Scharmützelchen auf dem Desktop: Nettop-Plattformen im Vergleich

Der Hardware-Geek an sich hat gern die neuesten, schnellsten und, wenn möglich, teuersten Spielzeuge auf oder unter dem Schreibtisch. Für Spieler ist das eine Ehrensache, denn immerhin will man ein flüssiges, ungetrübtes Spielerlebnis genießen. Verdient man mit seinem Rechner Geld, lohnt sich wiederum die Investition in einen teuren Hexa-Core-Prozessor mit 12 Threads, weil jede gesparte Minute bares Geld bedeuten kann. Oft genug vergessen wir aber auch, dass nicht jede Aufgabe brachiale Rechenleistung erfordert. Wer nur im Web surft, Emails schreibt oder sogar den klassischen „Papierkram“ wie Rechnungen, Anschreiben usw. am Computer abarbeitet, braucht wohl kaum einen Multi-Gigahertz-Boliden mit zig Kernen und Flaggschiff-GPU. Ein Nettop tut es, nüchtern betrachtet, auch.

Mancher belächelt die vergleichsweise schwachbrüstigen Rechnerchen, und absolut gesehen ist ihre Performance auch nicht gerade beeindruckend. Auch bei der Effizienz stehen sie oft nur bedingt gut da. Sie haben aber auch unbestreitbare Vorteile. Zum einen erlauben sie sehr kleine und dennoch leise Bauformen, die mehr an einen Stapel CDs als einen PC erinnern. Zum anderen sind sie eben doch stromsparend, und für die eingangs genannten Aufgaben liefern auch Nettops genug Rechenleistung.

Doch Nettop ist nicht gleich Nettop, und inzwischen trifft man in den kleinen Fertigrechner diverse Plattformen an. Deshalb wollen wir heute aktuelle Nettop-Hardware sichten. Eigentlich hatten wir zu dem Zweck verschiedene Hersteller mit der Bitte angeschrieben, uns einige Modelle zum Test zur Verfügung zu stellen. Oft genug wurden wir aber entweder auf die nahende CeBIT und/oder bald kommende neue Produkte verwiesen. Kurzum: Letztlich wollten uns die allermeisten Firmen praktisch identische Modelle schicken, was weder sonderlich spannend gewesen wäre noch einen guten Überblick gegeben hätte. Also mussten wir umdenken.

Die Lösung war relativ einfach: Wir beschränken uns auf eine Firma mit breitem Portfolio in diesem Bereich, und zwar Zotac. In den ZBOX genannten Mini-Rechnern dieses Herstellers trifft man diverse Hardware-Kombinationen an, was diese Geräte geradezu für einen Vergleich wie diesen prädestiniert. Dennoch, selbst wenn alle Geräte vom selben Hersteller stammen, soll es hier in allererster Linie um die Plattformen gehen, nicht die konkreten Geräte, auch wenn wir diese auf der kommenden Seite kurz vorstellen wollen – sozusagen als beispielhafte Ausgestaltung der jeweiligen Plattform.

So kamen wir zu unserem Testfeld, das aus sechs Kandidaten von Intel, AMD und auch VIA besteht. AMD lässt sich durch seine beiden Brazos-Spitzenmodelle E-350 und E-450 vertreten, während Intel mit einem Atom D525 mit Ion-2-Grafik, einem Atom D2700 mit GeForce GT 520M und einem Sandy-Bridge-Celeron 857 mit HD Graphics antritt. VIA trifft man als CPU-Hersteller heute nur noch selten an. Umso mehr freut uns, dass wir auch ein Exemplar des Nano X2 in Form des U4025 ins Testfeld aufnehmen konnten. Grafisch wird der durch eine Chrome9-GPU unterstützt, die trotz ihres Alters immerhin schon diverse Videoformate in Hardware beschleunigt wiedergeben kann.

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