Asus Zenfone 2: Mittelklasse-Phablet mit reichlich Dampf

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LG und Motorola liefern Blaupause für Gehäusegestaltung

Mit einem 5,5 Zoll großen Bildschirm kann ein Smartphone nicht mehr als kompakt bezeichnet werden. Dies gilt erst recht für das Zenfone 2, das mit relativ breiten Rändern um das Display aufwartet, die entsprechend auf die Hüften schlagen: Mit einer Grundfläche von 15,3 x 7,7 cm ist das Phablet recht ausladend und auch bei der Bauhöhe von rund elf Millimetern stellt es sich dem aktuellen Schlankheitswahn entgegen. Dies ist allerdings nur bedingt ein Nachteil, denn viele Leichtbaukonstruktionen im engen Leibchen erweisen sich in der Praxis auch schon bei geringen Stürzen als recht anfällig.

Formal erinnert die Gehäuserückseite mit der starken Wölbung zur Mitte hin, den rund geschliffenen Ecken und der ebenso mittig in der oberen Hälfte positionierten Lautstärkewippe an das Design von LGs G-Serie oder auch Motorolas aktueller Moto-Gestaltung. Wie schon bei den Konkurrenten gefällt die Rundung beim Halten in der Hand und nervt mit Kippeln, wenn das Phablet auf einer flachen Fläche – z.B. einem Tisch – liegend bedient werden soll. 

Der dunkelgraue und mit einer feiner Streifenstruktur versehene Anstrich des Deckel mit der Chrom-farbenen, strahlenden Lautstärke-Taste versucht sich zwar optisch am edlen Business-Look, doch das Material, aus dem die Abdeckung gefertigt wurde, wirkt nicht sonderlich hochwertig. Wird sie entfernt, erhält der Nutzer Zugriff auf zwei SIM-Karten-Slots und einen microSD-Karten-Einschub. Warum der Zugriff auf den Akku durch eine breite Kunststoffbrücke verwehrt wird, bleibt für uns unverständlich.

Auf der Oberseite fällt als erstes das Asus-Logo ins Auge. Die vier silbern glänzenden Buchstaben auf dem dunklem Hintergrund unterhalb des Lautsprechers brennen sich regelrecht in die Netzhaut ein – manchmal ist weniger mehr. Dieses Prinzip wurde bei der Oberfläche insgesamt beachtet: Sie kommt in klassischem Schwarz daher; der schmale, aufpoliert wirkende Kunststoffstreifen an der Unterseite versucht der Schlichtheit etwas Glanz zu verleihen.

Auch wenn es Asus bei der Gestaltung des Äußeren des Zenfone 2 an Inspiration vermissen lässt, werden große Fehltritte doch vermieden. Dies gilt auch für die Verarbeitung: Auch unter Druck zeigt das Gehäuse keinerlei Neigung zu Verwindungen und spart sich gleichermaßen schon im Ansatz jedwedes Geräusch.

Display: Wenn Größe zählt

Große Bildschirme sind im Trend, wobei sich derzeit bei Phablets eine Bildschirmdiagonale zwischen 5,5 und 5,7 Zoll als Standard durchzusetzen scheint. Dementsprechend gibt sich der Hersteller – wie bereits erwähnt – konsequent und setzt bei der Neuauflage der Zenfone-Serie ausschließlich auf zwei 5,5-Zoll-Modelle.   

Die Auflösung des auf IPS-Technik basierenden Panels beträgt 1920 x 1080 Pixel. Daraus resultiert eine Pixeldichte von 400 ppi, was hinsichtlich der Darstellungsschärfe der Bildschirminhalte kaum den Wunsch nach mehr aufkommen lässt. Auch die kräftigen Farben wissen zu gefallen.

Die Helligkeit des Panels lässt sich allerdings nur noch als durchschnittlich bezeichnen. Das Display bewerkstelligt am hellsten Messpunkt eine Leuchtdichte von 321 cd/m², am dunkelsten Punkt sind es noch 297 cd/m². Bei insgesamt fünf Messpunkten ergibt sich so ein Durchschnittswert von 311 cd/m². An sehr sonnigen Tagen sind Stubenhocker im Vorteil, denn unter freiem Himmel hat das Zenfone 2 Mühe mit dem Umgebungslicht.

Lautsprecher auf der Rückseite

Das Zenfone 2 empfiehlt sich dank des großen Bildschirms nicht zuletzt für Nutzer, die ihr Smartphone unterwegs auch hin und wieder als Mediaplayer für Videos nutzen wollen. Dazu passen auch die Fähigkeiten bei der Soundwiedergabe – auch wenn einige Abstriche in Kauf genommen werden müssen.

Dies beginnt damit, dass die Box auf der Geräterückseite untergebracht ist und damit verdeckt wird, wenn das Smartphone beispielsweise auf einem Tisch liegt. Außerdem macht sich der Verzicht auf einen zweiten Lautsprecher bemerkbar, weil das Klangvolumen mit entsprechend ausgestatteten Konkurrenten nicht mithalten kann. Der Klang selbst ist unterm Strich aber nicht so schlecht: Es wird ein sehr ausgewogenes Tonbild geboten, das zumindest ansatzweise Tieftöne bewerkstelligt und Hochtöne nicht so weit übersteuert, dass diese durch die Decke gehen.

Beim Telefonieren macht das Zenfone 2 in klassischer Pose einen guten Dienst. Das Gespräch wird am Ohr in ordentlicher Qualität wiedergeben, Rauschen oder Verzerrungen sind nicht feststellbar. Werden Mikrofon und Lautsprecher als Freisprecheinrichtung genutzt, kann das Asus-Phablet nicht mehr vollends überzeugen. Das Gespräch wirkt in den Höhen leicht verzerrt und es kommt der Wunsch nach etwas mehr Reserven bei der Lautstärke auf.

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