauf unsere Radeon R9 Fury Nitro von Sapphire mit einer in etwa gleich schnellen MSI GTX 980 Gaming 4G. Doch bevor wir dies tun können, sollten wir uns zunächst die aktuellste Version des MSI Afterburner herunterladen und installieren. Nach dem Programmstart stellt sich der MSI Afterburner so dar:

Gleich der erste Regler ist das Ziel unserer Begierde, mit dem wir die Spannungsänderung festlegen können. Übrigens: Wer diesen Wert ändert, der sollte sich nicht wundern, dass viele Zahlenwerte nach der Übernahme angepasst werden, denn der Wert muss ein Vielfaches von sechs sein. Und so gehen auch keine -100 mV sondern eben die -96 mV (16x 6 mV).

Jeder Grafikchip ist ein Unikat – die stabilen Grenzwerte, bis zu denen eine Absenkung auch fehlerfrei läuft, können von Karte zu Karte sehr deutlich differieren. Nicht immer sind Fehler sofort erkennbar, so dass man bei der Spannungsabsenkung alle Features der Karte auch über längere Zeit auf Stabilität testen sollte.

Besonders ältere Karten aus den ersten Produktionszyklen, die sich meist auf Umwegen noch zur Fury X freischalten ließen, können durch die Absenkung sehr schnell Darstellungsfehler zeigen.

Spätere Chips sind aufgrund des fortgeschrittenen Fertigungsprozesses wesentlich einfacher zu “untervolten”. Aber auch hier gibt es keine Garantie, wie tief man diese Vorgabe bei der eigenen Karte setzen kann.

Unsere Karte schaffte sogar die -96 mV mit Bravour, auch wenn es ab und zu bei extremer Last bereits einige wenige Drops gab. Werte zwischen -48 und -72 mV sollten aber bei jeder neueren Karte möglich sein.

Deutlich ältere Karten, die wir zusammen mit Forenmitgliedern unseres und anderer Foren testen ließen bzw. auf deren Feedback wir vertrauen, schafften diese niedrigen Werte nicht alle. Darunter befanden sich vor allem Karten, die fast direkt nach dem Launch gekauft wurden und die sich hätten freischalten lassen.

Stellt man die einzelnen Stufen numehr der MSI GTX 980 Gaming 4G gegenüber, indem wir beispielsweise Metro Last Light im 4K-Loop nutzen, dann sehen wir sehr deutlich die Auswirkung unserer Spannungsabsenkung: Bei gleicher Gaming-Performance sinkt die Leistungsaufnahme von 279 Watt auf sehr moderate 213 Watt!

Die Spannungsabsenkung lohnt sich also – vorausgesetzt natürlich, die eigene Fury non-X spielt mit.

Wer sich jetzt ärgert und Gleiches auch von der GeForce-Karte verlangt, wird leider enttäuscht zurückgelassen. Eine Spannungsabsenkung ist derzeit nicht vorgesehen, denn dies geschieht nur intern über die Absenkung des Power Targets. Da Boost ein sehr fragiles Mikrosystem ist, ist jede Absenkung auch mit den Einschränkungen beim tatsächlich erreichbaren Boost-Takt verbunden, was zum Teil erhebliche Performance-Einbußen mit sich bringt.

Traurig muss man deshalb natürlich nicht sein, denn dieses System ist bereits so filigran ausbalanciert, dass es eh kaum Optimierungsspielraum gibt. Deshalb ist diese Option im Afterburner auch nicht vorhanden, da nur eine Anhebung angeboten werden kann:

Leistungsaufnahme in verschiedenen Spielen

Als Testsystem nutzten wir unser altbekanntes VGA-Testsystem für die Leistungsaufnahme, so dass wir uns an dieser Stelle die ausführliche Beschreibung sparen können und die wichtigsten Daten lediglich tabellarisch auflisten:

Messverfahren:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung am Netzteil
Infrarot-Überwachung in Echtzeit
Messgeräte:
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
1x Optris PI640, Infrarotkamera (80 Hz) + PI Connect
Testsystem:
Intel Core i7-5930K @4,2 GHz, wassergekühlt
Crucial Ballistix Sport, 4x 4 GByte DDR4-2400
MSI X99S XPower AC
1x Crucial MX200, 500-GByte-SSD (System)
1x Corsair Force LS 960-GByte-SSD (Anwendungen, Daten)
Be Quiet Dark Power Pro, 850W-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Wasserkühlung: Alphacool VPP655 Pumpe (abgeregelt)
Alphacool NexXxos-CPU-Kühler
Phobya Balancer
Alphacool 24-cm-Radiator
2x 12 cm Noiseblocker eLoop-Lüfter @400 U/min
Treiber:
AMD: Crimson Edition 16.1
Nvidia: ForceWare 361.43 WHQL

Da die oben schon als erste Grafik veranschaulichte Kurve über den Rückgang der Leistungsaufnahme bei den jeweiligen Spannungsschritten eine sehr ausführliche Auskunft gegeben hat, beschränken wir uns nun auf den Maximalschritt von -96 mV, den Mittelwert von -48 mV, den Ausgangswert ab Werk und die Leistungsaufnahme, die wir bei der GeForce GTX 980 gemessen haben. Insgesamt neun verschiedene Spiele mit zum Teil sehr unterschiedlichen Anforderungen haben wir so getestet.

Gaming-Performance

Vergleichen wir nun die beiden Karten aus dem roten und grünen Lager. Wir sehen, dass beide Karten in Ultra-HD sehr eng zusammen liegen – mit leichten Vorteilen für die Radeon R9 Fury Nitro. Doch die Unterschiede sind bis auf Witcher 3, Shadow of Mordor und Thief letztlich eher marginaler Art.

Effizienzbetrachtung in benötigten Watt pro FPS

Diese Rechnung ist am Ende recht einfach, auch wenn das Erstellen der ganzen Zahlenreihen erst einmal ein ziemlich großer Aufwand war. Vergleichen wir nun die drei Spannungsvarianten der Radeon R9 Fury mit der GeForce GTX 980: Unsere Variante mit den -96 mV ist fast so effizient wie die Nvidia-Karte und in zwei Spielen (Witcher 3 und Thief) sogar hauchdünn besser!

Damit kann man leben, denn aus dem ursprünglichen, enthemmten Trinkgelage wird plötzlich ein vornehmes Nippen mit gespitzen Lippen:

Zwischenfazit

Natürlich ist die Radeon R9 Fury in Full-HD gegenüber der GeForce GTX 980 leicht gehandicapt – nur wird wohl kaum jemand, der so eine potente Karte besitzt, mit schnöden 1920 x 1080 Pixeln spielen. Downsampling oder ein besserer Monitor sind wohl fast immer mit von der Partie. Dass die Radeon R9 Fury bereits ab QHD- und WQHD-Auflösungen ihre Stärken ausspielen kann demonstriert, dass unsere Messungen durchaus repräsentativen Charakter besitzen – auch wenn manches Spiel vielleicht noch mangels Treiberoptimierung etwas aus der Rolle fallen kann.

Die Spannungsabsenkung mit einem geeigneten Tool sollte auf jeden Fall in Betracht gezogen werden, denn die Gründe liegen auf der Hand, wie wir auf der nächsten Seite noch im Detail sehen werden. Dass AMD die Spannungen immer so übertrieben hoch ansetzt ist mittlerweile fast schon eine Standardeigenschaft der Radeon-Karten.

Natürlich garantiert dies vor allem am Anfang eines Herstellungszyklus, möglichst viele GPUs verwenden und damit auch die Yield-Rate etwas pushen zu können. Doch stellt sich dieser buchhalterisch so wertvoll erscheinende Kunstgriff am Ende immer und immer wieder als böse Image-Bremse heraus, die dem Endkunden absolut unnötig erscheint und nur schwer zu vermitteln ist.

Auf der Folgeseite beschäftigen wir uns nun mit der (vermeintlichen) Spannungsabsenkung im Detail und ihren Folgen – mit zum Teil recht interessanten Erkenntnissen. Auch dieser Teil sollte zum besseren Verständnis noch unbedingt gelesen werden, auch wenn wir die eigentlichen Ergebnisse bereits abgehandelt haben. Es lohnt sich in jedem Falle – also bitte weiterblättern, die Herrschaften!

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