Cooltek Coolcube Mini – schicker ITX-Alu-Zwerg mit sinnvoller Raumaufteilung

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Messungen 1: Intel Celeron G1610 – der “Brave” mit 55 W TDP

In der ersten Testreihe haben wir versucht, drei Szenarien durchzuspielen. In allen dreien saugt das Netzteil die warme Luft direkt über dem Prozessorkühler ab. Dessen Lüfter wurde umgedreht und saugt vom Prozessorsockel hoch ins Netzteil. Zusätzlich wurde teilweise auf den optional an der Gehäuserückwand montierbaren 60 mm Lüfter zurückgegriffen, n unserem Falle auf einen Revoltec Airguard mit konstanten 2500 U/min. Dieser geht bei voller Drehzahl des Thermalright-Lüfters auf dem AXP-100 in dessen Geräuschkulisse unter, tritt jedoch deutlich hervor, wenn dieser heruntergeregelt wird. Die Raumtemperatur betrug konstante 20 °C. Zu den folgenden Messwerten ist anzumerken: Die TDP-Angabe von Intel ist im Falle des Celeron G1610 recht hoch gegriffen – der reale Stromverbrauch des Prozessors liegt deutlich darunter.

TR AXP-100
@2457 U/min
inkl. 60 mm Gehäuselüfter   
TR AXP-100
@958 U/min
inkl. 60 mm Gehäuselüfter
TR AXP-100
@958 U/min
ohne 60 mm Gehäuselüfter
Celeron G1610 (mittlere Kerntemperatur) 43 °C 47,5 °C 51,5 °C
System (Mainboard) 30 °C 35 °C 41 °C
SSD 28 °C 28 °C 32 °C

Eine vergleichsweise kleine CPU wie aus diesem ersten Testdurchlauf stellt für das Coolcube Mini kein Problem dar – neben dem Abtransport der im Gehäuseinneren entstehenden Abwärme durch Kühler und Lüfter trägt dazu auch die Materialwahl zur Herstellung des Cooltek bei: Aluminium leitet die Wärme weitaus besser ab als eine Stahlkonstruktion. Selbst bei einer reduzierten Drehzahl des Prozessorlüfters auf unter 1000 U/min und ohne zusätzlichen Gehäuselüfter erhalten wir  bei 20 °C Raumtemperatur eine voll sommertaugliche mittlere Kerntemperatur von 51,5 °C. Ein Mainboard mit einer ordentlich anpassbaren Steuerung des PWM-Signals für den Lüfter des Prozessorkühlers sollte also einen annehmbar leisen Betrieb ermöglichen, während es bei voller Drehzahl zu einem ordentlichen Radau kommt. Diesbezüglich ist allerdings zu beachten, dass die Lautstärke beim von uns verwendeten, umgedrehten Lüfter des AXP-100 bei voller Drehzahl um ganze 3 dB(A) lauter war als mit normal aufgesetzten Lüfter. Eventuell kam es hier zu einem ganz leichten Kontakt zum Kühlkörper, der sich durch die Verwendung von Abstandshaltern beheben ließe.

TR AXP-100
@2457 U/min
TR AXP-100
@958 U/min
Geräuschmessung diagonal (links oben), 50 cm 43,0 dB(A) 35,5 dB(A)
Geräuschmessung frontal, 50 cm 42,5 dB(A) 35,4 dB(A)
Geräuschmessung diagonal (rechts oben) 50 cm 42,4 dB(A) 35,5 dB(A)

Messungen 2: Tom’s Wahnsinn – mit dem Intel Core i5-2500K durch die Glut der Hölle?

Nun wird es richtig spannend: Wir schnallen einen Core i5-2500K auf das Mainboard, lassen den Turbo des Prozessors aktiviert und schauen, ob wir noch akzeptable Temperaturergebnisse erreichen. Der zusätzliche 60-mm-Gehäuselüfter kommt dabei durchgängig zum Einsatz. Zusätzlich testen wir eine alternative Lüfterbestückung auf dem Thermalright AXP-100: Das mitgelieferte Exemplar wird durch einen 120 mm großen Xilence XQ ersetzt, der mit einem weichen und entkoppelnden Lüfterrahmen überzeugen kann. Ob die theoretische Mehrleistung im Coolcube Mini umgesetzt werden kann?

TR AXP-100
@2457 U/min
inkl. 60 mm Gehäuselüfter   
TR AXP-100 mit 120 mm Xilence XQ @1600 U/min
inkl. 60 mm Gehäuselüfter
Core i5-2500K (mittlere Kerntemperatur) 67,4 °C 70,3 °C
System (Mainboard) 37 °C 39 °C
SSD 48 °C 38 °C

Zunächst einmal vorab: Der Einsatz eines größeren Lüfters auf dem Prozessorkühler liefert unter den beengten Verhältnissen des Coolcube Mini schlechtere Ergebnisse, als mit dem sehr schmalen Standard-Lüfter. Allein die Temperatur der SSD kann vom Überstehen des großen 120 mm Exemplars profitieren: Ihre Temperatur sinkt um ganze 10 °C.

Aber was können wir aus den (vergleichsweise besseren) Temperaturen schließen, die mit dem regulären Lüfter des AXP-100 erzielt wurden? Als “kühl” kann man die Temperaturen im Coolcube Mini unter Einsatz eines Core i5-2500K sicher nicht bezeichnen, aber von den geschätzten Werten der Glut der Hölle sind wir bei einer mittleren Kerntemperatur von 67,4 °C dennoch weit entfernt. Für den 24/7-Betrieb mit einer derart starken und wärmeentwickelnden CPU ist das Gehäuse sicher nicht geeignet.

Wird allerdings nur punktuell volle Leistung abgerufen, werden diese Temperaturen in der Praxis niemals erreicht. Dann kann ein derart potenter Prozessor durchaus eine sinnvolle Wahl sein sinnig, auch wenn es sicher nicht der primäre Einsatzzweck des kleinen Cooltek ist. Die SSD-Temperatur ist relativ hoch, so dass die Verwendung einer mechanischen Alternative im 2,5″ Format eher in Verbindung mit einer weniger Abwärme produzierenden CPU sinnvoll erscheint. Bei den Werten gilt es, zu bedenken: Wir haben den Prozessor samt der integrierten GPU ausgelastet.

Die Temperaturergebnisse des Celeron G1610 haben jedoch ganz klar gezeigt, dass hier auch ruhig etwas Stärkeres verbaut werden kann. Die Wahrheit – beziehungsweise der optimale Prozessor – liegt also wie so oft dazwischen. Und auch für diese Mitte bietet Intel mittlerweile einige verbrauchsoptimierte Core i5 oder Core i7 Quadcore- und Dualcore-Modelle im Bereich von unter 50 W TDP an, wenn man nicht selbst in Form von Undervolting Hand anlegen möchte – beispielsweise einen Core i5-3470T mit einer TDP von 35 Watt, wie er auch in der Zotac Zbox-ID89 seinen Dienst verrichtet. Ein Core i5-3570T mit echten vier Kernen liegt bei einer TDP von 45 Watt.

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