Windows 10: Warum AMD sich auf Microsofts neues OS freut

Windows 10 wirft nicht mehr nur seine Schatten voraus, sondern tritt vielmehr bereits die halb geöffneten Türen ein. Insbesondere die Gaming-Gemeinde wartet sehnsüchtig auf DirectX 12: Bereits nach den ersten Previews auf Basis der Beta-Version von Microsofts kommendem Betriebssystem scheint sich abzuzeichnen, dass das neue API neben den üblichen, qualitätsverbessernden Features vor allem auch für eine Ressourcen-sensitivere Hardware-Nutzung sorgt, was sich für den einzelnen Nutzer in mehr FPS-Leistung niederschlagen sollte.

AMD sieht in DirectX 12 vor allem eine hervorragende Möglichkeit zur vollständigen Ausnutzung der aktuellen GCN-Grafikkartenarchitektur, die unter dem veralteten Vorgänger so ganz einfach noch nicht möglich war. Aus genau diesem Grund lud der Hersteller auch zum DirectX-12-Briefing ein und präsentierte die eigenen Hardware-Lösungen als “The Most Complete Windows 10 Experience”.

Während in einem ersten Teil vor allem auf generelle Vorteile des neuen Windows 10 eingegangen wurde, die von AMD unterstützt werden, ging es in einem zweiten Teil um das für Gamer besonders spannende DirectX 12.

Generelle Anmerkungen

Zunächst einmal unterstützt AMDs Hardware diverse Formen der Hardware-Beschleunigung, bei denen vor allem die hauseigenen APUs als kostengünstige Verbindung aus Prozessor- und Grafikkartenkernen punkten sollen. Compute-Power heißt hier das Stichwort und beschreibt die Möglichkeit, gleichzeitig beide Teile der APU als Compute Units nutzen zu können.

Damit bezieht sich AMD sowohl auf die aktuelle Kaveri-Generation für den Desktop-Sockel FM2+ als auch die – leider immer noch nicht auf dem Markt verfügbaren – mobilen Carrizo-APUs für Notebooks, über die wir kürzlich vom AMD Tech Day berichteten.

Im Gegensatz zu Intel verfügte AMD bislang bekanntlich über den schwächeren CPU-, aber den leistungsstärkeren GPU-Teil, auch wenn die Prozessorschmiede aus Santa Clara hier mit den – allerdings deutlich teureren – Modellen der Broadwell-Generation ein beeindruckendes Gesamtpaket präsentieren konnte.

Somit würden günstige APUs eine umso interessantere Wahl für Einsteiger- und Mittelklasse-Systeme darstellen, je besser die CPU- und GPU-Kerne als Compute Units zusammenarbeiten.

Programmbeschleunigung unter Windows 10

AMDs APUs bieten Hardware-Beschleunigung für die Wiedergabe von Filmmaterial wie H.264/MPEG-4 AVC sowie den mutmaßlichen Nachfolger H.265/HEVC. Zudem unterstützen sie Hardware-beschleunigte HTML5- und WebGL-Wiedergabe in Microsofts neuem und mit Windows 10 ausgelieferten Edge-Browser.

Neben einer zusätzlichen Beschleunigung des User Interface des neuen Betriebssystems sieht AMD vor allem auch einen deutlichen Vorsprung des eigenen APU-Ansatzes gegenüber Intels etwa gleich teurem Einstiegsmodell aus der Haswell-Generation: Wird ein Laufwerk mittels des unter Windows 10 Professional enthaltenen Programms Bitlocker verschlüsselt, soll der kleine AMD A8-7670K deutlich schneller arbeiten als Intels Core i3-4160.

Unterstützung diverser Windows 10 Features

Bereits vor wenigen Tagen wurde von AMD mit dem Catalyst 15.7 ein für Windows 10 konzipierter Treiber veröffentlicht, der dem neuen Windows-Treibermodell WDDM 2.0 entspricht und DirextX 12 voll unterstützt, was wiederum eine ganze Reihe an Vorteilen mitbringen soll. Diese schließen nicht nur neue Effekte ein, die seitens der Grafikkarte dargestellt werden können, sondern beispielsweise auch eine generell bessere Ressourcenverwaltung und ein besseres Ansprechverhalten zur Reduzierung von Latenzen beim Bildaufbau. Achtung: Kompatibel sind nur AMD-GPUs ab der HD-7000-Serie, die bereits über die GCN-Architektur verfügt.

Weitere Vorteile sieht AMD in der Unterstützung von kabelloser Bildübertragung von durch eine APU berechnetem H.264-Material auf den Monitor und die bessere Leistung gegenüber Intels Einstiegsprozessoren im Bereichs des Packens von Dateien: Hier wurden abermals AMD A8-7670K und Intel Core i3-4160 gegenübergestellt.

Für Entertainment relevante Funktionen

Aus Spielersicht ist hier neben der Unterstützung von DirectX 12 vor allem anderen sicherlich das Explicit GPU Rendering zu nennen, auf das wir auf der nächsten Seite näher eingehen wollen. Weitere Vorteile sieht AMD abermals im nativen En- und Dekodieren von H.264-Inhalten, wodurch entsprechend im laufenden Betrieb Ingame-Szenen aufgezeichnet werden können oder eine APU genutzt werden kann, um Inhalte von einer Xbox One auf den PC zu streamen.

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