RAM-Disks im Vergleichstest: Die schnellste SSD steckt im Arbeitsspeicher

Inhaltsverzeichnis

>>

Eine RAM-Disk ist ein temporäres, virtuelles Laufwerk im Arbeitsspeicher eines Rechners, das als schneller Zwischenspeicher fungiert. Angesichts der niedrigen Speicherpreise ist eine ausreichend große Menge RAM heutzutage kein Thema mehr; selbst bei Wald-und-Wiesen-Rechnern sind vier oder acht GByte Hauptspeicher heute eine übliche Größe. Eine RAM-Disk wird mittels Software-Tools angelegt und kann dann zum Beispiel für Datenbank-Operationen oder ähnliches genutzt werden.

In Sachen I/O-Geschwindigkeit läuft der in aktuellen PCs eingesetzte DDR3-SDRAM-Arbeitsspeicher jeder SSD auf und davon, ist also eine interessante Alternative zu einem Flash-Laufwerk. So kommt etwa ein DDR3-800-Riegel pro Modul auf eine theoretische Übertragungsrate von mindestens 6,5 GByte/s, während die schnellsten SSDs unter 600 MByte/s bleiben und damit um den Faktor zehn langsamer laufen – und das ist nur 800er RAM.

Weitere Vorteile: Bei einem 32-Bit-OS macht eine RAM-Disk-Anwendung den Speicherbereich nutzbar, der jenseits der 3,2-GByte-Schwelle liegt und vom Betriebssystem normalerweise nicht verwendet wird. Bei einem 64-Bit-Windows liegt die Grenze des maximal nutzbaren Speichers zwar höher, aber auch hier gilt das gleiche Prinzip: Die RAM-Disk kann auch solche Speicherbereiche verwenden, die oberhalb dieser je nach OS unterschiedlich hoch angesetzten Schwelle liegen.

Beispielsweise lassen sich bei einem PC, der mit Windows Vista Home Basic läuft und mit 16 GByte RAM ausgestattet ist, aufgrund der OS-Limitationen nur acht GByte nutzen – die anderen acht könnte man also der RAM-Disk spendieren. Anders sieht es zum Beispiel bei der 64-Bit-Version von Windows 7 Pro, Enterprise oder Ultimate aus, die bis zu 192 GB Speicher adressieren können. Hier zweigt man einfach den gewünschten Teil des oftmals gar nicht voll genutzten Hauptspeichers ab und profitiert dann ebenfalls von den Vorzügen einer RAM-Disk.

Bleibt die Frage: Wie stark können RAM-Disks die Systemleistung oder zumindest die Lese- und Schreibzugriffe der auf ihnen abgelegten Dateien beschleunigen? Auf den folgenden Seiten haben wir dazu fünf aktuelle RAM-Disk-Tools unter die Lupe genommen, die teils kostenpflichtig, teils gratis sind. Soviel vorweg: Nicht alle Programme überzeugen hinsichtlich ihrer Performance restlos, aber selbst das langsamste Tool kann eine SSD noch das Fürchten lehren. Mit IOMeter haben wir teilweise über 1.000.000 I/Os gemessen – SSD-Boliden wie die in unserer Testplattform verwendete Samsung 840 Pro erreichen hier “nur” 80.000 I/Os.

Seiten:

Tags: , , , ,

Ebenfalls interessant...

Schreibe einen Kommentar

Privacy Policy Settings

Google Analytics Wir sammeln anonymisierte Daten darüber, welche Beiträge und News gelesen werden. Wir ermitteln dabei auch die Zeit - ebenfalls anonymisiert - wie lange ein Beitrag gelesen wurde. Dadurch können wir einfacher Themen anbieten, die Sie interessieren.
This website stores some user agent data. These data are used to provide a more personalized experience and to track your whereabouts around our website in compliance with the European General Data Protection Regulation. If you decide to opt-out of any future tracking, a cookie will be set up in your browser to remember this choice for one year. I Agree, Deny
606 Verbiete Google Analytics, mich zu verfolgen