bq Aquaris E5, Honor 6, Moto G2 & Nokia Lumia 735 im Test: Was bietet die Mittelklasse?

Mit bq schwebt ein noch junger Hersteller aus Spanien in den hiesigen Gefilden ein, der sich der Entwicklung von Smartphones und Tablets, aber auch von 3D-Druckern und Roboterbaukästen für Kinder verschrieben hat. Mit dem Aquaris E5 FHD hält bq ein Smartphone bereit, das – wie auch nicht anders zu erwarten war – durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen soll.

Die Basiswerte des Displays – ein Panel mit einer Diagonale von fünf Zoll und Full-HD-Auflösung – verrät schon der Name. Der dahinter verbaute Mediatek-Prozessor soll mit acht bis zu 2,0 GHz schnellen Kernen für reichlich Vortrieb sorgen und kann dazu auf einen zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher zugreifen.

Daten finden auf dem 16 Gigabyte fassenden Festspeicher Platz, der mit einer microSD-Karte erweitert werden kann. Zwei Kameras sind integriert, die Aufnahmen an der Front mit fünf und an der Rückseite mit 13 Megapixeln auflösen. Gespart wird bei der Netzwerktechnik: Das bq Aquarius E5 FHD kommuniziert in WLAN-Netzen mit den Standards b/g/n und übermittelt unterwegs lediglich in UMTS-Netzen Daten.

Große Kiste mit Kanten

Das Aquaris E5 ist hinsichtlich seiner Außenhaut nicht wirklich ein Leuchttum innovativen Fortschritts: Das Display sitzt in einem klassisch gehalten Unibody-Gehäuse aus schwarzem Kunststoff, das zwar mit einer Grundfläche von 14,2 x 7,1 x 0,9 cm keinen Preis für schlanke Formen gewinnt, aber auch noch keine all zu klobige Erscheinung ist.

Kleine Hände stoßen bei diesen Ausmaßen jedoch schon an Grenzen, zumal die Lautstärkewippe und noch mehr die Power-Taste recht weit oben im rechten Gehäuserand plaziert sind. Mit 134 g ist das Gewicht zwar angenehm niedrig, in der Hand stören allerdings die etwas scharfen Kanten des Gehäuses.

Bei der Verarbeitung scheint sich der Hersteller selbst nicht so ganz zu trauen, denn schon beim Start wird dem Nutzer eine 20 Euro teure Smartphone-Versicherung angeboten, zu der auch ein Link führt, der hinter einem Icon auf dem Heimbildschirm platziert ist.

Tatsächlich kann das Aquaris E5 zumindest hinsichtlich der gefühlten Wertigkeit nicht ganz mit den drei Konkurrenten mithalten, was vor allem der matten Kunststoff-Rückwand geschuldet ist, die im Vergleich zu den anderen Modellen schlicht wirkt. Das Gehäuse wirkt “weich”, auch wenn sich die Verwindungen selbst unter Druck in sehr engen Grenzen bewegen.

Beim Betriebssystem aufs Wesentliche reduziert

Bei der Software vertraut bq auf die Erfahrungen von Google und installiert Android 4.4.2 in Form einer Vanilla-ROM, verzichtet also auf eigene Anpassungen und Oberflächen. Ebenso spartanisch ist das mitgelieferte Angebot an Apps, das ausschließlich aus den Basisangeboten der Google-Dienste besteht. Das muss aber gerade bei einem günstigen Gerät nicht unbedingt schlecht sein – besser schlank und spartanisch als dem User eine verkorkste eigene Billig-UI aufs Auge drücken.

Full-HD-Display mit mäßiger Helligkeit

Das Aquaris E5 soll ambitionierteren Nutzern eine gute Basis liefern, was sich nicht zuletzt in einem Display ausdrückt, das mit einer – für diese Klasse hohen – Full-HD-Auflösung überzeugen will, allerdings etwas höhere Kontraste bereithalten könnte. Nicht völlig überzeugen kann der Bildschirm, der wie auch der des Honor 6 eine Pixeldichte von 441 ppi bietet, hinsichtlich der Leuchtdichte: Im Mittel messen wir im Test 282,4 cd/m²; die Abweichung zwischen hellster (303 cd/m²) und dunkelster Stelle (253 cd/m²) betrug 50 cd/m².

Zwei Boxen mit brauchbarem Klang

Deutlich sichtbar sind links und rechts neben der USB-Schnittstelle in der unteren Stirnseite zwei Boxen in das Smartphone integriert. Auch wenn sie natürlich keinen echten Stereo-Sound erzeugen können, wirkt der Klang bei der Medienwiedergabe insgesamt voller als bei den Kandidaten mit einer einzelnen Box. Zudem ist die maximale Lautstärke recht ordentlich, sodass die Boxen in der Praxis nicht immer voll ausgefahren werden müssen und das häufig mit voller Lautstärke einhergehende Scheppern und Dröhnen vom Nutzer weniger störend wahrgenommen wird.

Dabei muss beim Aquaris nicht mal davor zurückgeschreckt werden, die Leistung im vollen Umfang abzufragen: Insgesamt sind klingen die kleinen Quäker zwar etwas blechern und der Bass ächzt mehr als das er wummert, aber unterm Strich sind Leistungen an dieser Stelle jedoch durchaus passabel.

Passabel sind auch die Fähigkeiten des Smartphones beim Telefonieren – wobei sich an dieser Stelle die Frage stellt, warum der Hersteller die Möglichkeiten der Boxen nicht ausreizt, wenn Lautsprecher und Mikrofon fürs Freisprechen genutzt werden. Dann ist das Aquaris E5 nämlich ziemlich leise und lässt schon in marginal lauteren Umgebungen Verständlichkeit vermissen. Auch am Ohr würde sich mancher Nutzer sicherlich etwas mehr Lautstärke wünschen – und sei es nur, um das Gegenüber auch noch in einer Bahnhofshalle verstehen zu können.

An der Übertagungsqualität gibt es aber nur wenig auszusetzen: Das Gespräch wirkt zwar etwas dumpf, die Stimme des Gesprächspartners wird jedoch natürlich und ohne Verzerrungen übertragen. Auch ein Hintergrundrauschen konnte im Test nicht festgestellt werden.

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