Intel Core i5-6600K und i7-6700K: Skylake feiert sein Debüt

Wir haben auf das Feedback zu unserem Test der Broadwell-Prozessoren Core i7-5775C und Core i5-5675C reagiert und verlängern nun die einzelnen Messdurchläufe von einer auf zehn Minuten. Die Intervalle für die grafische Darstellung haben wir auf 500 ms gesetzt, was uns nach Probemessungen als absolut ausreichend erschien, um möglichst aussagefähige Durchschnitsswerte zu erhalten.

Leistungsaufnahme im Idle

Die beiden neuen CPUs sind im Vergleich zu den Broadwell-Pendants noch einmal leicht sparsamer geworden: Mit einer Leistungsaufnahme von unter vier Watt bei aktivierter iGP und 800 MHz Takt liegt man wirklich gut im Rennen. Das schaffte nämlich bisher keine einzige Desktop-CPU in unseren Tests.

Leistungsaufnahme beim Gaming

Wir erinnern uns an unseren Performace-Test für GTA V: Um bei den Messungen reproduzierbar zu bleiben, rendern wir im integrierten Recorder eine leistungshungrige Aufzeichnung (Autofahrt bei Nacht), die CPU und GPU gleichermaßen forderrt (720p für die iGP, 1080p für die GTX 980).

In Kombination mit einer GTX 980 liegt die mittlere Leistungsaufname des Core i5-6600K bei guten 53 Watt – also ungefähr dem, was wir im Mai schon für den Core i7-5775C gemessen hatten. Beachtet man, dass der Takt nun deutlich höher liegt, dann läuft das Ganze ungefähr auf dasselbe heraus. Der Core i7-6700K liegt hier mit fast 76 Watt bereits 23 Watt über dem Wert des 6600K, was uns am Ende ein wenig ins Grübeln brachte. Entweder ist unser Testmuster des Core i5-6600K besonders gut oder der Core i7-6700K ist im CPU-Lotto eine glatte Niete – je nach Standpunkt.

Dies mag zwar auf den ersten Blick etwas ärgerlich erscheinen, beweist aber auch, dass es durchaus zu einer nicht unbedeutenden Streuung zwischen den CPUs einer Modellreihe kommen kann. Dazu kommt noch, dass wir Engineering Samples (ES) getestet haben und keine Retail-CPUs.

Betrachten wir nun die Leistungsaufnahme, wenn die integrierte GPU die Grafikausgabe übernehmen muss. Während bei Broadwell eine fast gleiche Leistungsaufnahme messbar war, weil auch dort das GPU-Limit griff, sehen wir hier erneut einen deutlichen Unterschied. Die tatsächliche Grafik-Performance liegt mit 80 fps für den Core i7-6700K und 78 fps für den i5-6600K nur ganze zwei Bilder/Sekunde auseinander, die Leistungsaufnahme beträgt jedoch 83 Watt für den Core i7-6700K und 69 Watt für den Core i5 6600K – satte 14 Watt Differenz!

Maximale Leistungsaufnahme beim Stresstest

Wir erzeugen nun maximale Last (CPU, FPU, Cache und IGP) und schauen interessiert zu, was jetzt so Schönes passiert. Um das Nachfolgende besser zu veranschaulichen, haben wir diesmal für jede der beiden CPUs eine getrennte Grafik erstellt. Die hierfür genutzte Darstellung zeigt die Unterschiede der einzelnen Leistungs- und Lastzustände etwas deutlicher.

Während der kleinere Core i5-6600K mit 73 Watt noch sehr zurückhaltend agiert, bedient sich der Core i7-6700K wesentlich großzügiger an der Steckdose. Am Ende stehen satte 100 Watt auf dem Zähler, also rund 27 Watt mehr. Auch wenn mit acht statt vier Threads gerechnet wurde und der Takt im Mittel um 300 MHz höher lag – so recht zufriedenstellen kann uns dieses CPU-Exemplar damit nicht wirklich, denn man liegt deutliche fünf Watt über der angegebenen TDP.

Wie sich dies dann im Vergleich zu den Vorgänger- und Mitbewerbermodellen darstellt, sehen wir in der nachfolgenden Gesamtübersicht. Danach betrachten wir noch die Folgen der Leistungsaufnahme, nämlich die durch die Abwärme entstehenden Temperaturen.

Leistungsaufnahme in der Gesamtübersicht

Das Bild, das wir eben in der Detailbetrachtung gewinnen konnten, verfestigt sich erst recht, wenn man es im Vergleich zu anderen CPUs und APUs betrachtet. Dann nämlich wird erst das ganze Ausmaß der Optimierung deutlich.

Unrühmliche Ausreißer wie AMDs FX-9590 (Last) oder FX-4350 (Idle) sind da nur eine Facette. Wer sich jetzt jedoch wundert, warum beispielsweise ein Intel Core i7-5960X im direkten Vergleich dann schon fast wie eine Stromspar-CPU wirkt, der sei auch daran erinnert, dass all diese CPUs sehr nahe am jeweiligen Sweet-Spot betrieben werden, während die größeren FX-Modelle von AMD und auch einige wenige Intel-CPUs schon ab Werk in Richtung Effizenzverlust getrieben werden.

Wir haben für den direkten Vergleich mit Absicht eine größere Auswahl an CPUs gewählt, die ein sehr großes Performance- und damit auch Leistungsaufnahmespektrum abdecken.

Idle (Klick für Vollbild)Idle (Klick für Vollbild) Gaming (Klick für Vollbild)Gaming (Klick für Vollbild) Torture (Klick für Vollbild)Torture (Klick für Vollbild)

Doch beginnen wir jetzt endlich mit der Auswertung: Sehr positiv fällt erst einmal die geringe Leistungsaufnahme der beiden neuen CPUs im Idle auf, die mit Skylake noch einmal deutlich verringert werden konnte.

Aber auch beim Gaming mit externer Grafik kann Skylake in Form des Core i5-6600K gut punkten, auch wenn Broadwell vor Kurzem neue Maßstäbe gesetzt hat. Das gelingt wohl sicher auch dadurch, dass die integrierte Grafiklösung in diesem Modus fast gegen Null tendiert, während bei den älteren Lösungen mit integrierten Grafikeinheuten immer etwas „Schwund“ entsteht. Lediglich der Core i7-6700K fält etwas aus dem Rahmen, aber das hatten wir ja schon ausführlich beschrieben und auch unsere Mutmaßungen dazu geäußert.

Unter maximaler Last ergibt sich ein sehr ähnliches Bild, wobei der Unterschied von rund 21 Watt zum älteren Core i7-4790K für unseren Geschmack zu hoch ausfällt. Wir werden deshalb versuchen, nach dem Launch eine Retail-CPU nachzumessen und unsere Ergebnisse gegebenenfalls auch zu updaten, sollte es nur an unserem Engineering Sample gelegen haben.

Betrachten wir nun noch einmal die Messwerte der beiden neuen CPUs in der tabellarischen Gegenüberstellung:

Intel Core i5-6600K
Intel Core i7-6700K
Idle ohne IGP:
3,82 Watt 3,46 Watt
Idle mit IGP: 5,96 Watt 5,62 Watt
Gaming ohne IGP:
52,17 Watt 75,89 Watt
Gaming mit IGP: 69,26 Watt 83,42 Watt
Torture (CPU, FPU, Cache, IGP)
73,13 Watt
100,35 Watt

Temperaturentwicklung beim Stresstest

Die Kerntemperatur liegt beim Core i5-6600K im Mittel aller Kerne nach 30 Minuten bei rund 48°C, die des Core i7-6700K bei circa 64°C. Die 73°C-Grenze wurde auch in den Peaks nie überschritten.

Da wir diesmal als Reaktion auf das Feedback unserer Leser wieder mit unserem Referenz-Lüftkühler und nicht mit einer AiO-Kompaktwasserkühlung gearbeitet haben, sind diese Ergebnisse durchaus als gut zu bewerten. Die höhere Abwärme des Core i7-6700K ist dabei die logische Folge der deutlich höheren Leistungsaufnahme.

Als Fazit kann man jedoch festhalten, dass sich beide CPUs auch mit Luft noch sehr gut kühlen lassen, was beim langsameren Core i7-4770K nicht wirklich immer souverän gelang, wenn man auch nur leicht übertakten wollte.

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