Apple iPhone 6 Plus im Test: Metallenes Phablet mit Biegesucht?

Inhaltsverzeichnis

<< >>

Aufgrund der weitgehend identischen technischen Eckdaten erwarten wir uns vom iPhone 6 Plus Leistungswerte, die weitestgehend auf dem Niveau des Schwestermodells liegen. Die höhere Auflösung könnte grafiklastige Tests negativ beeinflussen. Im Gegenzug ist der A8 im iPhone 6 Plus angeblich minimal höher getaktet. Also auf ins Rennen.

Synthetische Benchmarks

Mittlerweile haben fast alle Anbieter von Benchmarks ein an iOS 8 angepasstes Update herausgebracht, so dass wir beim Test des iPhone 6 Plus kaum mehr Schwierigkeiten hatten. Beginnen wir wie immer mit den synthetischen Tests; den Anfang macht der Geekbench 3.

Hier konnte sich das Apple iPhone 6 ganz vorne platzieren und selbst die starken Vierkerner in den Android-Boliden in Schach halten. Der große Bruder schneidet mit 1612 bzw. 2877 Punkten (single/multicore) allerdings geringfügig schwächer ab und muss sich beim Einsatz aller Rechenkerne auch dem Samsung Galaxy S5 knapp geschlagen geben.

Beim AnTuTu v5 sieht die Sache indes schon ganz anders aus: Mit 50355 Punkten distanziert das 6 Plus die versammelte Android- und Windows-Phone-Konkurrenz um Längen. Zudem setzt es sich auch leicht von seinem Schwestermodell ab. Der Vorsprung beträgt aber nur gut zwei Prozent.

Das ist auch in etwa der Abstand, den das iPhone 6 Plus bei den Grafik-Tests zwischen sich und das 4,7-Zoll-Modell bringt: Beim GFXBenchmark 2.7 (44,8/52,4 fps off-/onscreen) und 3.0 (18,8/30,6 fps off-/onscreen) setzt Apples Phablet neue Maßstäbe – und zwar sowohl on- als auch offscreen.

Im 3DMark Ice Storm Unlimited muss es mit seinen 17869 Punkten dem Samsung-Topmodell und dem Sony Xperia Z1 Compact knapp den Vortritt lassen, platziert sich aber wiederum minimal vor seinem Fast-Zwilling.

Browser- und Storage-Benchmarks

Das iPhone 6 haben wir erst kürzlich zum “Internet-Performance-König” gekrönt. Doch der große Bruder setzt direkt zum Sturm auf den Thron an – und der wackelt gewaltig.

Schon beim Google Octane v2 zeigt das 5,5-Zoll-Smartphone seinem kleineren Verwandten, wo es langgeht: 7264 Punkte streicht das Plus ein, immerhin noch einmal gut 170 Punkte mehr als das iPhone 6 – und das hatte bereits einen absoluten Spitzenwert erzielt.

Auch beim Browsermark 2.1 stand beim kleinen Bruder ein Bestwert zu Buche. Dafür waren allerdings zahlreiche Versuche erforderlich, da der Test regelmäßig abstürzte. Das ist beim Plus nicht besser – im Gegenteil: Auch nach zig Durchläufen spuckte der Benchmark kein Ergebnis aus.

Das ändert aber nichts an der herausragenden Internet-Performance des iPhone 6 Plus, die auch der Javascript-Test Sunspider 1.0.2 bestätigt: Mit 352 Millisekunden benötigt das Phablet zwar etwa 20 Millisekunden mehr als das “normale” 6er, aber Ergebnis ist dennoch hervorragend.

Peacekeeper und WebXPRT 2013 stoßen da ins selbe Horn, beide sehen das iPhone 6 Plus aber knapp vor dem iPhone 6. Am Ende ist es ein enges Rennen um die Internet-Krone. Letztlich setzt sich das iPhone 6 Plus aber knapp gegen seinen kleinen Bruder durch.

Bei der Überprüfung des Flash-Speichers müssen wir in Ermangelung einer iOS-Version des AndroBench 3 auch beim iPhone 6 Plus auf einen Vergleichswert des Passmark Performance Tests zurückgreifen. Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben ist das Plus demnach deutlich langsamer als das kleine 6er: 204 bzw. 52 MByte/s lauten die Lese- und Schreibwerte. Durchaus sehr gute Ergebnisse, aber gerade beim Schreiben fast 20 MByte/s langsamer als das Schwestermodell.

Display

Schon beim iPhone 6 konnten wir eine Verbesserung der Display-Qualität gegenüber dem iPhone 5S verzeichnen. Vor allem der Schwarzwert wurde etwa besser und im Resultat davon auch der Kontrast höher. Einen noch größeren Schritt hat die neue Generation allerdings in puncto Blickwinkelstabilität gemacht. Da hat Apple nicht zu viel versprochen, das “Retina HD”-Display reicht fast an die AMOLEDs von Samsung und Nokia heran.

Das iPhone 6 Plus macht es genauso gut wie der kleine Bruder: Mit 515 cd/m² fällt die Helligkeit ähnlich aus. Dabei ist der Schwarzwert mit 0,59 cd/m² sogar identisch. 873:1 lautet der errechnete Kontrastwert, der dennoch deutlich unter der Herstellerangabe von 1300:1 liegt. Am Ende hinterlassen die Displays beider neuer iPhones einen sehr guten Eindruck mit extremer Blickwinkelstabilität. Der Schwarzwert dürfte aber noch einen Tick besser sein.

Natürlich kommen auch bei der Hauptkamera des Apple iPhone 6 Plus die “neuen” Focus Pixel für eine schnellere und zuverlässigere Fokussierung zum Einsatz. Überhaupt gibt es hinsichtlich der Kamera nahezu keine Unterscheidungsmerkmale zwischen großem und kleinem Sechser. Der einzige Unterschied ist der optische Bildstabilisator der Plus-Version.

Videos werden auch beim Plus mit Full-HD und 60 fps aufgenommen, Zeitlupenaufnahmen mit satten 240 fps in HD und Zeitraffervideos sind ebenfalls möglich. Die Qualität der Aufnahmen ist mit denen des iPhone 6 vergleichbar. Auch das große Smartphone hat mit weißen Flächen so seine Schwierigkeiten.

Der optische Bildstabilisator bringt indes beim Freihandfilmen spürbare Verbesserungen. Leider lässt er sich nicht deaktivieren, was sich bei der Nutzung eines Stativs nachteilig auswirken kann.

Auch bei Fotoaufnahmen macht sich der optische Stabi bezahlt. Die Aufnahmen zeigen durch die Bank noch ein wenig mehr Schärfe als beim Schwestermodell. Auch Panoramabilder und Aufnahmen bei Available Light profitieren von der Stabilisierung. Damit ist das iPhone 6 Plus aktuell eines der besten Kamera-Smartphones.

Mit seiner Auflösung von nur acht Megapixeln hinkt es zwar in diesem Bereich der High-End-Konkurrenz weit hinterher, aber Lichtstärke zählt meist mehr als eine hohe Pixelanzahl.

Selfie mit der FrontkameraSelfie mit der Frontkamera

DrinnenDrinnen

Draußen #1Draußen #1

Draußen #2Draußen #2

Akkulaufzeit

Im Gehäuse des Apple iPhone 6 Plus findet ein deutlich größerer Akku Platz als im normalen 6er – 2915 zu 1810 mAh geht dieser Vergleich aus.

Apple verspricht eine Akkulaufzeit beim Surfen von rund zwölf Stunden. Das iPhone 6 hat uns in dieser Hinsicht ja arg enttäuscht. Statt der vom Hersteller prognostizierten Laufzeit von elf Stunden ermittelten wir im WLAN-Surftest bei 160 cd/m² nur knapp 7,5 Stunden. Das Plus legt ein erheblich größeres Durchhaltevermögen an den Tag. Mit 12:22 Stunden hält es exakt fünf Stunden länger durch als sein kleines Schwestermodell – das sind Welten.

Allerdings muss man dem iPhone 6 auch zugute halten, dass es noch unter iOS 8.0 getestet wurde. Ein Nachtest mit Version 8.0.2 bescheinigt dem kleinen 6er eine um etwa eine Stunde längere Akkulaufzeit, also knapp 8,5 Stunden. Das ist allerdings immer noch weit von der Herstellerangabe von elf Stunden und ebenso von den besten Dauerläufern entfernt.

Sehr viel Geduld erfordert das Laden des Apple iPhone 6 Plus: Mehr als vier Stunden benötigt ein vollständiger Ladezyklus mit dem mitgelieferten 5-Watt-Netzteil.

Seiten:

Tags: , , , ,

Ebenfalls interessant...

Schreibe einen Kommentar

Privacy Policy Settings

Google Analytics Wir sammeln anonymisierte Daten darüber, welche Beiträge und News gelesen werden. Wir ermitteln dabei auch die Zeit - ebenfalls anonymisiert - wie lange ein Beitrag gelesen wurde. Dadurch können wir einfacher Themen anbieten, die Sie interessieren.
This website stores some user agent data. These data are used to provide a more personalized experience and to track your whereabouts around our website in compliance with the European General Data Protection Regulation. If you decide to opt-out of any future tracking, a cookie will be set up in your browser to remember this choice for one year. I Agree, Deny
622 Verbiete Google Analytics, mich zu verfolgen