Corsair Carbide 600C: Die Hardware auf den Kopf gestellt

Corsairs 600er Modell der Carbide-Baureihe erscheint in zwei Versionen: Die von uns getestete Variante 600C hat ein großes, seitliches Sichtfenster, während die Variante 600Q kein Fenster, dafür aber eine Schalldämmung mitbringt. Abgesehen von diesem grundlegenden Unterschied sind die beiden Varianten hinsichtlich Aufbau und Ausstattung aber identisch und sollen jeweils 159,99 Euro kosten.

Ungewöhnlich ist das Gehäuse gleich in mehrfacher Hinsicht: Das Mainboard und die direkt darauf verbauten Komponenten werden nicht nur um 180 Grad gedreht untergebracht, sondern auch an der linken Seite des Gehäuses befestigt. Für die Variante mit Sichtfenster ergibt sich daraus, dass sich das tiefen Einblick bietende Seitenteil somit auf der rechten Seite befindet.

Für einen besonders cleanen Look im Innenraum verschwinden Netzteil und Speicherlaufwerke hinter einer Blende an der Oberseite. Dank großflächiger Metalleinsätze an Vorder- sowie Oberseite erhält das neue Carbide ein wertiges Erscheinungsbild und eine solide Haptik. Als kleines Schmankerl integriert Corsair eine dreistufige Lüftersteuerung.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung bietet puren Karton-Charme mit schematischen Zeichnungen, das Gehäuse im Inneren wird leider von krümelfreudigen Styropor-Formteilen geschützt. Aber schließlich kommt es ja auf die inneren Werte an.

Neben vier Kabelbindern und allen nötigen Schrauben zur Komponentenmontage im Gehäuse gibt es kein weiteres Zubehör. Dafür wurde die ausführliche, mehrsprachige Montageanleitung angenehm übersichtlich gestaltet.

Aufbau und Außenansicht

Corsair hat bei der Konzeption des Carbide 600C eine recht ordentliche Werkstoffbalance zwischen Stahlblech und Kunststoff gefunden. So kann das Gehäuse einerseits mit einem schlichten bis eleganten, aber dennoch ungewöhnlichen Äußeren punkten, bleibt aber mit einem Gewicht von 9,66 kg (eigene Messung) gleichzeitig angenehm leicht. Die Abmessungen von 45,4 x 26 x 53,5 cm (HxBxT) klingen zwar angesichts der Breite zunächst recht bullig, dennoch wirkt das 600C insgesamt kompakt und wohlproportioniert.

Front- und Deckelblende verfügen jeweils über einen Rahmen aus Kunststoff, jedoch wird die Fläche maßgeblich von Stahlblecheinsätzen mit einem dezenten Metallic-Effekt bestimmt. Da das linke Seitenteil ohne Sichtfenster im 600C im Gegensatz zur Version des 600Q über keine zusätzlichen Dämmmatten verfügt, hätte die Materialstärke bei einem 150-Euro-Gehäuse gern einen Hauch stärker ausfallen dürfen. Da Corsairs aktuelle Hardware-Behausung im direkten Vergleich zur Konkurrenz aber tendenziell etwas mehr in die Breite als nur in die Höhe gewachsen ist, wird das dünnere Material durch die entsprechend kompakteren Maße der Seitenteile hinsichtlich der Stabilität teilweise wieder relativiert.

Die beiden externen 5,25-Zoll-Einschübe befinden sich hinter einer sehr gut funktionierenden und sicher schließenden Fronttür mit Magnetverschlüssen  im oberen Viertel des Gehäuses.

Eine Besonderheit ist das rechte Seitenteil mit großflächigem Sichtfenster: Dieses ist – wie wir es schon von einigen anderen Gehäusen von Corsair kennen – an zwei Scharnieren befestigt, lässt sich durch Betätigung eines Verschlussmechanismus an der Vorderkante öffnen und als Tür nach hinten aufschwingen. Für einen festen Halt im geschlossenen Zustand sorgen auch hier zusätzliche Magnete im Bereich der Kanten.

Da das überwiegend aus Plexiglas bestehende Seitenteil kaum Eigengewicht mitbringt, sind bei normalem Gebrauch auch keine frühzeitigen Ermüdungserscheinungen an den Scharnieren zu erwarten. Wer das Seitenteil zu beim Systembau komplett abnehmen möchte, kann es ganz einfach nach dem Aufklappen nach oben von den Scharnieren abziehen und zur Seite stellen.

Sämtliche externen Bedienelemente wurden an der linken Oberseite untergebracht und sind von einem kleinen Bereich aus Hochglanzkunststoff eingefasst. Neben jeweils zwei USB-Steckplätzen der dritten sowie zweiten Generation, einem Power- und einem Reset-Taster sowie den obligatorischen HD-Audio-Buchsen findet sich hier auch der Regler einer dreistufigen Lüftersteuerung.

Für einen festen Stand des Carbide 600C sorgen vier verschraubte Kunststofffüße, auf denen jeweils eine weiche Gummimatte verklebt wurde, um ein Verrutschen des Gehäuses auf glatten Standflächen zu unterbinden.

Insgesamt schlägt sich Corsairs neues Gehäuse also auf den ersten Blick mehr als passabel und kann mit einer ganzen Reihe optischer und funktionaler Besonderheiten überzeugen.

Technische Spezifikationen

Ebenfalls interessant...