bq Aquaris M5: Snapdragon 615 und FHD-Display für unter 300 Euro

Das Aquaris M5 soll kein Günstling sein, bei dem der Nutzer aufgrund eines (zu) gering angesetzten Verkaufspreises eine Kröte nach der anderen schlucken muss. Dies gilt auch hinsichtlich des Prozessors. Verbaut wird Qualcomms Snapdragon 615, der in einer Vielzahl von Smartphones zum Einsatz kommt, die auch anspruchsvollere Nutzer vom Kauf eines Mittelklasse-Smartphones überzeugen wollen.

Allerdings ist das SoC kein ausgesprochenes Leistungswunder – trotz der acht Cortex-A53-Kerne, von denen vier mit 1,5 GHz und die anderen vier mit 1,0 GHz takten. Beim Scrollen von Webseiten ruckelt es merklich und die Ladezeiten so mancher App sind für den verwöhnten High-End-Anhänger eine kleine Geduldsprobe. Dennoch ist die Geschwindigkeit im Alltag in den allermeisten Fällen ausreichend und liegt spürbar über der Leistung eines Snapdragon 410, der – zumindest bei Android-Smartphones – immer mehr “nach unten durchgereicht” wird. 

Die Defizite des Snapdragon 615 werden mit einem vergleichenden Blick auf die Benchmark-Ergebnisse des Mediatek MT6732 deutlich, der mit vier 1,5 GHz schnellen Cortex-A53-Kernen aufwartet: Trotz des Verzichts auf vier Kerne bewegt sich die effektive Performance auf ähnlichem Niveau. Damit hat entweder Qualcomm nicht die allerbeste Entwicklungsarbeit hingelegt und schafft es einfach nicht, die Möglichkeiten der Architektur in gebührendem Maße auszureizen – oder aber die Entwicklung hin zu immer mehr Kernen stößt an Grenzen, weil die Unterstützung entsprechender Kompositionen durch das Betriebssystem noch mangelhaft ist.

Benchmarks: bq Aquaris M5 Acer Jade Z Plus ZTE Blade S6
Antutu v5.7.1: 31.974 Punkte 31.149 Punkte 28.550 Punkte
3D Mark Firestorm Extreme: 5324 Punkte 4700 Punkte n.v.
Kishtoni GFX Bench Manhattan (Onscreen): 5,7 fps 8,5 fps 11 fps
Kishtoni GFX Bench Manhattan (Offscreen): 5,8 fps 4,0 fps 5,7 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex (Onscreen): 14,2 fps 19 fps 24 fps
Kishtoni GFX Bench T-Rex (Offscreen): 14 fps 11 fps 14 fps
Futuremark Peacekeeper: 735 Punkte 816 Punkte 833 Punkte
Google Octane 2.0: 3225 Punkte 3572 Punkte 2933 Punkte
Rightware Browsermark 2.1: 1284 Punkte 838 Punkte 1257 Punkte
Sunspider 1.0.2: 1354,8 ms 1189,6 ms 1132,0 ms
Webxprt 2015: 52 Punkte 65 Punkte 53 Punkte

Speicherausstattung typisch für Mittelklasse

Wie schon eingangs angedeutet, verfügt die einfachste Version des Aquaris M5 – für 319 Euro wird eine Variante mit einem Gigabyte mehr RAM und 32 Gigabyte großem Datenspeicher angeboten – über einen 16 Gigabyte großen Datenspeicher. Im Auslieferungszustand stehen davon 12 Gigabyte zur Verfügung, was kein schlechter Wert ist – denn so mancher Konkurrent behält deutlich mehr ein.

Die Anbindung des Speichers ist auf einem ordentlichen Niveau gelungen, aner trotzdem ist der von Qualcomm eingesetzte Speicher-Controller seinen aktuellen Mediatek-Pendants teilweise unterlegen. Denn diese liefern auch bei einfacheren Chips Übertragungsraten, die teilweise auf dem Niveau von High-End-SoCs liegen. Die Amerikaner können damit nicht sämtliche Potenziale ihres SoCs realisieren.

Speicherhungrige Nutzer werden sich unter Umständen daran stören, dass der microSD-Einschub für Karten im SDHC-Format bestimmt ist, sodass die Nutzung auf Karten mit einer Kapazität von 32 Gigabyte beschränkt bleibt.

Andro Bench bq Aquaris M5 Acer Jade Z Plus ZTE Blade S6 LG G Flex 2
Sequential Read: 132,19 MByte/s 276,02 MByte/s 121,21 MByte/s 215,74 MByte/s
Sequential Write: 40,01 MByte/s 38,15 MByte/s 12,13 MByte/s 73,26 MByte/s
Random Read: 3470,18 IOPS 8158,17 IOPS 2036,98 IOPS 4947,24 IOPS
Random Write: 1082,79 IOPS 1560,74 IOPS 932,27 IOPS 2960,86 IOPS

Fetter Akku soll für langes Durchhalten sorgen

Lange Laufzeiten hängen unweigerlich an einem großen Akku. Zu dieser Erkenntnis ist man auch bei bq gelangt und hat im M5 einen 3120 mAh starken Energiespeicher integriert. Entsprechend solide sind auch die Leistungen: Nach einer Stunde im Browser weist die Füllstandsanzeige einen Restwert von 89 Prozent aus, nach einer Stunde auf den Rennstrecken von Asphalt 8: Airborne verbleiben noch 82 Prozent der Energiereserven.

Erstaunlich ist jedoch, dass das Smartphone beim Videodauertest eher schwach abschneidet, denn schon nach vier Stunden und 50 Minuten schaltet sich das M5 ab. Im Vergleich zu den Leistungen beim Browsen und Gaming ist das etwas verwunderlich – und auch im Alltag bei mittlerer Benutzung gefiel das Gerät. Das lässt auf einen recht hohen Energieverbrauch des Bildschirms schließen.

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