Testbericht GeForce GTX 650 Ti – Der kleine Kepler für Zwischendurch?

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Beginnen wir unser Fazit mit einem Vergleich der durchschnittlichen Performance, wobei die GeForce GTX 650 als Ausgangspunkt 100 Prozent darstellt:

Die GeForce GTX 650 Ti liefert ein interessantes Ergebnis, denn zwischen dem Durchgang mit niedrigen und dem mit hohen Details offenbart sich ein deutliches Delta. Das deutet darauf hin, dass die vergleichsweise leistungsfähige GPU vom schmalen 128-Bit-Speicherbus ausgebremst wird.

Bei vergleichsweise konservativen Einstellungen kann die mit der GK106-GPU ausgestattete GTX 650 Ti beinahe Nvidias GeForce GTX 560 und AMDs Radeon HD 6870 überholen. Bringt man allerdings MSAA bei hohen Detailstufen ins Spiel, knickt die Performance überproportional stark ein; dann ist die neue Karte nur noch ein paar Prozentpunkte schneller als eine Radeon HD 6850. Wie unsere Benchmarks zeigen, kann man diesen Nachteil zum Teil durch gezieltes Übertakten wettmachen. Zudem unterstützen viele neuere Spiele alternative Anti-Aliasing-Modi wie FXAA, die Karten mit geringer Speicherbandbreite weniger zu schaffen machen.

Sollte die Karte tatsächlich wie von Nvidia angepeilt für etwa 140 Euro auf den Markt kommen, dann könnte die GeForce GTX 650 Ti zum (Preis-)Klassenliebling avancieren, der mehr Performance als eine gleich teure Radeon HD 6850 liefert. Die Radeon HD 7770 wird nochmals deutlicher geschlagen. Dank einer zurückhaltenden Leistungsaufnahme, geringer Abwärme und dementsprechend geringer Lautstärke ist die Karte eine attraktive Wahl für ein Gaming-System der Einsteigerklasse.

Gibt es also einen Grund, der bei einem Preis von 140 Euro gegen die GeForce GTX 650 Ti spräche? Nur, dass es eine Radeon 7850 mit 1 GB Speicher gibt, die nur etwa 15 bis 20 Euro mehr kostet. Wir meinen, dass diese Karte trotz des höheren Preises und einer um 30 Watt höheren Leistungsaufnahme unter Last für Gamer die bessere Wahl ist. Aktuell findet man diese „kleine“ Radeon HD 7850 in Einzelfällen schon für um die 150 Euro, wobei das möglicherweise eine kurzfristige Aktion von AMD sein könnte, um unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch selbst die durchschnittlich 160 Euro der preiswerteren Karten sind nicht uninteressant. Und sollten die Preise doch auf diesem Niveau bleiben, wäre das ein klarer Schuss vor Nvidias Bug.

Natürlich haben auch wir keine Glaskugel im Testlabor, die uns die Preisentwicklung der nächsten Wochen verrät. Klar ist aber, dass Nvidias GeForce GTX 650 Ti schnell und doch preiswert genug ist, um Mainstream-Gamer anzusprechen. Das gilt umso mehr, da die Radeon HD 6850 und die GeForce GTX 560 im Auslaufen begriffen sind und so langsam aus den Händlerregalen verschwinden dürften.

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