Seagate Momentus XT: Hybrid-Festplatte, die zweite

Wenn wir an dieser Stelle über den Terminus ‘FAST’ sprechen, dann beziehen wir uns nicht auf das englisch Wort “fast”, welches “schnell” bedeutet. Vielmehr beziehen wir uns auf einem Begriff aus dem Seagate-Marketingjargon, den findige Experten schufen, um die Charakteristika dieses aktuellen Momentus XT-Laufwerks treffend und wirksam zu beschreiben. Die Abkürzung steht für ‘Flash Assisted Storage Technology’ und beschreibt tatsächlich in aller Deutlichkeit, wobei es sich bei der Momentus XT handelt: hier liegt eine Festplatte vor, welche Flash-Speicher als unterstützende Maßnahme einsetzt. Wichtig zu betonen ist, dass es sich hier in erster Linie um eine Festplatte handelt.

Diese Definition ist wichtig, denn allein die Bezeichnung “Hybrid” verrät lediglich, dass es sich um etwas handelt, das aus zwei unterschiedlichen Elementen besteht. Bei Fahrzeugen wird der Begriff Hybrid derzeit gerne eingesetzt, um ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu bezeichnen, welches einen Elektromotor zur Hilfe nehmen kann. Bei Tablet-Hybriden handelt es sich meist um Geräte, an die man eine Tastatur anschließen und diese fast wie ein Notebook einsetzen kann. Schön und gut, aber diesen Beschreibungen mangelt es oft an einer konkreten Aussage, welcher Teil des Hybriden denn dominiert – und welches der Teil ist, der nur unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz kommt. Eine Hybrid-Festplatte könnte demnach auch eine SSD sein, die Daten auf einen rotierenden Speicher auslagert, statt wie bei der Momentus XT – hier ist es umgekehrt.

Was ist neu?

Die erste Generation der Momentus XT bot 500 GB Speicherplatz sowie 4 GB Flash-Speicher, den das Laufwerk nutzen konnte, um oft verwendete Daten abzulegen. Diese „hot data“ genannten Daten können aus dem Flash-Speicher erheblich schneller gelesen und geschrieben werden als über die mechanische Festplatte. Das Konzept hat mit der neuen Version und nunmehr bis zu 750 GB immer noch Bestand: Flash-Speicher als Cache für eine HDD. Es gibt nun jedoch doppelt so viel Flash-Speicher, der zudem schneller geworden ist, eine intelligentere Firmware, verdoppelte Schnittstellen-Performance dank SATA 6 Gb/s mit Native Command Queuing (NCQ).

Seagate wendet das Schlagwort ’FAST’ gerne auf die Start- bzw. Boot-Fähigkeiten der Momentus XT an, allerdings auch auf Daten-Integrirät und die Leistungsfähigkeiten beim Schreiben – wobei es bei letzterem auch um den Energiebedarf geht, der gesunken sein soll. Klar ist: Performance ist lediglich ein Teil der Geschichte. Dabei geht Seagate so vor, dass man vor allen Dingen Flaschenhälse beseitigen möchte, die konventionelle Festplatten an den Tag legen, und gleichzeitig maximale Mobilität, Zuverlässigkeit und hohe Kapazität bei moderatem Preiszuwachs zu ermöglichen. Wichtig ist für Seagate auch der Faktor Integration: Die Momentus XT soll unproblematisch sein wie eine Festplatte und keine quälend langen Validierungsprozesse bei System-Herstellern durchlaufen müssen.

Diese Ziele sind allerdings schwerer zu erreichen, als man gemeinhin denkt. Das liegt daran, dass die Momentus XT ein gekapseltes Produkt ist, das sich selbständig um das Caching kümmert und sich nach außen wie jede andere 2,5“-Festplatte verhalten soll. Dabei muss das Laufwerk Wear-Leveling, Trimming, internes Datenmanagement und –Mirroring zwischen Flash und HDD genauso wie das Performance-Monitoring (Stichwort ’Pinning’ oft benutzter Daten) unabhängig vom Host-System austarieren. Das mag zwar nicht spannend klingen, am Ende ist das Produkt jedoch ordentlich und durchaus eine Überlegung gegenüber manchen SSDs wert, die von Firmware-Problemen von sich reden machen.

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