bq Aquaris E5, Honor 6, Moto G2 & Nokia Lumia 735 im Test: Was bietet die Mittelklasse?

Mit dem Abeger “Honor” hat der chinesische Hersteller Huawei eine neue Marke entwickelt, mit der High-End-Geräten das Leben schwer gemacht werden soll. Das Honor 6 verspricht folgerichtig Oberklasse-Leistung zu Mittelklasse-Preisen.

Das beginnt schon bei der Außenhaut und der Verarbeitung: Optisch erinnert das Smartphone an das Huawei Ascend P7, wirkt allerdings nicht ganz so scharfkantig. Die Ober- und Unterseite sind aus Glas und liegen auf einem silbern lackierten Rahmen auf, der nicht das gesamte Gehäuse umfasst: Die untere Stirnseite besteht wie die Rückseite aus weißem Kunststoff.

Die Verarbeitung ist durchweg hochwertig: Auch unter Druck verwindet sich nichts oder gibt Geräusche von sich. Mit einer Grundfläche von 14 x 6,9 cm und einer Bauhöhe von 0,75 cm wirkt das Honor 6 vergleichsweise schlank und fühlt sich in der Hand angenehm an, wozu auch das moderate Gewicht von 130 g beiträgt.

Software

Hinsichtlich der Software setzt Huawei beim Honor 6 auf Android 4.4.2, das mit der hauseigenen EmotionUI-Oberfäche in der Version 2.3 überzogen wird, die sich durch eine Neugestaltung der Symbole in einem noch schematischeren Antlitz als bei der Vanilla-ROM sowie knallige Farben auszeichnet. 

Dem konservativen Mitteleuropäer mag das aber ein bisschen zu poppig sein; hier wäre die neuere 3.0 Variante, die bereits auf dem Huawei Ascend Mate 7 installiert wird, wünschenswert gewesen. Bei den Apps zeigt sich der Hersteller wenig spendabel. Neben den üblichen Tools findet sich zwar eine vollwerige Office-Software von Kingsoft, die Gameloft-Spiele sind aber leider nur Demos.

Full-HD-Display

Getreu den Prinzipien der noch jungen Marke integriert das Honor 6 ein fünf Zoll großes Panel, das Inhalte mit 1920 x 1080 Pixeln (Full-HD) auflöst. Das IPS-Display mit einer Pixeldichte von 441 ppi präsentiert knackige Farben und hohe Kontraste und gefällt überdies mit einer Ausleuchtung ohne sichtbare Lichthöfe.

Im Labor zeigt sich dennoch eine vergleichsweise ungleichmäßige Verteilung der Leuchtkraft: Bei fünf Messpunkten lag der Spitzenwert bei 387 cd/m², die dunkelste Stelle wurde mit 332 cd/m² gemessen. Im Durchschnitt ergab sich eine Leuchtdichte von 357,4 cd/m². Das ist ordentlich, aber nicht spitzenmäßig und kann an sehr sonnigen Tagen den Wusch nach mehr aufkommen lassen.

Mono-Lautsprecher

Beim Honor 6 hat Huawei eigentlich nicht an der Ausstattung gespart – mit einer Ausnahme: Der Hersteller setzt auf einen einzelnen Lautsprecher, der zudem nicht besonders günstig in der Rückseite verbaut wurde. Eine andere Platzierung hätte dem Klangvolumen gut getan.

Zumal der Klang der Box insgesamt noch als brauchbar durchgehen kann: Zwar fehlt es dem Sound an Tiefe und die Höhen übersteuern leicht, aber immerhin ist die Wiedergabe der Töne klar und auch bei voller Lautstärke ächzt und krächzt nichts.

Auch hinsichtlich seine Fähigkeiten als klassisches Telefon gibt sich das Honor 6 keine Blöße: Das Gespräch wird ohne jegliche Verzerrung ans Ohr gebracht und die Lautstärke ist ausreichend hoch, um auch in lauteren Umgebungen telefonieren zu können. Und trotz eines leichten Grundrauschens lässt sich in punkto Verständlichkeit nichts bemängeln.

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