Intel Core i5-6600K und i7-6700K: Skylake feiert sein Debüt

Aber was genau ist in der Lage, diese übergroße Pipeline sinnvoll zu nutzen? Man könnte durchaus argumentieren, dass Intels Chipsätze der 100er Serie aufregender sind als die neuen Core-CPUs. Die Firma hat noch nicht jedes Modell formell angekündigt und spricht stattdessen ausschließlich über das Flaggschiff Z170 – und das ist okay für uns. Denn vom Standpunkt eines Enthusiasten aus ist alles andere lediglich ein schwacher Abklatsch, da es nur einen Teil der Features des Z170 bietet.

Bestimmte bekannte Features wurden natürlich von der PCH-Familie der 9er Serie herübergerettet. Es gibt einen integrierten Gigabit-Ethernet-MAC mit einer Single-LAN-Anbindung für einen PHY. Und man bekommt immer noch sechs SATA-III-Ports (6 GBit/s) für den Speicher sowie HD-Audio-Support.

Viel mehr hat sich allerdings geändert. An der

USB-Front gibt es Unterstützung für bis zu 10 USB-3.0- und 14 USB-2.0-Ports. Zum Vergleich: Z97 bot sechs USB-3.0- und 14 USB-2.0-Ports. Das ist ganz nett – aber bei weitem nicht so bemerkenswert wir die 20 PCIe-3.0-Lanes, die vom PCH ausgehen. Zusammen mit Softwareoptimierungen im Treiber für Intels Rapid-Storage-Technologie haben wir hiermit die erste Desktop-Plattform vor uns, die mit PCIe-basiertem Speicherlösungen im Hinterkopf entwickelt wurde.

Man bekommt allerdings keine 20 PCIe-Lanes, sechs SATA-Ports, M.2-Anschlüse, alle USB-Ports und Gigabit-Ethernet gleichzeitig. Da der Z170 ist höchst flexibel konfigurierbar ist, müssen sich Mainboard-Hersteller entscheiden, wie sie seine „Ports“ nutzen. Sechs von insgesamt werden von USB 3.0 genutzt (das ist der Grund, warum von „bis zu 20 PCIe-Lanes“ die Rede ist). Mit dem verbleibenden Rest kann der Board-Hersteller eurer Wahl sich für vier weitere USB-3.0-Ports, SATA und PCIe-basiertes Storage entscheiden. Aber alle knabbern an der Konnektivität des Z170-Chipsatzes. Wenn man alle sechs SATA-III-Ports nutzt, braucht man dafür sechs Lanes. Ein PCIe-Speicher belegt deren vier.

Auf dem MSI Z170A Gaming M7, das wir als Mainboard für unseren Skylake-Test nutzen, nutzt MSI den flexiblen PCH mit vier PCI-x1-Slots und einem PCIe-x4-Slot, dem USB-3.1-Controller ASMedia ASM1142, der zwei PCIe-Lanes „verbraucht“, und zwei M.2-Slots die sich anscheinend vier Lanes teilen. MSI jongliert die verschiedenen Upgrade-Pfade mit PCIe-Schaltern aus.

Intels RST-Treiber unterstützt weiterhin RAID 0, 1, 5 und 10 auf SATA-Geräten, erweitert das Angebot laut MSIs Handbuch aber auch um RAID 0- und Raid 1-Funktionalität für PCIe-basierte SSDs in den M.2-Slots. Man kann diese Slots auch für eine Grafikkarte nutzen und der Bandbreitenvorteil dank DMI 3.0 würde zweifellos die Performance von Next-Generation-Plattformen verbessern. Laut MSI schaffen seine Boards auf diese Art und Weise 3-Wege-CrossFire-Setups. Im Gegensatz dazu limitiert Nvidia weiterhin CPUs mit 16 PCIe-3.0-Lanes auf 2-Wege-SLI-Konfigurationen.

Von den Features abgesehen, die auch ein simples Blockdiagramm augenscheinlich macht, ist der Z170 der einzige Chipsatz mit offiziellem Overclocking-Support (also volle Unterstützung bei K-Modellen und teilweise Unterstützung bei Nicht-K-Modellen). Intel scheint das Thema Tuning bei Skylake zudem deutlich ernster zu nehmen. Viele der Limitierungen früherer Architekturgenerationen gehören nun der Vergangenheit an, so dass man das Potenzial des neuen Prozessors besser ausloten kann – auch wenn es keine Garantie gibt, dass man mit den neuen Features Taktweltrekorde brechen wird.

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