Spezial-Festplatten: Western Digital Red, Green und Purple im Test

Seit einiger Zeit hat WD interne 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Festplatten im Angebot, die zwar fast das gleiche Innenleben besitzen, sich aber trotzdem an ein sehr unterschiedliches Zielpublikum richten. Gemeint sind die WD-Produktreihen Red, Blue, Green, Black und Purple. Der Hauptunterschied zwischen den HDDs kommt durch eine angepasste Firmware zustande, dank der die Laufwerke das vom Hersteller jeweils anvisierte Einsatzgebiet ideal bedienen sollen.

Damit Käufer leichter erkennen, welche Festplatte sich nun am besten für welche Aufgabe eignet, hat WD deren Eigenschaften in einem Farbschema zusammengefasst. So steht beispielsweise grün für stromsparenden Betrieb und schwarz für maximale Leistung. Die bunten Laufwerke lassen sich in drei Hauptkategorien einordnen.

WD Red: NAS statt Desktop oder Nearline

Den Anfang macht die WD Red, die im 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Format erhältlich ist. Die “roten” Festplatten ordnen sich zwischen HDDs ein, die für Desktop-spezifische Anforderungen ausgelegt sind, und Nearline-Festplatten, die eher an Server-Aufgaben ausrichtet sind. Damit sitzt die WD Red zwischen den Stühlen, denn der Hersteller ordnet sie weder dem einen noch dem anderen Einsatzgebiet wirklich zu.

WD visiert explizit eine dritte Klientel an, nämlich eine NAS-Kundschaft, die kein Profi-NAS im 19-Zoll-Server-Rack oder ähnlicher Größenordnung betreibt, sondern einen kleinen Netzwerkspeicher in den eigenen vier Wänden oder in einer Büroumgebung einsetzen will. Features wie geringe Betriebstemperatur, niedrige Leistungsaufnahme, hoher Datendurchsatz beim Streaming sowie eine niedrige Drehzahl stehen bei der WD Red im Vordergrund.

WD Blue, Green und Black: Desktop-Festplatten

Weiter geht es mit den 2,5- und 3,5-zölligen Desktop-HDDs der Reihen Blue, Green und Black. Die WD Blue positioniert sich als solides Allround-Laufwerk der Einstiegsklasse, das sich beispielsweise als Systemlaufwerk ebenso gut machen soll wie als genügsamer Datenspeicher. Passend zu ihrem Farbcode ist die WD Green eine “Öko”-Laufwerksreihe, die sich durch kühlen und ruhigen Betrieb, geringe Temperaturentwicklung und höhere Zuverlässigkeit auszeichen soll. Ganz auf Performance getrimmt ist dagegen die WD Black. Mit dieser Festplatte visiert WD ein kreatives und spielbegeistertes Publikum an, die vom Massenspeicher ihres PCs eine möglichst hohe Leistung erwarten.

WD Purple: Videoüberwachungs-Spezialist

Ebenso wie die WD Red bedient auch die WD Purple eine besondere Zielgruppe, wobei es beim lilafarbenen Laufwerk noch etwas spezieller zugeht: Die WD Purple wird für Videoüberwachungssysteme angeboten, die in den eigenen vier Wänden oder kleinen bis mittelständischen Unternehmen stehen. Die Laufwerke sind für Dauerbetrieb ausgelegt und sollen hohen Temperaturschwankungen und Gerätevibrationen gleichermaßen gut standhalten, wie sie etwa bei Outdoor-Kameras vorkommen. Die WD Purple gibt es nur als 3,5-Zoll-Laufwerk.

Im Test: Die 6-TByte-Version von WD Red, WD Green und WD Purple

Wir haben uns die Frage gestellt, ob WD mit seiner bunten Festplattenmischung wirklich solche ausgewiesenen Spezialisten im Angebot hat, die aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften die bessere Wahl darstellen als Standard-HDDs. Oder anders gefragt: Lohnt sich beispielsweise der Kauf einer WD Green, wenn man nach einem sparsamen Desktop-Laufwerk sucht, oder bleibt die Firmware-Maßanfertigung gegenüber einer nicht optimierten Standard-HDD ohne nennenswerte Auswirkungen?

Um das heraufzufinde, haben wir uns exemplarisch die 6-TByte-Spitzenmodelle der WD-Laufwerksreihen Red, Green und Purple ins Labor geholt. Ein Blick in die jeweiligen technischen Daten zeigt, dass die drei Testkandidaten intern so gut wie identisch aufgebaut sind. Ideale Voraussetzungen also, um aufzuzeigen, wie stark sich die unterschiedlichen Firmware-Optimierungen in der Praxis auswirken.

Technische Daten

Testkonfiguration Performance-Tests

Hardware Details
CPU: Intel Core i5-2500K (32 nm, Sandy Bridge, D2), 4C/4T, 3.3 GHz, 4x 256 KByte L2 Cache, 6 MByte L3 Cache, w/ HD Graphics 3000, 95 Watt TDP, 3.7 GHz max. Turbo
Motherboard (Sockel 1155): Gigabyte Z68X-UD3H-B3, Revision: 0.2, Chipset: Intel Z68, BIOS: F3
RAM: 2x 2 GByte Corsair TR3X6G1600C8D, DDR3-1333,
System-SDD: Intel X25-M G1, 80 GByte, Firmware 0701, SATA 3 GBit/s
Controller: Intel PCH Z68, SATA/600 
Netzteil: Seasonic X-760 760W, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Performance-Messungen: h2benchw 3.16
PCMark 7 1.0.4
I/O-Performance: IOMeter 2006.07.27
Fileserver-Benchmark
Webserver-Benchmark
Database-Benchmark
Workstation-Benchmark
Streaming Reads
Streaming Writes
4K Random Reads
4K Random Writes
System-Software & Treiber
Treiber: Details
Betriebssystem: Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf: 9.2.0.1030
Intel Rapid Storage: 10.5.0.1026

Testkonfiguration Leistungsaufnahme

Hardware Details
CPU: Intel Core 2 Extreme X7800 (65 nm, Merom XE, E1), 2C/2T, 2.6 GHz, 4 MByte L2 Cache, 44 Watt TDP
Motherboard (Sockel 478): MSI Fuzzy GM965, Revision: 1.0, Chipset: Intel GM965, BIOS: A9803IMS.220
RAM: 2x 1 GByte Crucial BallistiX CM128M6416U27AD2F-3VX, DDR2-666
System-HDD: Western Digital WD3200BEVT, 320 GByte, SATA 3 GBit/s, 5400 U/min
Controller: Intel ICH8-ME
Netzteil: Seasonic X-760 760W, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Video-Playback: VLC 1.1.1
Big_Buck_Bunny_1080p
I/O-Performance: IOMeter 2006.07.27
Database-Benchmark
Streaming Writes
System-Software & Treiber
Treiber: Details
Betriebssystem: Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf: 9.2.0.1021
Intel Graphics: 15.12.75.4.64

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