Vergleichstest: Die stärksten CPU-Kühler im Dual Tower Format

Für einen Dual-Tower-Kühler wirkt der Kühlerkörper des Silver Arrow IB-E schon beinahe anmutig und grazil. Dennoch soll sich das Modell an der Leistungsklasse des Vorgängers orientieren und ein Maximum an Leistung bereitstellen. Im Vergleich zum be quiet! Dark Rock Pro 3 ist der Kühlkörper des Thermalright Silver Arrow IB-E um mehr als 200 Gramm leichter. Bedingt durch die beiden relativ schweren TY141-Lüfter schrumpft der Abstand im einsatzbereiten Zustand auf knapp über 100 Gramm zusammen. Dank seiner acht 6-mm-Heatpipes sollte Thermalrights Top-Modell in der Lage sein, besonders im Overclocking-Einsatz einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Die beiden Tower verfügen über jeweils 45 Aluminiumlamellen mit einer Materialstärke von 0,5 und einem Abstand von 1,5 mm. Die zackige Formgebung hinterlässt einen dynamischen Eindruck. Während die Finnen zur Innenseite hin hochgebogen wurden, zeigen sie an den Außenseiten nach unten. Zur Mitte wurden sie so ausgestanzt, dass die Kühlfläche sich zu dieser Position hin verjüngt.

Seitliche Aussparungen am Kühlkörper ermöglichen die Montage von bis zu drei Lüftern – zwei davon sind bereits im Lieferumfang enthalten. Klammern zur Montage eines dritten, optionalen Exemplars werden ebenfalls mitgeliefert. Die Heatpipes wurden durchgängig nebeneinander ausgerichtet, jede einzelne von ihnen liegt direkt im Luftstrom. An der Oberseite wurden sie mit einzelnen Blenden versehen, so dass der Premium-Anspruch des vollständig vernickelten Kühlers auch hinsichtlich der Optik nicht vernachlässigt wird.

Richtet man den Blick zur Bodenplatte, zeigen sich die Heatpipes wie von Thermalright gewohnt sauber eingelassen mit einem leichten Überstand des verwendeten Lots an den Öffnungen der Basiseinheit. Diese fallen allerdings kaum auf und sprechen bestenfalls für die durchgängige Verlötung zur Optimierung der Wärmeübertragung.

Die Heatpipes zeigen einen asymmetrischen Grundaufbau – allerdings wurden sie in diesem Fall nicht nach hinten gebogen, um die Kompatibilität zu den Arbeitsspeicher-Steckplätzen zu erhöhen, sondern seitlich geneigt. Dadurch ragt der Kühlkörper an der einen Seite weiter über die Bodenplatte hinaus als über die andere.

Der Sinn dahinter: Obwohl man aus Gründen der Kühlleistung alle Heatpipes nebeneinander aufgereiht hat, kann der Kühler so angebracht werden, dass das kürzere Ende in Richtung des PCI-Express-Slots auf dem Mainboard zeigt, der so trotz der beachtlichen Abmessungen des Silver Arrow IB-E nicht blockiert wird.

Die Bodenplatte selbst ist auf Hochglanz poliert und etwas länger als bei vielen Konkurrenzmodellen – acht Heatpipes wollen schließlich erst einmal untergebracht werden.

Als Lüfter setzt man auf zwei hauseigene, bekannte Modelle vom Typ TR-TY141 mit 14 x 15 cm Rahmenbreite. Etwas verwirrend ist, dass diese in der Bedienungsanleitung mit einem Drehzahlbereich von 600 bis 2500 U/min angegeben werden (Update vom 07.09.2014: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Fehler im Handbuch – die korrekte Drehzahlangabe liegt bei 900-1300 U/min), obwohl wir diese Lüfter nur mit minimalen 669 und maximalen 1353 U/min betreiben konnten.

Hält man sich bei der Montage an die vorgeschlagene Reihenfolge zur Anbringung am Kühlkörper mittels der beiliegenden Klammern, dann darf man sich über eine der derzeit am wenigsten problematischen und am einfachsten von der Hand gehenden Möglichkeiten der Lüfterbefestigung freuen. Die beiliegenden, selbstklebenden Entkopplungs-Gummis sollten allerdings vorher fest am Kühlkörper aufgedrückt werden.

Montage und Kompatibilität

Im Wesentlichen beruht die Montage auf der altbekannten Kombination von Universal-Backplate und Halterahmen für den Prozessorkühler. Neu ist allerdings eine zusätzliche Folie als Unterlage für die Kontaktfläche zwischen Metall-Backplate und dem PCB des Mainboards. Diese wird mit sockelspezifischen Abstandshaltern aus Plastik und Schrauben bestückt, die die Schrauben erfreulicherweise fest beklemmen.

Anschließend wird das Konstrukt von der Vorderseite des Mainboards mit Thumbscrews mit beidseitigem Innengewinde gekontert, auf denen ein Halterahmen zur letztlichen Kühlermontage verschraubt wird. Dieser fällt im Vergleich zu älteren Kühlermodellen von Thermalright schmaler aus, so dass es selbst bei Mainboards mit unüblicher Positionierung der Chipsatz- und Spannungswandler-Kühlkörper keinerlei Kompatibilitätsprobleme geben sollte.

Die finale Montage wird durch die Verschraubung einer den Kühler beklemmenden Montageplatte vollzogen. Wer über einen ausreichend langen Schraubenzieher verfügt, kann den Thermalright Silver Arrow IB-E auch auf einem bereits im Gehäuse verbauten Mainboard anbringen. Wer hingegen auf die beiliegende Montagehilfe in Form eines Sechskantschlüssels zurückgreifen muss, sollte die Hauptplatine vorher ausbauen.

Unter Umständen kann es sich kompliziert gestalten, die mittlere Schraube an der Oberseite des Mainboards festzudrehen: Hier ragt der Kühlkörper so weit herüber, dass wir mit etwas Fingerspitzengefühl und einem kleineren Schraubenzieher ans Werk gehen mussten.

Unbedingt zu beachten ist die richtige Einbaulage des Kühlkörpers: Durch den asymmetrischen Grundaufbau ist es vorgesehen, dass der weiter über die Bodenplatte hinausreichende Teil in Richtung der Oberkante des Mainboards angebrachte wird, damit der kürzere Teil nach unten in Richtung des obersten PCI-Express-Slots zeigt und diesen nicht blockiert.

Bringt man einen der Lüfter vom Typen Thermalright TR-TY141 vorne am Kühlkörper an, so überragt er auf einem Gigabyte GA-990FXA-UD7 zwar sämtliche RAM-Steckplätze, lässt aber dennoch genug Platz, um hier Module mit einer Standard-Bauhöhe von 3 cm (oder auch 1 mm mehr, falls ein sehr niedriger Heatspreader verwendet werden sollte) unterbringen zu können.

Wer auf die Möglichkeit zur Montage von insgesamt drei Lüftern am Kühlkörper verzichtet, kann aber auch ein Exemplar in der Mitte und eins an der Rückseite des Kühlers anbringen. In diesem Fall endet der Kühlkörper über dem ersten Steckplatz. In diesem können dann aber immer noch Module mit bis zu 4,5 cm Höhe untergebracht werden. Für den zweiten bis vierten Einschub gibt es dagegen keinerlei Einschränkung.

Es ist möglich, den Kühler auf AMD- und Intel-Mainboards in um 90° versetzten Schritten zu montieren. An der Oberseite des Mainboards ragt der Silver Arrow IB-E um etwa zwei Millimeter über – wer einen derart potenten Luftkühler einsetzt, wird real allerdings kaum durch die dadurch entstehenden potentiellen Nachteilen beim Einsatz eines zusätzlichen Radiators unter dem Gehäusedeckel beeinträchtigt werden.

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