Cooler Master Silencio 650 im Test – Schwergewicht auf leisen Sohlen

Fazit und Zusammenfassung

Stabile Gehäuse sind dem meisten Nutzer genauso sympathisch, wie eine stabile Währung und im Endeffekt eigentlich sogar genauso wichtig, denn es geht nichts über Sachwerte. Stimmt jedoch der Unterbau für die restliche Hardware nicht, hilft später auch kein immerwährendes Nachbessern und Gefrickel. Solide trifft leise, das dürfen wir vor der Zusammenfassung schon einmal festhalten, denn nicht immer sind beide Attribute für einen vergleichsweise angemessenen Preis auch wirklich unter einen Hut zu bringen. Was uns beeindruckt hat, war dir sehr stabile Innenkonstruktion, die sich auch bei über 100 kg Belastung nicht verbiegen ließ. Die Formensprache ist eher dezent, denn man muss auch nichts vorgeben, was man dann nicht halten kann. Statt kunststofflichem Pubertäts-Barock bietet Cooler Master mit dem Silencio 650 eine sehr ausgeglichene optische Kost und einen feines Grundgerüst, was den eigentlich angestrebten Zweck, nämlich ein brauchbares gedämmtes Gehäuse zu sein, am Ende mit sogar einigem Glanz erfüllen kann.

Wo viel Licht ist, ist natürlich fast immer auch ein wenig Schatten nicht weit, und es wäre eine extreme Ausnahme, wenn uns nicht doch das eine oder andere negativ aufgefallen wäre. Für ein abschließendes Urteil müssen natürlich alle Verfehlungen einzeln abgewogen und gewichtet werden, schließlich wiegen nicht alle aufgefallenen Mängel gleich schwer. Nachteilig ist zuerst erst einmal die geringe Anzahl von nur 2 möglichen, gleichzeitig nutzbaren Festplattenlaufwerken, wenn man den mittleren Festplattenkäfig entfernt. Dieser wiederum muss aber raus, wenn die Grafikkarte ab 27 cm lang sein soll(te). Dies ist aus unserer Sicht die eigentliche Verfehlung innerhalb des ansonsten recht gut überlegten Gesamtkonzeptes.

Kleinigkeiten in unserer Mängelliste würden zwar die TÜV-Plakette nicht verhindern, sollten aber beim nächsten Check dann doch erledigt werden. Da wären die vorlauten Drei in Form etwas zu billig wirkender Gehäuselüfter, die zwar im geschlossenen Zustand recht gut gebändigt werden, aber es ginge eben auch besser. Kleinigkeiten, wie dezente Lackbremsen in Gewinden, die sehr straff sitzende ATX-Blende oder der fette Kabelwust, der in den obersten externen Einschub hinein reicht, sind am Ende nur Peanuts. Es überwiegen hingegen die Vorteile in Form der stabilen Rahmenkonstruktion, der sehr guten Dämmung, der einzigartigen Festplattenumschaltung und der guten Körperschallentkopplung zwischen Gehäuse und Fußboden. Und so gibt es am Ende nicht nur einen Freispruch Erster Klasse, sondern sogar ein Lob in Form eines Kautipps, denn im Gesamterscheinungsbild wirkt das Cooler Master Silencio 650 wesentlich erwachsener und solider, als das unlängst getestete Corsair Obsidian 550D, das zwar genauso teuer ist, aber mehr Kinderkrankheiten aufwies.

Kaufempfehlung

Das Cooler Master Silencio 650 passt ideal zur Hardware der obere Mittelklasse, was am Ende auch den Preis von 130 Euro nicht übertrieben wirken lässt, obwohl sich der Mehrwert dieses Gehäuses vor allem auf den zweiten Blick erschließt. Ein eher unspektakuläres Äußeres kann auch ein immenser Vorteil sein, weil man sich auf diese Art auf eine wirklich zeitlose Investition sichert, die nicht den üblichen Schwankungen des Zeitgeistes unterliegt. Der Langzeitfaktor spielt in dieser Preisklasse nämlich keine untergeordnete Rolle und so kommt neben dem neutralen optischen Auftritt eine auch haptisch fühlbare Beständigkeit auf Grund eines sehr soliden Skeletts sehr gelegen. Die angestrebte Dämmung für ein leise agierendes Endprodukt ist gelungen und die Summe aller guten Eigenschaften macht bis auf die von uns aufgezeigten kleineren Mängel eines sehr deutlich: stabil, leise und haltbar in freundschaftlich verbundener Dreieinigkeit sind käuflich. Zumindest in Form eines Gehäuses.

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