Apple iPhone 6 Plus im Test: Metallenes Phablet mit Biegesucht?

Mit der sechsten Generation seines Smartphones dringt Apple erstmals in die Phablet-Region vor. Die Konkurrenz in Person von Samsung, LG, Sony und HTC haben entsprechende Produkte bereits seit vielen Monaten erfolgreich auf dem Markt, teils bereits in der dritten Generation.

Aber wie so oft kommt die Reaktion aus Cupertino zwar oft mit deutlicher Verspätung, dann aber meist mit einem Paukenschlag. Der ist Apple auch beim iPhone 6 Plus gelungen. Der Aufruhr um das 5,5 Zoll große Smartphone war in der Form aber wohl eher nicht gewollt. Ein neues iPhone – ein neuer Skandal, neudeutsch “Gate”. In diesem Fall also Bendgate.

Aus unserer Sicht ist da nicht ganz so viel dran wie uns viele Berichte glauben lassen wollen. Dennoch halten wir das Gehäuse des iPhone 6 Plus nicht für qualitativ so hochwertig, wie wir es bisher von Apple gewohnt sind – und es die Kalifornier beim kleinen 6er auch wieder einmal hinbekommen haben. Das fehlende Quäntchen Stabilität wiegt aus unserer Sicht aber nicht so schwer wie die schiere Größe – oder besser Länge – des iPhone 6 Plus.

Dass man ein 5,5-Zoll-Display auch in einem deutlich kürzeren Gehäuse unterbringen kann, zeigt LG mit dem G3. Und eine kompaktere Bauform würde unter Umständen auch ganz nebenbei das Stabilitätsproblem lösen. Denn eine geringere Länge führt zu einem kleineren mechanischen Hebel. Ob das schon ausreichen würde, ist allerdings nur eine Vermutung.

Was in jedem Fall ausreicht, ist die Leistung des ersten Apple-Phablets. Denn mit dem A8-Chip zeigen die Kalifornier wieder einmal, dass es nicht unbedingt viele Rechenkerne und astronomische MHz-Zahlen braucht, um Höchstleistung zu bringen. Dennoch dürfte Apple langsam mal über einen größeren Arbeitsspeicher nachdenken.

Deutliche Fortschritte sind bei Thema Display zu verzeichnen. Das iPhone 6 Plus löst nicht nur ungleich höher auf als seine Vorgänger, es hat auch in Sachen Kontrast und Blickwinkelstabilität deutlich zugelegt. Auch bei den Kameras gibt es Verbesserungen zu vermelden. Zwar bleibt die Auflösung gleich, die schnelle Fokussierung weiß aber zu begeistern – ebenso wie die Bildqualität und die Features wie Zeitlupe und Zeitraffer. Der optische Bildstabilisator macht seine Sache gut, lässt sich aber leider nicht deaktivieren.

Fazit

Was bekommt man am Ende für seine mindestens 800 Euro? Ein extrem leistungsstarkes Phablet mit tollem Display und sehr guten Kameras, das leider deutliche Übergröße und leichte Stabilitätsprobleme hat – und iOS 8.0.2 läuft zudem auch noch nicht ganz rund.

Ebenfalls interessant...