Asus Zenfone 2: Mittelklasse-Phablet mit reichlich Dampf

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Asus setzt auf Intel

Das Zenfone 2 ist hinsichtlich der Hardware eines der derzeit interessantesten Smartphones auf dem Markt: Während das Gros der Hersteller auf Qualcomms Snapgradon-Derivate setzt und schon die Mediatek-SoCs nur in begrenztem Umfang anzutreffen sind, ist der hier verbaute Intel-Prozessor ein echter Exot.

Mit dem Atom Z3580 versucht der Chip-Hersteller eigentlich bereits seit vergangenem Jahr den Wiedereinstieg in den Smartphone-Markt zu schaffen, doch der Erfolg hält sich – gelinde gesagt – in Grenzen. Denn abgesehen von Asus konnte bisher kein weiterer Hersteller für das SoC begeistert werden.

Dabei klingen die Leistungsdaten zunächst gar nicht schlecht: Verbaut werden vier in einer Strukturbreite von 22 nm gefertigte x86-Kerne, die auf der Silvermont-Architektur basieren und damit – und anders als beim Vorgänger, dem Z2580 – zum einen einen 64 Bit breiten Befehlssatz und zum anderen die Abarbeitung der einzelnen Befehle nach dem Out-of-Order-Prinzip mitbringen.

Außerdem ist in dem Prozessor mit der PowerVR G6430 eine GPU aus dem Hause Imagination integriert: Die GPU fand sich im September 2013 erstmals in Apples A7 wieder und ist im schnelllebigen Chipgeschäft zwar nicht mehr der Ausbund der Aktualität, sollte aber dennoch keine zu schwächlichen Leistungen bringen – schließlich gehören die Apple-SoCs stets zu den schnellsten des jeweiligen Jahrgangs. Unterstützt wird das Konglomerat von einem mit vier Gigabyte üppig dimensionierten Arbeitsspeicher.

Die schnelle GPU macht den Unterschied

Mit Blick auf die Benchmarks muss man konstatieren, dass Intels CPU-Kerne das schwächste Glied in der Zusammenstellung sind, auch wenn sie mit einer maximalen Taktrate von 2,33 GHz nicht wirklich als langsam bezeichnet werden können und locker Verbünde aus acht Cortex-A53-Kerne (wie etwa beim Snapdragon 615) in die Tasche stecken.

Doch der eigentliche Antreiber ist die Imagination-GPU, die in den Offscreen-Testläufen des GFX-Benchmarks die doppelte Leistung liefert wie die Adreno 405 des Qualcomm-SoCs. Auch der leistungsstärkere HiSilicon Kirin 935, der einen vergleichbaren, wenn auch höher getakteten und damit etwas schnelleren Cortex-A53-Verbund mitbringt, ist dem Intel-Chip lediglich in dem CPU-lastigen Antutu-Benchmark überlegen.

Außerdem wird eine weitere Eigenart der Intel-Chips offensichtlich: Der Hersteller legt hohen Wert auf den Umgang mit Web-Technologien und so erreicht der Atom Z3580 in den entsprechenden Browser-Benchmarks – abgesehen von Rightwares Browsermark – enorme Punktwerte

Benchmarks: Asus Zenfone 2 Honor 7 ZTE Blade S6 Huawei Mate S
Antutu v5.7.1: 38642 Punkte 47.902 Punkte 28.550 Punkte 51.911 Punkte
3D Mark Firestorm Unlimited 19.186 Punkte 12.049 Punkte 8377 Punkte 12.534 Punkte
Geekbench Single Core 914 Punkte 952 Punkte 659 Punkte 937 Punkte
Geekbench Multi Core 2899 Punkte 3730 Punkte 2459 Punkte 3957 Punkte
PC Mark for Android: 5311 Punkte 4567 Punkte 2890
3057
5222 Punkte
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.1 (Onscreen): 6,5 fps 5,0 fps 4,5 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.1 (Offscreen): 6,6 fps 4,4 fps 3,8 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.0 (Onscreen): 11.2 fps 7,8 fps 11 fps 6,7 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan ES 3.0 (Offscreen): 11,2 fps 7,5 fps 5,7 fps 6,2 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex ES 2.0 (Onscreen): 23,4 fps 13,6 fps 24 fps 11,6 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex ES 2.0 (Offscreen): 23,6 fps 12,6 fps 14 fps 10,8 fps
Google Octane 2.0: 7698 Punkte 4876 Punkte 2933 Punkte 3674 Punkte
Rightware Browsermark 2.1: 1821 Punkte 1870 Punkte 1257 Punkte 953 Punkte
JetStream 1.1: 43857 Punkte 32.868 Punkte 18.568 Punkte
Webxprt 2015: 135 Punkte 84 Punkte 53 Punkte 67 Punkte

Speicher: Gut bestückt

Wer sich für ein Phablet entscheidet, ist in der Regel schon ein etwas versierterer Nutzer, denn standardmäßig wird hierzulande eher zu Smartphones mit etwas kleineren 5-Zoll-Displays gegriffen. Und wird das jeweilige Mobilgerät für mehr als ein bisschen Surfen, Nachrichten schreiben und kleine Spiele verwendet, ist ein großer Datenspeicher eine der wesentlichen Eigenschaften, die für bzw. gegen einen Kauf sprechen können.

Das scheint auch Asus verstanden zu haben, denn im Inneren des Zenfones wird ein Speicherplatz von 32 Gigabyte für Daten bereitgestellt. Nach Abzug dessen, was von Herstellerseite für Betriebssystem usw. in Beschlag genommen wird, bleiben noch 25,5 Gigabyte übrig. Wem das nicht genügt, der kann den Speicher mit Hilfe einer microSD-Karte im SDCX-Format weiter aufbohren, wobei der Hersteller die Funktion von Karten mit einem Volumen von bis zu 128 Gigabyte gewährleistet.

Die Anbindung des Speichers entspricht in etwa einem Niveau, das Qualcomm auch bei seinem Snapdragon 615 bewerkstelligt.

Andro Bench Asus Zenfone 2 Huawei Mate S Motorola Moto X Play Acer Jade Z Plus LG G Flex 2
Sequential Read: 136,16 143,94 141,04 MByte/s 276,02 MByte/s 215,74 MByte/s
Sequential Write: 53,59 92,31 53,04 MByte/s 38,15 MByte/s 73,26 MByte/s
Random Read: 6001,77 7566,61 4847,84 IOPS 8158,17 IOPS 4947,24 IOPS
Random Write: 2096,99 4959,62 3453,38 IOPS 1560,74 IOPS 2960,86 IOPS

Akkulaufzeit: Vier schnelle Kerne sind unter Last hungrig

Die vier Intel-Kerne haben mächtig viel Dampf und takten ziemlich hoch. Das zieht in der Regel auch einen hohen Stromverbrauch nach sich – vor allem dann, wenn hohe Leistungen abgefragt werden. Diesbezüglich stellt das Zenfone 2 keine Ausnahme dar: Wird das Smartphone eine Stunde lang im Browser beschäftigt, weist die Füllstandsanzeige nur noch 77 Prozent aus, auf den Rennstrecken von Asphalt 8 verblieb eine Restkapazität von lediglich 68 Prozent. Dabei hat das Asus-Phablet nicht mal einen kleinen Akku: Der Hersteller setzt auf einen Energiespeicher mit einer Kapazität von 3000 mAh. Doch nicht zuletzt die leistungsstarke GPU und der große Arbeitsspeicher fordern ihren Tribut.

Das Phablet zeigt allerdings auch einmal mehr, dass die Chip-Hersteller große Anstrengungen darauf verwenden, die Chips so zu optimieren, dass sie bei Standardanwendungen immer weniger verbrauchen. Denn obgleich der Videodauertest (so wie die beiden anderen Testläufe auch) bei voller Display-Helligkeit durchgeführt wurde, wurde der Full-HD-Testfilm insgesamt acht Stunden und 20 Minuten lang abgespielt – nicht schlecht.

Wie lang das Zenfone 2 im Alltag tatsächlich mit einer Akkuladung durchhält, ist also stark von den individuellen Nutzungsgewohnheiten abhängig. Die Reserven sollten ausreichen, um einen Tag zu überstehen; ein echter Langläufer ist das Asus-Phablet aber nicht. Die Schnelladefunktion soll laut unseren amerikanischen Kollegen zu den derzeit besten gehören, das Testgerät kam jedoch auf keine sonderlich hohen Ladegeschwindigkeiten.

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