Full ATX und All-In-One? Ein weltexklusiver Test der AIO Drone Station mit schwerer Crossover-Technik

AIO? All-In-One!

All-In-One, also alles in einem, ist die Maxime des Unternehmens AIO, wobei der Firmenname als Abkürzung für genau diese Spezies Computer steht. Nachdem die Drone Station, ein Fullsize-ATX-Gehäuse mit integriertem 24-Zoll-Monitor, bereits als Einzelstück auf der Computex 2013 in Taipeh zu bestaunen war, konnten nun die ersten Muster die Fertigung verlassen. Eines dieser sehr seltenen Exemplare hat mittlerweile auch den Weg in unser Labor gefunden, so dass ich mit diesem Review versuchen werde, das Maximum auszuloten.Natürlich wäre es jetzt reichlich albern, irgend eine kleine Platine und pure Freizeit-Technik einzubauen. Wenn schon, denn schon. Und so wage ich diesmal den Spagat zwischen einer leistungsstarken Workstation und einer Gaming-Maschine. Geplant ist also eine Art Crossover-PC, der in beiden Interpretationen ein recht eindrucksvolles Bild abgeben soll. Es ist zudem ja nicht das erste Mal, dass ich Workstation-Technik zum Gaming missbrauche, nur muss ich in diesem Fall noch ein paar wichtige Details durch weiteres Zubehör nachrüsten, um beiden Ansprüchen gerecht zu werden. Das Ziel der ganzen Aktion: arbeiten, zocken und mit sich herumtragen. Wobei Letzteres bei fast 22 Kilo Gesamtgewicht je nach Muskelmasse und Statur mehr oder weniger in Arbeit ausarten dürfte. Für die LAN-Party sollte es aber reichen.Egal ob als optischer und technischer Aufreißer für eine LAN-Party oder als portable Workstation für den Extremfall – Spaß ist immer garantiert. Wie so ein Crossover funktioniert und was man alles mit so einer Drone-Station anstellen kann, wird Inhalt dieses Tests, der mir übrigens viel Spaß und einen fiesen Muskelkater beschert hat.

Lieferumfang, Aufbau und Daten

Der Größenvergleich zwischen der Drone Station und einer nun wahrlich nicht kleinen Gigabyte Radeon HD 7990 zeigt den immensen Umfang meines Testobjektes.Ich fange diesmal übrigens bewusst etwas anders an, denn bevor ich überhaupt an das Zubehör heran komme, muss ich erst einmal den Schutz der Frontseite in Form einer abnehmbaren Styroporschale abnehmen. Farbe und Haptik erinnern dabei irgendwie an die Thermokisten der Pizza-Boten. Aber das Ganze ist recht stabil und zudem sehr zweckmäßig mit einem Gurtband gesichert.Entfernt man nun noch die Rückseite, dann kommt man auch an die Tüte mit mit den Zubehörteilen und das Handbuch heran. Geliefert werden neben Schrauben aller Art, den Abstandshaltern für das Mainboard, einem Piezo-Speaker, den vier Montagehalter für die externen Laufwerke, Kabelbindern und sonstigem Klimbim auch jede Menge Einschubschienen für die internen Laufwerke.

Die Rückseite mit einem großen Fenster wird an vier Stellen mit Schraubhaken arrettiert und lässt sich so auch recht einfach abnehmen, erhält aber durch diese Lösung einen ausgesprochen sicheren Halt. Wofür man diesen braucht, sieht man sofort, wenn man die Rückseite abgenommen hat.

Der Blick auf das freiligende Innenleben veranschaulicht dann auch das Konstruktionsprinzip dieses Gehäuses, das auf einer ziemlich cleveren Grundidee basiert. AIO hat eine Art Gehäuse mit integriertem Monitor geschaffen, in das einfach ein normaler Body (so wie man ihn von herkömmlichen Gehäuse auch kennt) eingesetzt wird. Eine separate Verschraubung des Bodies entfällt, weil die arretierte Rückseite im geschlossenen Zustand diesen Body fixiert.Den Body, der ja faktisch nichts anderes als das Grundgerüst jedes Computergehäuses ist, kann man sehr einfach herausheben und ihn vor der Endmontage bequem und separat mit der ganzen gewünschten Technik bestücken ohne sich am Boden im Komplettgehäuse einen abbrechen zu müssen.Der leere Korpus mit Monitor und ohne Body sieht dann so aus:Kommen wir nun zu den generellen technischen Daten in einer tabellarischen Übersicht (die drei Monitorvarianten gibt es auf der nächsten Seite):

Spezifikation
Formfaktor ATX,  μATX
Außenabmessungen 656 x 362 x 576 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
Leergewicht 17,6 Kg
Chassis (Body) 0,6 mm Stahl  (SPCC), puvlverbeschichtet
460 x 195 x 430 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
maximale Höhe CPU-Kühler: <= 170 mm
Laufwerke 8 x 3.5” intern
1 x 2.5” intern
2 x 5.25” extern (Halteschienen an der Body-Unterseite)
Erweiterungsslots 7
Frontanschlüsse 2 x USB3.0
2 x USB2.0 (optional: upgrade to USB3.0)
Microphone 3.5 mm
HD audio 3.5 mm
2x 3-stufige Lüfterregler (100%, 66% and 38%)
Power button, Reset button
Rückseitige Anschlüsse 1 x C14 (Netzanschluss)
1 x RJ45 (LAN)
Lüfter Fest verbaut:
Gehäuse links: 3x 12 cm
Gehäuse rechts: 3x 12 cm
Body oben: 2x 12 cm

Daten des Hong Sheng A1225L12S:
Sleeve bearing
12 V – 0.23 A
Max. Drehzahl: 1.400 U/min
Maximaler Luftdurchsatz:  61.3 CFM
Maximaler Druck:  1.51” H₂O
Geräuschentwicklung:  25 dB(A) maximal

Optional im Body:
Frontseite  2x 12 cm oder 2x 14 cm
Rückseitete 1 x 12 cm fan

Werkzeugfreie Montage Interne Laufwerke
Erweiterungskarten

Der integrierte Monitor samt technischer Daten

Das fest verbaute 24-Zoll-Display stammt von Benq und wird in drei verschiedenen Varianten geliefert, die dann am Ende auch über den Gesamtpreis entscheiden. Da das Display mit einer Betriebsspannung von 12 Volt arbeitet, kann es direkt über das PC-Netzteil mit gespeist werden. Das spart zwar ein zusätzliches Netzteil, muss aber bei der richtigen Dimensionierung der geplanten PSU mit berücksichtigt werden, da die Gesamtleistungsaufnahme des Systems um ca. 18 bis 27 Watt steigen wird (je nach Monitor-Modell).

Nimmt man die EMI-Abdeckung ab, dann liegt die komplette Elektronik des Monitors frei. Sollten sich durch den späteren Transport einmal Aussetzer des Displays ergeben, dann sollte die Ursache sicher hier zu finden sein. Die einzelnen Stecker sind allerdings recht vorbildlich mit Heißkleber gesichert, so dass dies wohl eher die Ausnahme sein dürfte. Die Verarbeitung macht insgesamt einen recht ordentlichen Eindruck, so dass ich diese Blende beruhigt wieder eingesetzt habe

Model A Model B
Model C
Reaktionszeit (s/w) 5 ms 12 ms 5 ms
Vertikalfrequenz 120 Hz 60 Hz 60 Hz
Panel-Typ TN
Hintergrundbeleuchtung LED
Bildschirmdiagonale 24 Zoll / 609.7 mm
Auflösung 1920 x 1080 (Full HD)
Seitenverhältnis 16:9
Farben 16.7 Million (RGB 6-bit)
Kontrastverhältnis 1.000 : 1 3000:1 1000:1
Helligkeit 350 cd/m² 250 cd/m² 250 cd/m²
Betrachtungswinkel 170° horizontal  /  160° vertikal
Oberfläche Matt
Leistungsaufnahme 26.96 Watt 20.62 Watt 17.55 Watt
Pixelklasse A+

Kommen wir nun als nächstes zu den Äußerlichkeiten und den Frontanschlüssen.

Außenansichten und Frontanschlüsse

Alles reine Ansichtssache

Das Gehäuse besteht aus insgesamt zwei äußeren Schalen, wobei die eine den Rahmen darstellt, die Monitorfront bildet und den Body mit der Technik beherbergt. Die andere bildet die Rückseite mit Sichtfenster und dient auch dazu, den Body im Gehäuse zu fixieren. Für eine Vollbildansicht bitte auf eines der Vorschaubilder klicken:

Das Frontpanel

Die linke Seite des Panels beherbergt die zwei USB-2.0-Buchsen, sowie die 3-stufige Lüftersteuerung des Systems. Darüber findet man noch die beleuchteten drei Taster für das Monitor-Menü.Die Innenseite zeigt die dafür nötige Platine und die Lüfteranschlüsse der Regelung (oben).Die rechte Vorderseite ist für zweimal USB 3.0, zweimal Audio, sowie Ein-/Aus-Schalten und Reset-Taster reservert.Auch hier noch einmal das dazugehörige Innenleben samt Verkabelung:

Die Rückseite

Hier finden wir nur 2 Öffnungen: Netzanschluss und Ethernet-Buchse. Beide Anschlüsse sind etwas versenkt positioniert, so dass die Stecker vor einem Abbrechen oder unbeabsichtigten Anstoßen einigermaßen geschützt sind

Übersicht über das Testsystem

Crossover – Workstation goes gaming

Zugegeben, selbst zwei Server-CPUs von AMD mit immerhin insgesamt 16 Threads und mindestens 3 GHz Takt schaffen es bei den zumeist nur bedingt über die Kern- / Modulzahl skalierenden Spielen kaum, eines der besseren Modelle aus der Core i5 oder Core i7 Famile in Schach zu halten oder zu demütigen. Aber wehe, wenn passende und optimierte Anwendungen auf die Technik treffen, die ich zudem am Ende sogar mit bis zu 64 GB RAM ausgestattet habe. Aber ich will ja mit diesem Teil beides erreichen: anspruchsvolle Aufgaben erledigen und möglichst entspannt, sowie ruckelfrei spielen. Mit dem Dual-Sockel-Board KCMA-D8 von ASUS (Sockel C32) und den recht preisgünstigen Opterons von AMD lässt sich nämlich ein solches Monster recht günstig auf die Beine stellen, das dann auch schneller läuft, als man es vielleicht vermuten könnte und das sogar zum Arbeiten taugt.

Was mich an dieser Konstellation am meisten gereizt hat, ist der Umstand der maximalen räumlichen Ausnutzung meines Testobjektes. Das verwendete Server-Board im ATX-Format fällt recht groß aus und die zwei verbauten Kühltürme von Noctua erledigen dann ihr Übriges. Zusammen mit der Grafikkarte und den notwendigen Zusatzkarten ist das Innenleben damit so ziemlich vollständig verplant.

Technische Daten
CPU 2 x Opteron 4284 (Valencia)
Insgesamt 16 Threads (8 + 8)
CPU-Takt 3.0 GHz + Turbo
Sockel C32
Kühler 2x Noctua NH-U12DO A3
Mainboard Asus KCMA-D8
Speicher 32 GB / 64 GB Kingston DDR3 1333 ECC
Festplatten 1x Corsair Force LS 240 GB (System)
1x Corsair Neutron 480 GB (Anwendungen)
1x Western Digital Caviar Blue 2TB (im HotSwap)
Netzteil Corsair AX1200i
                  Betriebssystem                  Windows 7 x64 Ultimate
Grafikkarten Gigabyte Radeon HD 7990  Gaming
AMD FirePro W9000 (GPGPU, CAD)

Wohnen auf engstem Raum? Klar, Platz ist in der kleinsten Hütte, aber sowas? Ich will einfach wissen, wie weit ich damit gehen kann, zumal ich sehr viele interessierte Blicke von Bekannten registrieren konnte, mit denen ich auch über einen gewerblichen Einsatz mit professioneller Software diskutiert habe. Allerdings bleiben bei einem Serverboard gerade für Gamer viele Fragen und Wünsche offen. Wie ich dies dann lösen will und werde und womit das alles möglich wird, lässt sich auf der nächsten Seite lesen.

Unverzichtbar: Zubehör und Erweiterungen

Fehlende Features ergänzen

Eines dürfen wir bei aller Gigantomanie dann auch nicht aus den Augen verlieren: so ein Serverboard hat zwar eine Menge Features, die ein Gamer meist gar nicht braucht, aber eben auch Defizite für dessen Belange. Das von mir verwendete KCMA-D8 von ASUS besitzt weder SATA 3 (SATA 6G), noch USB 3.0. Zudem trägt das ATX-Panel an der Rückseite nur ganze zwei USB-2.0-Anschlüsse, was aber für dieses Gehäuse zufällig sogar ausreichend ist, denn die Rückseite des Mainboards ist sowieso nicht direkt erreichbar. Mir stehen zwei freie PCI-E- und ein freier PCI-Slot zur Verfügung, um die Aufrüstung mit passenden Zusatzkarten zu lösen. Da die beiden nachfolgend vorgestellten Karten für SATA 3 und USB 3.0 im PCI-E-Slot sitzen müssen, bleibt als Audio-Lösung später nur noch der PCI-Slot. Über den richtigen Sound habe ich mir deshalb auf der nächsten Seite noch einmal separat Gedanken gemacht. Aber zurück zur Aufgabe und den zwei Karten.Für die Problemlösung habe ich mich zunächst sogar mehrere Male im Regal von Silverstone bedient, die nämlich nicht nur Gehäuse, Kühler und Lüfter herstellen, sondern noch eine ganze Menge mehr. Die Zubehör-Linie von Silverstone ist auf dem Markt in ihrer Vielfalt doch recht einzigartig und bietet auch im Bereich der Steckkarten sehr interessante Optionen für Um- und Aufrüster. Die vier Zugriffe auf das Silverstone-Portfolio lesen sich dann im Detail so:

SATA 3 mit der Silverstone SST-EC05

Diese kleine Karte nutzt einen einigermaßen aktuellen Marvell-Controller und wird sehr sicher erkannt. An dieser Karte angeschlossene Laufwerke lassen sich problemlos auch als Boot-Laufwerk (oder im RAID) nutzen. Ich habe in meinem Fall einfach die beiden schnellen SSDs an dieser Karte angeschlossen. Der geplante SATA-Hotswap und das Blu-ray-Laufwerk sind dann wieder normal an den SATA-2-Anschlüssen des Mainboards angeschlossen.

Modell
SST-EC05
Controller-Chip
Marvell 88SE9130
Ports
2x SATA 6Gbps (intern)
Function mode
HyperDuo (capacity), HyperDuo (safe), RAID0, RAID1
Betriebssysteme
Windows XP, Vista, 7 und 8 (32bit/64bit)
Formfaktor
PCI Express 2.0  1x (Normalhöhe oder Low Pofile)
Kompatibilität
SATA 6Gbps, abwärtskompatibel zu SATA 3Gbps/SATA 1.5Gbps
Drive Support
SATA HDD oder SSD
Übetragungsgeschwindigkeit
Bis zu 5Gbps via PCI Express 2.0 1x

USB 3.0 mit der Silverstone SST-EC04-P

Die an der Front der Drone Station platzierten zwei USB-3.0-Buchsen werden mit normalen USB-Steckern hinten am Mainboard angesteckt. Da das Serverboard, wie oben erwähnt, aber nur über zwei externe USB-2.0-Buchsen verfügt, die zudem schon durch die anderen zwei USB-2.0-Frontanschlüsse belegt sind, musste diese separate Lösung her. Die SST-EC04-P bekommt die Stromversorgung per Molex-Stecker vom Netzteil, was  eine bessere und einfachere Lösung als die Entnahme von der 12-Volt-Schiene des PCI-E-Slots (samt anschließender Spanungswandlung) darstellt.

Modell
SST-EC04-P
Stromversorgung
5V über Molex-Strang vom Netzteil
Betriebssystem
Windows XP, Vista, 7 (32bit/64bit), 8 (32bit/64bit)
Formfaktor
PCI Express 2.0  1x (Normalhöhe oder Low Pofile)
USB 3.0 Controller
NEC uPD720201
USB Ports
Dual port USB 3.0 support (2x extern, 2x intern)
Enclosure Interface
USB 3.0 (Max. 5Gbps). kompatibel zu USB 2.0 und 1.1
Ausgangsspannung
5V (Stromstärke ohne Limit)
Übertragungsgeschwindigkeit
USB 3.0 (5Gbit/s), USB 2.0 (480Mbit/s), USB 1.1 (12Mbit/s)

SATA HotSwap mit dem SST-FP57B

Da ich in der Front gern einen Einschub für wechselbare Festplatten nutze, kommt mir der SST-FP57B als 5,25″-Einschub für 3,5″-Festplatten gerade recht. Diese Lösung ist auch für anderen Gehäuse leicht nachrüstbar und hat mir schon so manch guten Dienst erwiesen.

Adpater für die werkzeuglose SSD-Montage: SST-SDP08

Gut, die Drone Station besitzt am Boden eines der Laufwerkskäfige vier Löcher, so dass man die SSD dort fest vesrchrauben könnte. Bei zwei SSDs würde diese Lösung aber schon problematisch, da keine weitere Möglichkeit zur Montage vorgesehen ist. Da ich aber gern zwei SSDs verbauen möchte, sage ich schon mal Danke und nutze diese Adapter. Die harmonieren recht gut mit den Einschüben für die werkzeugfreie Montage der Drone Station. Was will man mehr?

Der richtige Sound: Asus Xonar D1

Asus Xonar D1, eine flache Karte für einen alten Slot

Jetzt wird man sich natürlich fragen, wozu in aller Welt nur PCI? Die Antwort gibt mir das Server-Board, da alle PCI-E-Slots schon mit der Grafikkarte und den anderen Erweiterungskarten zugestopft sind. Damit bleibt mir nur der PCI-Slot übrig. Der erste Griff ins Archiv förderte eine Creative X-fi Extreme Audio für PCI zutage, die aber eigentliche gar keine echte X-fi ist und deren Windows-7-Treiber mit dem Board und der 64-Bit-Version von Windows 7 nicht so recht wollten. Der zweite, tiefere Griff war da schon glücklicher, denn erstens ist die Asus Xonar D1 wohl auch klanglich die bessere Lösung und zweitens tun die Treiber mittlerweile genau das was sie sollen: funktionieren.
Die Karte ist außerdem noch im Handel erhältlich und der Treibersupport passt auch. Da ich nur das Front-Audio anschließen muss und dies über zwei Klinkenstecker passiert, bräuchte ich noch nicht einmal den ganzen Surround-Zusatz, aber was soll’s? Drin ist drin und schaden wird es auch nicht. Klanglich spielt die Karte rein subjektiv sowieso in einer anderen Liga.

Chipsatz ASUS AV100 High-Definition Sound Processor (Max. 192KHz/24bit)
Eigenschaften Dolby® Technologies : Dolby® Digital Live/Dolby® Headphone /Dolby® Virtual Speaker /Dolby® Pro-Logic II
Smart Volume Normalizer™
FlexBass™
10 -band Equalizer
27 Environment Effects
GX 2.5 Game Audio Engine
VocalFX™
Output Signal-to-Noise Ratio (A-Weighted) (Front-out) 116 dB
Output THD+N at 1kHz (Front-out) >0.00056 %(-105 dB)
Output THD+N at 1kHz (Headphone-out) >0.001 %(-100 dB)
Frequency Response (-3dB, 24bit/96KHz input) 10 Hz to 48 KHz
Output/Input Full-Scale Voltage Unbalanced Output : 2 Vrms (5.65 Vp-p)
Analog Playback Sample Rate and Resolution 44.1K/48K/96K/192KHz @ 16bit/24bit
Analog Recording Sample Rate and Resolution 44.1K/48K/96K/192KHz @ 16bit/24bit
S/PDIF Digital-Ausgang 44.1K/48K/96K/192KHz @ 16bit/24bit
ASIO Treiberunterstützung
44.1K/48K/96K/192KHz @ 16bit/24bit
Ausgänge / Anschlüsse Analoge Ausgänge:
4 x 3.5 mm Klinke (Front out, Side out, Center + Subwoofer, Rear out)

Analoge Eingänge:
1 x 3.5 mm Linke (Line-in/ Mic-in combo)

Digital:
1 x S/PDIF out (1 x Optical (Toslink)/(combo with analog in))
1 x Front-Panel Header
1 x Aux in (4-pin header)

Zubehör S/PDIF Adapter x 1
Low-Profile Bracket x 1
Handbuch x 1

Netzteil und Laufwerke montieren

Netzteilmontage und Verkabelung

Ich empfehle für dieses Gehäuse ein vollmodulares Netzteil, was einem das Verlegen der Kabel ungemein erleichtert. So konnte ich zunächst die Kabel für den 24-pin Mainboardanschluss und die 8-polige EPS-Buchse ohne störende Einfüsse an der Oberseite des Bodies durch die zwei sehr engen Aussparungen quetschen, denn das Serverboard hat beide Anschlüsse seitlich am Mainboard. Die restlichen modularen Kabel habe ich dann Schritt für Schritt im Bauablauf angeschlossen.Der Body wird mit einer rückwärtigen Seitenwand geliefert, die allerdings fast unnütz ist und den Platz für die Hinterführung zudem deutlich verknappt. Egal ob mit oder ohne – die Technik beeinfluss das Panel nicht negativ, so dass man eigentlich beruhight auf die als EMI-Schutz gedachte Lösung verzichten kann, wenn es mit dicken Kabeln eng wird.

Interne Laufwerke

SSDs irgendwie und irgendwo mit vier Schrauben an Käfigseiten festzuschrauben ist absolut nicht mein Ding, so dass ich (wie bereits auf Seite 6 dargestellt) lieber auf stabile 3,5″-Einschübe in Festplattenkäfige setze. Diese Adapterlösung ist stabiler und flexibler, denn die werkzeugfreie Montage klappt in diesem Body klaglos.Den fertig bestückten Adapter bzw. eine normale 3,5″-Festplatte kann man mit Hilfe zweier einfacher Kunststoffschienen samt Entkopplung sehr einfach in einen der zwei Käfige einsetzen und mit einem Schnappmatismus arretieren.Die Verkabelung erfolgt dann am zweckmäßigsten von der Rückseite aus.

Externe Laufwerke

Der Einbau ist relativ einfach, denn man muss zunächst an jedes der maximal zwei frontseitig erreichbaren Laufwerke zünächst jeweils zwei Halteschienen montierten.Diese Laufwerke werden dann mit den Nasen am Ende der Schienen im Boden des Bodies eingehängt und anschließend dauerhauft verschraubt.Der Body kann dann später zusammen mit den außen angebrachten Laufwerken in das Gehäuse eingesetzt werden. Dazu muss man zuvor lediglich an der Frontseite die jeweilige Frontblende entfernen, damit das Laufwerk auch zugänglich wird.

Mainboardeinbau

Der Body als Korsett des Ganzen

Dazu muss ich dann doch noch eine Bemerkung voran stellen, denn der Body selbst ist zwar recht solide, jedoch absolut kein High-End. Die Pulverbeschichtung könnte nämlich durchaus etwas haltbarer sein, was auch auf das dünne Blech zutrifft, da die darin hinein geschnittenen Gewinde nicht sonderlich widerstandsfähig sind. Kein wirkliches Manko sind hingegen die abwesenden Gummieinlagen für die Kabeldurchführungen oder wiedereinsetzbare Slotblenden für die Erweiterungskarten. Hier muss statt dessen mit etwas roher Gewalt die im Weg stehende Einweg-Abdeckung herausgebrochen werden, was aber zu verschmerzen sein sollte.Der Hersteller hat den Body genau so ausgesucht, dass man den anvisierten Inhalt gerade so hineinbekommt. Viel Platz nach oben und unten ist dann nicht mehr und ich habe nicht nur wegen der notwenigen Kabelzuführungen die beiden Lüfter aus dem Deckel entfernt. Das Mainboard habe ich ohne ATX-Blende verbaut, da man diese im Gehäuse eh nicht benötigt und dadurch gleichzeitig noch etwas mehr Airflow dazu gewonnen.Als Nächstes werfen wir noch kurz einen Blick auf die bereits auf den Seiten 6 und 7 beschriebenen Erweiterungskarten, die sich nun in trauter Dreisamkeit aneinander kuscheln. Mehr als eine Dualslot-Karte kann man allerdings nicht mehr einsetzen, wobei der Platz in der Länge mit über 40 cm wohl für jedes Modell ausreichend sein dürfte.Die meisten Anschlüsse zum Frontpanel nutzen externe Stecker, was das Anschließen deutlich vereinfacht..Zu guter Letzt muss man eigentlich nur noch die Kabel des Front-Panels am Mainboard anschließen, nachdem man den Body wieder in das eigentliche Gehäuse eingesetzt hat. Fertig.Ein kleiner Tipp noch für die Erstinbetriebnahme mit geöffnetem Gehäuse. Den Body kann man mit einem temporär angebrachten Kabelbinder vor dem Herauskippen bewahren, da er schräg und kopflastig im Gehäuse steht und ohne Sicherung herauskippen kann. Da es aber lästig ist, stets und ständig die Rückseite zu fixieren, ist diese befristete Lösung am praktibelsten.

Inbetriebnahme und Ergebnisse des Härtetests

Inbetriebnahme und Temperaturcheck

Rück- und Frontseite sind geschlossen und die Top-Lüfter habe ich entfernt, so dass der Airflow faktisch von Links nach Rechts verläuft, was durch die jeweils drei einsaugenden (links) und drei ausblasenden Lüfter (rechts) realisiert wird (von vorn gesehen). Ich werde die Temperaturen des Innenlebens nun mit allen drei Schaltstufen der Lüftersteuerung testen.

Zusammen mit den deutlich über 200 Watt für die beiden CPUs, sowie den über 380 Watt für die Grafikkarte und restlichen Komponenten, sollten somit knapp 600 Watt an Abwärme entstehen auch zu bewältigen sein. Ich belaste die CPU wie üblich mit LinX, was sehr gut über die Anzahl der möglichen Threads skaliert. Die Grafikkarten bekommen jeweils eine aufwändige finanzmathematische Aufgabe zur Berechnung. Die Radeon HD7990 besitzt drei Axial-Lüfter, die die Abwärme größtenteils erst einmal im Gehäuse verteilen dürften, während die FirePro W9000 die Abwärme mittels Radiallüfter nach außen drückt. Die Temperaturen der beiden CPUs sind ein aus allen Werten von Tcore gemittelter Wert für jeweils eine CPU und stammen aus dem ungünstigeren Testlauf mit der Radeon HD 7990.

Lüfter 100%
Lüfter 66%
Lüfter 38%
CPU
55,4 °C / 56,1 °C 55,8°C / 57,3 °C 57,2°C / 59,6 °C
Radeon HD 7990
74°C / 77°C 76°C / 78°C 79°C / 81°C
FirePro W9000
70°C 71°C 73°C

Man muss man bewundern, wie leise die zwei hintereinander liegenden Towerkühler von Noctua die extreme Abwärme der beiden CPUs bewältigen. Die Drehzahlen der Lüfter sind übrigens so abstimmt, dass sie sich nicht stören, sondern als eine Art Kaskade voneinander bestens profitieren. Die Gesamtwerte für alle drei Lüfterdrehzahlen sind in Anbetracht des derart vollgestopften Gehäuses wirklich hervorragend.

Lautstärkemessung

Die Messung der Geräuschentwicklung mache ich mit einer Radeon HD 7750 iSilence, da die FirePro W9000 und sogar auch noch die Radeon HD 7990 unter Last jedes Gespräch im näheren Umfeld locker übertönen und somit die Geräuschentwicklung der Gehäuselüfter nicht mehr sauber messbar ist. Die Raumtemperatur beträgt bei allen Tests 22°C, der Messpunkt des Mikrofons befindet sich 50 cm lotrecht vom Monitor entfernt in Kopfhöhe und simuliert so die eigene Sitzposition.Die verbauten acht Lüfter vom Typ Hong Sheng A1225L12S (von denen ich ja zwei sogar entfernt habe) sind wirklich keine Leisetreter, schaffen aber zumindest einen sehr brauchbaren Airflow. Wer jedoch mit Kopfhörern auf einer Lan-Party sitzt, bekommt vom Sturm durchs Gehäuse eh nur in Pizza-Pausen etwas mit. Trotzdem kann ich eigentlich nur den Austausch dieser vorlauten Luftikusse empfehlen, wenn man den kopfhörerfreien Betrieb bevorzugt. In Zahlen liest sich das dann so:

Lüfter 100%
Lüfter 66%
Lüfter 38%
Geräuschentwicklung
48,2 dB(A) 43,4 dB(A) 39,7 dB(A)

Das ist irgendwie schon hart an der Grenze des Akzeptablen, auch wenn unsere asiatischen Freunde durch die ständig laufenden Klimaanlagen sicher schon recht abgestumpft und immun gegen dominantes Lüftersäuseln sein dürften. Hier in Europa wünschen wir uns nunmal eine andere Interpretation von Leistung und Geräuschentwicklung. Schließlich wird ein Moped mit angebohrten Auspuff zwar lauter, aber davon noch lange nicht schneller.

Zusammenfassung und Fazit

Zusammenfassung

Die Idee hat Charme, die Umsetzung durchaus Stil. Verbessern kann man zwar immer etwas, aber das angepeilte Ziel, ein stapazierfähiges Gehäuse mit integriertem Monitor und einen ausgewachsenen Gamer-PC bzw. einer leistungsfähigen Workstation zu verbinden, wurde von AIO in Form der Drone Station mit Bravour erreicht. Dafür, dass unser Testmuster in Teilen sogar noch aus der Vorserie stammt, ist die erreichte Qualität bereits erstaunlich gut und es wirkt auch konzeptionell mittlerweile ausgereift genug, um als zu 100% praxistauglich durchzugehen. Bemerkenswert fand ich auch das Interesse von Kollegen aus der Industrie, bei denen die eine oder andere spitze Bemerkung über die vordergründige (und sicher auch überflüssige) Nur-Gaming-Ausrichtung fiel. Dieser All-In-One PC ist nämlich mehr als nur ein Proll-Objekt für muskelbepackte Zocker, sondern er könnte überall dort stehen, wo Leistung und eine gewisse Portabilität gefordert sind. Nicht alles lässt sich überall mit Notebooks lösen. Was könne noch verbessert werden? Der eingesetzte Body könnte optimiert werden und statt des umständlichen Schnellverschlusses für die Erweiterungskarten genau an dieser Stelle massiver sein, stapazierfähigere Gewinde besitzen und Rändelschrauben für eine einfachere Fixierung der Karten. Hardcore-Gamer würden sich vielleicht über eine PS/2-Buchse an der Front inklusive Verlängerung für den internen Anschluss freuen und für die SSD-Montage könnten zwei Adaptereinsätze gleich mit im Lieferumfang enthalten sein. Die acht verbauten Lüfter sind im Rahmen von an sich schon lauten LAN-Parties gerade noch akzeptabel und machten im Industrieeinsatz bei knapp 40°C Umgebungstemperatur sogar richtig Ballett. Eine echte Aus-Stellung bei der Lüftersteuerung wäre auch noch so ein Punkt auf der Wunschliste. Der Rest passt, zumal die Gesamtperformance über jeden Zweifel erhaben ist.

Fazit

Dinge, wie die Arbeit mit der Drone Station, gehören unbestritten zu den Highlights im Kalenderjahr eines Redakteurs, denn man bekommt nicht allzu oft solch ausgefallene Lösungen in die Hände. Innovativ, praxistauglich und zudem recht ordentlich verarbeitet – endlich mal wieder ein Gehäuse, das sehr wohltuend aus dem Einheitsbrei heraussticht, obwohl es sicher nur eine Nischenlösung bleiben wird. Mit der Drone Station bewegt sich AIO natürlich (und auch sicher ganz bewusst) weit abseits des aktuellen Mainstreams, so dass ein Award in Form eines allgemeinen Kauftipps reichlich fehl am Platz wäre. Da ich aber sowohl die Idee, als auch die Umsetzung überdurchschnittlich und sehr bemerkenswert finde, vergebe ich diesem sehr außergewöhnlichem Gehäuse, erstmalig in diesem Jahr überhaupt, den Elite-Award. Mehr geht nicht, zumal mich das sehr positive Feedback von AIO auf unsere Verbesserungsvorschläge zusätzlich sehr optimistisch stimmt, dass wenigstens ein Teil dieser Anregungen für die Zukunft auch umgesetzt werden wird.Bliebe ganz am Ende noch die Preisfrage. Mit 549 Euro incl. MwSt. für die 60-Hz-Variante (5 ms) und 699 Euro für die Ausführung mit dem 120 Hz Panel steht eine UVP im Raum, die zwar nicht gerade zimperlich ausfällt, aber deutlich unter dem Preis professinellen Lösungen liegt, die zudem noch schwerer und wesentlich unhandlicher sind. Im Consumer-Bereich steht die Drone Station aktuell aber ziemlich allein auf weiter Flur da, was den Preis natürlich nicht gerade drückt. Zu teuer? Wie man es es nimmt. Mit dem 60 Hz Panel kann man durchaus zufrieden sein, so dass sich der Preis im Rahmen der Exklusivität sogar schon akzeptieren lässt.

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