Qualcomm Snapdragon 801 vs. 800: Der kleine Unterschied

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Der im Galaxy Note 3 verbaute Qualcomm Snapdragon 800 war nach Angaben von Samsung ein MSM8974AB – und unter derselben Bezeichnung wird bei Sony ein Snapdragon 801 hinter dem Display des Xperia Z2 Tablets verbaut. Verwirrend? In jedem Fall, denn eigentlich müsste zu einer bestimmten Modellnummer doch auch ein bestimmter Chip zugeordnet werden können, oder etwa nicht? Dennoch sind es nicht die gleichen Chips!

Drei Überarbeitungen des 8×74

Ein Teil des Durcheinanders ist dem Fakt geschuldet, dass es bisher drei Auffrischungen des Snapdragon 80x gibt. Dabei ist es allerdings notwendig, die Unterschiede zu verstehen, bevor man sich mit dem Snapdragon 801 im Detail auseinandersetzt.

Das erste SoC, das Qualcomm als Snapdragon 800 zusammenstellte, wurde ausschließlich zu Entwicklungs- und Testzwecken produziert. Diese erste Version war nie für ein Endgerät gedacht und wurde dementsprechend auch nicht in einem Seriengerät verbaut.

Der Snapdragon 800 kam in Geräten wie Googles Nexus 5, LGs G2, Sonys Xperia Z1 und einer ganzen Reihe von Samsung Galaxy Smartphones und Tablets auf den Markt. Dabei handelte es sich bereits um die zweite Version des SoCs und der Snapdragon 801 ist eigentlich schon die dritte Variante des selben Chips.

Während nicht genau gesagt werden kann, welche Veränderungen zwischen v1 und v2 einzogen, lassen sich die Überarbeitungen beim Schritt vom 800 (v2) zum 801 (v3) sehr gut nachvollziehen. Im Grunde sind es drei wesentliche Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger: Das neue SoC unterstützt Dual-SIM, bringt ein eMMC-Modul mit und kann mit HEVC (High Efficiency Video Coding) umgehen, das auch als H.265 oder MPEG-H Teil 2 bekannt ist.

Ursprünglich wurde der Snapdragon 801 noch mit Bluetooth 4.1 angekündigt, doch dabei handelte es sich nach Aussagen von Qualcomm um einen Fehler bei der Präsentation. Nach wie vor nutzt der Prozessor den Bluetooth-4.0-Standard – wie auch schon der Snapdragon 800.

Die einzelnen Veränderungen liefern auch die Erklärung, warum sowohl beim Snapdragon 800 als auch beim Snapdragon 801 die gleiche Prozessornummer verwendet wird, denn der Hersteller hat sich gegen ein transparentes Bezeichnungsschema – etwa Snapragon 800, 801, 802 usw. – entschieden.

Verwirrend ist das vor allem für die Käufer, die eben nicht auf tiefgreifende Informationen zurückgreifen können und dementsprechend nicht genau wissen, was sie da eigentlich kaufen. Für die Gerätehersteller ist es einfach, einen MSM8974AA als Snapdragon 801 in ein teureres Gerät zu bauen und diesen als echten Mehrwert zu verkaufen – auch wenn überhaupt nicht klar ist (bzw. kommuniziert wird), wie groß der Unterschied zu einem 800 mit gleicher Bezeichnung ist, der überdies auf demselben Referenzdesign aufbaut.

An dieser Stelle zeigt sich deutlich, dass Qualcomm nur sehr begrenzte Erfahrungen im Geschäft mit Endkunden hat. Unklare Spezifikationen machen privaten Nutzern das Kaufen schwer und sind daher nie gut fürs Geschäft. Der Hersteller verkauft seine Chips an Gerätehersteller; Konkurrenten mit entsprechenden Endkunden-Erfahrungen – beispielsweise Intel, Nvidia oder Samsung – hätten sich höchstwahrscheinlich anders positioniert.

Daher soll zunächst ein Blick auf die Versionsnummer geworfen werden. Denn hinter dem kryptischen Mix aus Buchstaben und Ziffern steht ein Bezeichnungsschema, an dem sich die Grundfunktionen des SoCs ablesen lassen.

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