Test Microsoft Surface RT & ASUS Vivo Tab RT: Wie schlägt sich Windows RT auf dem Tablet?

Nvidia Tegra 3 verleiht den Tablets keine Flügel

Wenn die beiden Tablets sich äußerlich deutlich voneinander unterscheiden, dann pflegen sie innerlich doch den Gleichschritt: Sowohl Microsoft als auch ASUS greifen auf den Nvidia Tegra 3 zurück, wobei der SoC in beiden Fällen mit einer Taktgeschwindigkeit von 1,3 GHz arbeitet und auf einen 2 GB großen Arbeitsspeicher zugreifen kann.

Das ist zwar reichlich RAM, aber als SoC hätte man sich hier doch schon einen etwas moderneren Qualcomm Snapdragon S4 gewünscht, denn schon in einigen vorangegangenen Tests wurde deutlich, dass der Tegra 3 zwar kein Schwächling unter den ARM-Prozessoren ist, die Cortex-A9-Architektur aber kurz vor der Ablösung steht. Schon jetzt steckt im Google Nexus 10 ein Samsung Exynos 5250, der auf dem deutlich leistungsstärkeren Cortex A15 basiert, und zu Beginn des nächsten Jahres dürfte auch Nvidia mit dem Tegra 4 auf diese Architektur wechseln. Und sich jetzt noch für ein System zu entscheiden, dass in wenigen Wochen als betagt gilt, dürfte so manchem Nutzer Bauchschmerzen bereiten.

Zumal man sich sowohl beim ASUS Vivo Tab als auch beim Microsoft Surface phasenweise etwas mehr Dampf unterm Display wünschen würde, auch wenn es sich in beiden Fällen nicht um lahme Rechner handelt. Die Oberfläche läuft flüssig, doch schon beim Starten der Anwendungen dürften sich gerade Performance-verwöhntere Nutzer nach etwas mehr Geschwindigkeit sehnen.

Offenbar benötigen die vergleichsweise aufwendige Oberfläche sowie der im Hintergrund existierende klassische Desktop deutlich mehr Leistung als Android-Systeme, die mit ähnlicher Hardware ausgestattet sind. Leider stehen aktuell noch keine echten Hardware-Benchmarks zur Verfügung, mit deren Hilfe man der Vermutung tiefer auf den Grund gehen könnte. Doch zumindest die Browser-Benchmarks, die fast identisch ausfallen, d.h. kaum Unterschiede zwischen den Systemen sehen, fallen damit auf, dass sie den beiden Systemen teilweise recht magere Punktwerte zugestehen.

Schon Futuremarks Browser-Benchmark Peacekeeper, der die HTML5-Fähigkeiten eines jeweiligen Browser testet, legt nahe, dass sich die Hersteller von Windows-RT-Tablets bei gleicher Hardware-Plattform nahezu ausschließlich durch Gehäuse- und Bildschirmqualität unterscheiden.

Zu einem fast identischen Ergebnis gelangt man, wenn man den Browsermark Rightware bemüht, der mit Hilfe von HTML5 Einblicke in die Browserleistung und damit auf die Leistung der dahinter stehenden Hardware geben möchte.

Das Bild ändert sich auch kaum, wenn HTML5 anstelle von Javascript für die Leistungseinschätzung verwendet wird. Sowohl Googles Octane als auch der V8-Benchmark aus gleichem Hause sehen die beiden Systeme auf Augenhöhe miteinander, wobei das Surface RT hauchdünn in Führung geht.

Auffallend ist allerdings die insgesamt sehr geringe Punktzahl, die die Google-Benchmarks den beiden Tablets zugestehen. Selbst ein Motorola RAZR mit einem TI OMAP 4430 erreichte im letzten Test in den beiden Benchmarks die dreifachen Punktwerte, ein Umstand den man nicht unbedingt auf Betriebssystem und/oder Browser schieben kann…

…denn der Sunspider sieht recht hohe Geschwindigkeiten bei der Berechnung der hier ausgegebenen Javascript-Kalkulationen.

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