Das neue iPad im Test – Teil 2: Display- und Kameraqualität, Wärmentwicklung und Akku-Laufzeiten

Die verbesserte Bildqualität und die damit verbundenen höhere Leistungsfähigkeit verlangen nach einer größeren Batterie: Und so hebt Apple die Leistungsfähigkeit des Li-Ionen-Akkus von 25 Wh des iPad 2 auf nun 42,5 Wh. Dieser vergrößerte Energiespeicher ist zum einen der Grund für das zusätzliche Gewicht, erklärt zum anderen aber auch, wie Apple von einer zum Vorgänger vergleichbaren Akku-Laufzeit sprechen kann, obwohl Retina-Display und GPU echte Energiefresser sind: Das Akku-Paket des iPad 3 legt um stolze 70% zu und kompensiert so den höheren Strombedarf.

Zusätzlich zum Mehrgewicht liegt ein weiterer Nachteil eines größeren Akkus darin, dass er deutlich längere Ladezeiten benötigt. Um einen Füllstand von 90% zu erreichen, benötigt das iPad 3 etwa fünf Stunden.

Soll das neue iPad vollständig geladen werden, müssen dafür mindestens sechs Stunden eingerechnet werden – etwa 33% mehr als bei iPad oder iPad 2. Damit benötigte das Tablet die längste Ladezeit, die wir jemals gemessen haben; dafür, dass die Kapazität des Akkus um 70% gestiegen ist, ist das dennoch kein so schlechter Wert.

Und obwohl das neue iPad sich bei den Ladezeiten die meiste Zeit lässt, seinen Akku zu betanken, ist sein Durchhaltevermögen bei alltäglichen Anwendungen tatsächlich mit dem des Vorgängers vergleichbar. Bei voller Helligkeit kann man mit dem Tablet etwa sechs Stunden im Web surfen – ein Spitzenwert.

Um die tatsächliche Leistung des Akkus aufzuzeigen, beinhaltete unser Benchmark auch das Surfen auf Webseiten wie CNN oder Wikipedia. Außerdem haben wir währenddessen im Hintergrund MP3-Dateien abgespielt und konnten so feststellen, dass die Auslastung des Prozessors nahezu keinen Einfluss auf die Batterielaufzeit hat. Der Grund hierfür liegt in ARMs NEON-SIMD-Engine, die beim Dekodieren von Musikdateien unglaublich effizient arbeitet.

In früheren Tablet-Reviews haben wir mit den maximal möglichen Helligkeiten getestet – und dabei alltägliche Helligkeitsszenarios vernachlässigt. Dabei handelt es sich nicht um einen unabsichtlichen Fehler. Vielmehr verwenden viele Nutzer die höchstmögliche Helligkeit bei ihren Notebooks und Tablets und drehen diese nur im Fall eines schwachen Akkus herunter.

Allerdings ist ein fairer Vergleich zwischen den einzelnen Apple Tablets nur dann möglich, wenn man sich auf eine mittlere Helligkeit – in unserem Fall 200 nits – einigt.

Die Akku-Leistung von Apples neustem Tablet fällt beim Abspielen von Videos etwas geringer aus als beim Vorgänger. Während das iPad 2 mit einer Akku-Ladung mehr als einen halben Tag weit kommt, überspringt das iPad 3 die 11 Stunden-Marke und hält nur wenig länger durch als das ASUS Transformer Prime.

Epic Citadel auf dem iPad 3Epic Citadel auf dem iPad 3

Die Batterielaufzeit beim Spielen zu bestimmen ist keine einfache Sache. Anders als bei Desktops oder Notebooks gibt es über die einzelnen Plattformen hinweg noch keine soliden Testmöglichkeiten, um Vergleiche zwischen den verschiedene Geräten anstellen zu können. Außerdem stellt die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Games ganz unterschiedliche Ansprüche an GPU und CPU. Einer der populäreren Titel für iOS ist Epics Citadel, das auf dem gleichen Code aufsetzt wie Infinity Blade. Wie auch der Benchmark 3DMark durchläuft die Kamera bei diesem Benchmark  wiederholt dieselbe Szene. Dabei bietet das Game zwar ein gewisses Level an grafischen Details, dennoch sind wir nicht davon überzeugt, das Citadel das ideale Testspiel darstellt, kommt doch die Gleiche Szene immer wieder.

Und beim ersten Benchmarken des i Pad 3 konnte es mit einer Akku-Ladung genauso lange durchhalten wie ein iPad 2. Nur gut, dass sich noch mehr Möglichkeiten um unsere Ergebnisse zu überprüfen.

Riptide GP auf dem iPad 3Riptide GP auf dem iPad 3

Ursprünglich von Xbox Live zu Android portiert, ist Riptide GP mittlerweile auch unter iOS verfügbar und als aktuelles Game für unsere Benchmarks vergleichsweise gut geeignet. Zudem geht es automatisch in einen Demo-Modus über, wenn der Home-Screen länger unangetastet bleibt. Dem Entwickler Vector zufolge, werden die Texturen auch während des Demos dynamisch gerendert und sorgen somit für eine stetige Systemlast, wie sich in unseren Benchmarks ohne Schwierigkeiten erkennen lässt.

Anhand der Testergebnisse lässt sich deutlich zeigen, dass die SGX543-GPU mit ihren vier Grafikkernen sowie das Retina-Display den Energiebedarf des neuen iPads – gerade im Vergleich zum Vorgänger – deutlich in die Höhe treibt. Dennoch kann der Akku der neusten Generation noch für ein Spielevergnügen von mehr als fünf Stunden sorgen und liegt damit etwa auf dem Niveau des ersten iPads.

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