AMD Radeon R9 Nano: Mini-ITX-Gaming neu definiert

Inhaltsverzeichnis

<< >>

Testsystem

Da sich nichts an den Eckdaten unseres Referenzsystems geändert hat, listen wir die technischen Daten der Testplattform mit dem bei 4,2 GHz laufenden Core i7-5930K einfach tabellarisch auf. Neu ist aber, dass wir nunmehr auf Windows 10 statt Windows 8.1 setzen, um einerseits mit der Zeit zu gehen und uns andererseits nicht den Zugang zu DirectX12 zu verbauen.

Messverfahren:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung am Netzteil
Infrarot-Überwachung in Echtzeit
Messgeräte:
2x HAMEG HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x HAMEG HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x HAMEG HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x HAMEG HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
1x Optris PI450, Infrarotkamera (80 Hz) + PI Connect
Testsystem:
Intel Core i7-5930K @4,2 GHz
Raijintek Triton, AiO-Wasserkühlung
Crucial Ballistix Sport, 4x 4 GByte DDR4-2400
MSI X99S XPower AC
2x Crucial MX200, 500-GByte-SSD (System und sowie Daten und Storage)
Be Quiet Dark Power Pro, 850W-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Treiber:
AMD: 15.201.1102-150806a-188638C PreWHQL
Nvidia: ForceWare 355.82
Gaming-
Benchmarks:
The Witcher 3: Wild Hunt
Grand Theft Auto V (GTA V)
Metro Last Light
Bioshock Infinite
Tomb Raider
Battlefield 4
Middle-earth: Shadow of Mordor
Thief
Ashes of the Singularity

Testkarten im Vergleich

An der Obergrenze des Testfelds platzieren wir die Radeon Fury X, um einen direkten Vergleich zum luftgekühlten Nano-Pendant ziehen zu können. Eine werksübertaktete MSI GeForce GTX 980 Gaming 4G sollte über die Summe aller Benchmarks und Auflösungen ungefähr eine ähnliche Performance wie die Radeon R9 Nano besitzen. Dazu gesellt sich noch eine MSI R9 390X Gaming 8G, die wir ebenfalls in dieser Leistungsklase einordnen wollen, da sie mit acht Gigabyte den größten Speicherausbau aller in diesem Artikel getesteten Karten mitbringt und durchaus auch preislich interessant ist.

Natürlich tun wir AMD den Gefallen und komplettieren das Feld mit einer Gigabyte GTX 970 OC Mini. Sie muss sogar zweimal antreten, da wir Ihr fairerweise noch eine ordentliche manuelle Takterhöhung mitgegeben haben. Wir testen sie also einmal mit Werkeinstellungen und einmal im von uns übertakteten Zustand. Trotzdem ist die Performance dieser kleinen Karte wohl eher eine Klasse niedriger anzusiedeln, aber bisher gab es im ITX-Format einfach nichts Schnelleres.

Benchmark-Settings und Auflösung

Wir haben für diese Karte und die angepeilte Zielgruppe die Benchmark-Settings bewusst sehr hoch gewählt – genau so, wie sie normale Anwender wohl auch setzen würden, wenn sie so viel Geld für (Grafik-)Hardware ausgegeben haben. Um den möglichen Unterschied der einzelnen Grafikkarten bei steigender Bildschirmaufflösung zu veranschaulichen, testen wir sowohl in Full-HD (1920 x 180 Pixel), QHD (2560 x 1440 Pixel) als auch Ultra-HD/4K (3840 x 2160 Pixel).

Die QHD-Performance ist als Zwischenstufe aus einem ganz bestimmten Grund hilfreich und interessant: Auch die Radeon R9 Nano kann so manchen aktuellen AAA-Titel in UHD nur mit extrem bescheidenen Frameraten rendern! Und bevor man im Shooter wegen der Ruckler und Hoppler einen Kopfschuss riskiert, weil die Fönwelle in vollster Grafikpracht nach vorn fällt, wird man wohl eher die Einstellungen nach unten schrauben, damit es wieder rund läuft. Und für diesen Fall sind die QHD-Werte ein sehr gutes Indiz: Die hier unter hohen Grafikeinstellungen erreichten Benchmark-Werte entsprechen in etwa denen der 4K-Auflösung mit mittleren bis niedrigen Details – grob, versteht sich.

Frame-Rate und Frame-Time: Was ist neu?

Für die bessere Einschätzung haben wir erstmals neben den üblichen, zusammenfassenden Balkengrafiken den jeweiligen Frame-Verlauf für alle Karten in jedem Benchmark neu erfasst und grafisch dargestellt. Das betrifft zum einen eine genaue Kurve über die tatsächlichen FPS während des Benchmarks, zum anderen aber auch die Auswertung der jeweiligen Renderzeiten für alle Einzel-Frames. Hier kann man anhand “zittriger” Verläufe schnell erkennen, wo es in der subjektiven Wahrnehmung im Spiel eher unrund läuft.

An dieser Stelle gibt es nun noch eine Neuerung, da wir diese für das subjektive Empfinden wirklich bedeutenden Werte völlig neu auswerten und darstellen. Denn die Aussagekraft der pauschalen Perzentil-Bewertung ist vor allem bei längeren Benchmark-Szenen mit partiell sehr unterschiedlich schnell renderbaren Abschnitten nicht sonderlich hoch. Deshalb werden wir nunmehr mehrere Betrachtungsweisen anbieten: Einerseits den Renderverlauf mit den Zeiten für jeden einzelnen Frame, der eben mehr aussagt als ein einfaches Balkendiagramm oder eine auf reinen Durchschnittswerten beasierende FPS-Kurve, und andererseits zwei Auswertungen der Renderzeiten für jeden einzelnen Frame mit jeweils einem anderen Betrachtungsansatz

Wir normalisieren zunächst jede Messreihe der gerenderten Frames an ihrem absoluten Durchschnittswert über die gesamte Messzeit. Dadurch liegen die Kurven der Karten beim Durchschnittswert auf einer gemeinsamen Null-Achse in der Mitte des Koordinatensystems, so dass wir vor allem Ausreißer besser erkennen können. Anschließend bewerten wir noch die sogenannte Verlaufsglätte (“Smoothness”), also den Zeitunterschied zwischen den einzelnen Frames als relative Differenz. Dies hilft, jeden subjektiv störender Ruckler oder Sprung auch in der grafischen Darstellung noch besser zu erkennen, ohne dass die eigentliche Renderzeit diese Kurve beeinflusst.

Besonderheiten bei der Messung der Leistungsaufnahme

Die komplette Testmethodik für die Messung der Leistungsaufnahme von Grafikkarten haben wir in unserem Grundlagenartikel schon sehr ausführlich beschrieben, so dass wir uns hier auf das Wesentlichste beschränken. Um insgesamt acht Kanäle gleichzeitig messen und aufzeichnen zu können (4x Spannung, 4x Stromstärke), benötigen wir zwei gekoppelte Oszillographen (Master-Slave). Wir messen jeden PCIe-Stromanschluss getrennt.

Die anfallenden Ströme auf der 3,3- und 12-Volt-Leitung vom Mainboard messen wir zwischen Grafikkarte und Mainboard und nutzen dafür die beiden herausgeführten Loops der speziellen Riser-Karte:

Wir nutzen für alle Auswertungen einen Intervall von jeweils einer Millisekunde mit jeweils über die eingesetzte Technik vorkumulierten Messwerten, um die enorme Datenflut zumindest ein wenig einzugrenzen.

Infrarotmessungen mit der Optris PI450

Wir finden, dass es nicht nur für uns sondern vor allem auch für den Leser interessanter ist, wenn wir die üblichen Kurvendiagramme zur Wärmeentwicklung durch aussagekräftigere Bilder unserer Thermokamera ergänzen. Mit der PI450 setzen wir dazu eine von Optris speziell für die Prozessüberwachung entwickelte Infrarotkamera ein, die es uns erlaubt, sowohl Videos als auch Standbilder in guter Auflösung aufzuzeichen und damit nicht nur die Maximalwerte zu ermitteln, sondern auch Schwachstellen im Platinen- und Kühlerdesign zu dokumentieren.

Mit einer Rate von 80 Hz liefert uns die Infrarotkamera in Echtzeit Wärmebilder in Höchstgeschwindigkeit, die via USB auf ein separates System übertragen werden, so dass wir diese Vorschau auch als Video aufzeichnen können. Mit einer thermischen Empfindlichkeit von 40 mK eignet sie sich speziell zur Erkennung minimaler Temperaturunterschiede, was uns natürlich sehr entgegenkommt.

Geräuschentwicklung

Wir nutzen für die Messung der Geräuschentwicklung wie immer ein hochwertiges, mit einem Abstand von 50 Zentimeter lotrecht zur jeweiligen Kartenmitte ausgerichtetes Messmikrofon und Smaart 7 für die Auswertung.

Der Grundpegel der Umgebung bei diesen Messungen lag nachts nie über 26 dB und wurde zudem bei jeder einzelnen Messung neu ermittelt und berücksichtigt. Der Aufbau wird zudem regelmäßig kalibriert.

Ebenfalls interessant...

Tags: , , , ,

Seiten:

Schreibe einen Kommentar

Privacy Policy Settings

This website stores some user agent data. These data are used to provide a more personalized experience and to track your whereabouts around our website in compliance with the European General Data Protection Regulation. If you decide to opt-out of any future tracking, a cookie will be set up in your browser to remember this choice for one year. I Agree, Deny
608