Test Microsoft Surface RT & ASUS Vivo Tab RT: Wie schlägt sich Windows RT auf dem Tablet?

Das Microsoft Surface RT lässt sich mit bis zu 128 GB Speicher ausstatten

Vergleichsweise großzügig zeigen sich die beiden Hersteller bei der Speicherausstattung der Tablets. In den beiden Testgeräten wurden jeweils 64 GB verbaut. Selbst wenn man bedenkt, dass dem Nutzer davon nur rund 45 GB zur Verfügung stehen, ist das reichlich Platz für Daten. Daneben kann die Speicherkapazität beider Geräte mit Hilfe einer microSD-Karte vergrößert werden. Der Einschub des ASUS Vivo Tab kann mit einer Kapazität von bis zu 32 GB umgehen, beim Surface RT nimmt der Steckplatz, der etwas versteckt hinter dem Ständer untergebracht ist, sogar bis zu 64 GB auf. Eine entsprechende Karte samt Adapter auf SD-Karten-Format lag dem (Test-)Surface bei. Beide Tablets offerieren überdies eine klassische USB-Schnittstelle.

Die ist für den Datenaustausch auch bitter nötig. Denn die von Microsoft gepriesene (und verordnete) Synchronisation über den hauseigenen Cloud-Dienst kann nicht in jedem Punkt überzeugen. Zwar können nun Fotos usw. in voller Größe in dem Online-Speicher abgelegt werden – zu Zeiten von Windows Phone 7 und 7.5, als Skydrive etabliert wurde, wurden die hochgeladenen Bilder in ihrer Größe z.T. erheblich reduziert – nun hakt es jedoch an anderer Stelle: Zum einen ist der Speicherplatz mit 7 GB nicht gerade üppig. Schließlich sollen darüber die persönlichen Daten lustig vom Desktop auf Tablet und bestenfalls noch Smartphone hin und her geschoben werden. Zum anderen können nur Files mit einer Größe von maximal 300 MB geladen werden. Für eine Vielzahl von Dateien mag das ausreichen, doch wer schon nur einen Film auf diese Weise verschieben will, lernt schnell die Grenzen kennen. Zudem glänzt der Cloud-Speicher nicht gerade mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten.

Microsoft Windows RT: Schmucke Oberfläche, dahinter noch nicht ausgereift

Zum neuen Antlitz von Microsofts Betriebssystem wurde bereits eine ganze Menge geschrieben, und die beiden Tablets bestätigen zunächst: Die Kachel-Oberfläche macht ihre Sache bei Touchgeräten eigentlich gut. Sortiert man die wesentlichen Anwendungen auf der Startoberfläche zusammen, navigiert es sich ordentlich durch das System. Zumal man alles wesentliche in den Seiten findet: Auf der einen Seite sind die offenen Anwendungen, auf der anderen Seite sind sämtliche Einstellung, inklusive der Suchfunktion mit der man auch dem Microsoft Store durchsuchen kann.

Allerdings nerven eine Vielzahl von Kleinigkeiten bei der Umsetzung im Alltag. Dies beginnt schon, wenn man den Browser aus der Kachel heraus aufruft, denn dann ist die Adresszeile  nicht mehr wie gewohnt am oberen Bildschirmrand, sondern unten. Abgesehen davon, dass nicht so ganz schlüssig ist, welchen Gewinn der Nutzer von dieser Wanderung haben soll, ist die Zeile gerade wenn man das Tablet nah vor sich hält z.T. schlecht zu erreichen. Wem das nicht gefällt, der kann auf den Desktop wechseln auf dem alles beim alten ist, der aber für ein 10″ großes Display mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixel alles andere als Touch-freundlich ist. Hat man sich beispielsweise zum (mittlerweile sehr verborgenen) Taschenrechner durchgesucht, sollte man über sehr schlanke Finger verfügen, um die gewünschte Zahl zu treffen.

An Stellen wie dieser zeigt sich, dass es Microsoft mit seinem aktuellen Betriebssystem sehr eilig gehabt haben muss. Es mangelt an einer konsequenten Umsetzung. Abstürze einzelner Apps bis hin zu Neustarts sind zwar keine Dauererscheinung, treten hin und wieder jedoch auf, wie sich im Test bei der Kamera-App und beim Videoplayer zeigte.

Dürftiges Softwareangebot

Fast überdimensioniert wirkt der Speicher hinsichtlich des Softwareangebots. Zwar bietet Microsofts Betriebssystem dem Nutzer schon Out-of-the-Box zahlreiche Apps, die für eine Vielzahl von Standardanwendung im mobilen Alltag genügen.

Die Auswahl an Anwendungen für die mit ARM-SoCs operierenden RT-Tablets bietet, könnte dennoch größer sein. Vor allem klassische Standardanwendung, etwa einen alternativen Browser wie Mozillas Firefox oder Googles Chrome, dürften viele Nutzer vermissen. Zumal das Betriebssystem den aus der vollwertigen Windows-8-Version bekannten Desktop bietet und dementsprechend suggeriert, dass man damit auch die vollständige Windows-8-Funktionalität erhalten könnte.

Dies gilt jedoch nur für Office-Anwendungen, die über das Microsoft-eigene Office 2013 (derzeit noch als Preview, der allerdings kostenfrei mit einem Update auf die Vollversion gehoben werden soll) vorinstalliert sind. Sucht man im Microsoft Store beispielsweise nach dem eigentlich recht populär anmutenden Begriff “Bildbearbeitung” bekommt man lediglich HP Connected Photo angezeigt. Hier bleibt abzuwarten, wie schnell sich das Angebot für diese Tablets erweitert, was nicht zuletzt auch von den Verkäufen abhängt.

Darüber hinaus gibt es auch Schwierigkeiten bei klassischen Webanwendungen. So ist es z.B. nicht möglich eine Datei in den Anhang einer Email zu stellen, die bei einem Webmail-Dienst im Browser bearbeitet wird.

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