Medion Erazer X7611 im Test: Schlankes Gaming-Notebook

Während der letzten Notebooktests zeichnete sich ein erfreulicher Trend zum Verzicht auf spiegelnde und schmutzanfällige Teilbereiche in Klavierlackoptik ab und dieser Trend setzt sich glücklicherweise auch beim Medion Erazer X7611 fort.

Wo viele Hersteller vor nicht allzu langer Zeit noch Displaydeckel und Handballenablagen mit der eher unpraktischen  Oberflächenbeschaffenheit verwendeten, dominiert aktuell wieder die Vernunft. Medions schmaler Gamer präsentiert sich durchweg in einem schlichten, eleganten und leicht zu reinigenden matt schwarzen Aluminiumkleid, das nicht nur eine gegenüber Kunststoff bessere Wärmeableitung bietet, sondern auch einen haptisch wertigeren Eindruck.

Das Gaming-Notebook kommt als ein Vertreter der 17,3-Zoll-Klasse mit Abmessungen von 41,8 x 28,8 x 2,3 cm ausgesprochen schmal daher und ist mit knapp 2,7 kg Lebengewicht ein Leichtgewicht – vergleichsweise, versteht sich. Die schlanke Linienführung wirkt sicherlich ansprechender als so mancher dicker Brummer, erfordert jedoch auch eine durchdachtere Kühllösung, soll das ungewollte Heruntertakten der Kernkomponenten unter Volllast nicht zu stark ausfallen.

Trotz der Verwendung von Aluminium ist die Stabilität der Rückseite des Displaydeckels nicht optimal, da dieser zur Mitte hin zu sehr starkem Durchbiegen neigt. Da ein Gerät dieser Größenklasse jedoch vermutlich eher als Desktop-Replacement genutzt werden wird, kann hier sicher ein Auge zugedrückt werden. Sollte das Gerät häufiger transportiert und mobil genutzt werden, würden wir dringend eine stabile Notebooktasche empfehlen.

Der Tastaturbereich ist dagegen recht stabil, lediglich im Bereich der Handballenablage gibt das Material rechts und links des Touchpads leicht nach. Aufgrund der Verwendung von Aluminium dürfte jedoch auch nach längerem Gebrauch kein störendes Knarzen zu befürchten sein.

Die Displayscharniere sorgen für strammen Halt, so dass das Notebook beidhändig aufgeklappt werden muss. Lediglich bei den letzten knapp 20 Prozent des Öffnungswinkels gibt es ein wenig unter dem Gewicht des Displays nach, was sich allerdings höchstes auf einer holprigen Zugfahrt bemerkbar machen sollte.

Der Bildschirm verfügt über einen weiten Öffnungswinkel von um 135 Grad, dank dem man das Notebook ohne Einschränkung auch auf niedrigen Wohnzimmertischen oder auf dem Schoß nutzen kann.

Sämtliche Flächen um die Eingabegräte herum bestehen – ebenso wie fast der komplette Rest der Erazer X7611 – aus mattschwarzem Aluminium. Bei der Tastatur handelt es sich um ein großes Modell einschließlich separatem NUM-Block. Das Touchpad bietet eine großzügige Gleitfläche von 10,5 x 7 cm sowie zwei unter der Gleitfläche versteckte, mechanische Eingabeknöpfe, reagiert in diesem Bereich aber auch wahlweise auf Touch-Eingaben. Oberhalb einer langen, perforierten Belüftungsfläche sitzt mittig der große Einschaltknopf.

Ausgesprochenen üppig fallen die Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte am Erazer X7611 aus. Auf der linken Seite findet man zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen LAN-Port sowie drei Audio-Anschlüsse (Line-In, Mikrofon und Kopfhörer), zu denen sich geradezu verschwenderische drei Display-Anschlüsse gesellen: Zwei Mini-DisplayPort-Ausgänge sowie ein HDMI-Anschluss stehen für die Anbindung eines externen Monitors zur Verfügung.

Die gegenüberliegende Gehäuseseite offeriert zwei weitere USB-3.0-Ports, einen Cardreader und den Netzteilanschluss.

An der Rückseite wurden keine weiteren Steckplätze untergebracht. An der Front ist es dagegen bunt, hier leuchten insgesamt sieben Status-LEDs.

Das Innere des Geräts ist zugänglich – nach dem Lösen von 19 Schrauben kann die robuste Aluminiumblende an der Unterseite vollständig entfernt werden.

Dadurch lassen sich die beiden Notebooklüfter vom Staub befreien und die mechanische 2,5-Zoll-Festplatte sowie die SSD bei Bedarf austauschen. Es ist sogar noch ein zweiter SSD-Steckplatz vorhanden, so dass man noch ein weiteres Laufwerk nachrüsten könnte.

Der Akku ist einseitig verklebt, lässt sich jedoch mit Vorsicht ebenfalls lösen und selbst austauschen. Lediglich der Arbeitsspeicher scheint auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptplatine oder unter weiteren Komponenten untergebracht worden zu sein und war durch das bloße Öffnen der Wartungsklappe nicht erreichbar.

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