OCZ Octane im Test: Die Rückkehr des Indilinx-Controllers

OCZ ist mit seinen letzten beiden Laufwerksgenerationen auf SandForce-Basis in letzter Zeit sehr erfolgreich gewesen. Immer wieder gelang es der Firma dabei, die Erwartungen an das, was eine SSD im Consumer-Bereich speziell bei der Performance zu leisten vermag, neu zu definieren. 

Als Launch-Partner von SandForce genoss OCZ dabei natürlich immer ein besonders gutes Verhältnis zu SandForce und durfte als erste Firma mit neuen Controllern und deren Fähigkeiten an den Start gehen. Wer als erster startet, kann auch die meisten Awards abräumen, und genau das gelang OCZ mit seinen neuen Produkten auch immer wieder. Die Vertex-Familie hat im Laufe der Jahre eine wirklich beeindruckende Anzahl an Auszeichnungen einsammeln können.

Eine solche Star-Position hat natürlich auch ihre Nachteile. Indem man sich mit den SandForce-SSDs einen so guten Ruf erarbeitete, half man unfreiwillig auch anderen Firmen, ihre Produkte mit SandForce-Controllerchip zu verkaufen.

Für die Firmen mag es eine unbequeme Wahrheit sein, doch in der Praxis ist es so: Stellt man zwei SandForce-SSDs mit gleicher Kapazität und gleichem Flash-Typ einander gegenüber, liefern sie auch fast identische Performance. Dem widerspricht auch SandForce nicht. Natürlich nutzt jeder Hersteller eine leicht für die eigenen Ansprüche angepasste Version der Referenz-Firmware. Deshalb ähneln sich beispielsweise OCZs Vertex 3 und Corsairs Force GT auch so sehr. Beide Laufwerke nutzen einen SandForce-Controller der zweiten Generation und synchronen ONFi-Flash-Speicher. In der konkreten Implementierung gibt es ein paar kleine Unterschiede, doch letztendlich liegen sie in den Benchmarks gleichauf.

Es ist also nur verständlich, dass OCZ sich gern als Firma darstellen möchte, die um konkurrenzfähig zu bleiben und sich von den Mitbewerbern abzusetzen auch bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen. Aus diesem Grund steckt im neuesten Laufwerk der 6-Gb/s-Generation kein SandForce-Controller. Stattdessen kommt im neuen SSD-Modell mit Namen Octane das Know-How des Controller-Herstellers Indilinx zum Einsatz, den OCZ im vergangenen Jahr kaufte, und die Octane wird von OCZs selbst entwickeltem Everest-Controller angetrieben.

Was dürfen wir performance-mäßig von diesem Laufwerk erwarten? OCZ ordnet es in der Performance-Reihe ein und platziert es strategisch unterhalb der Vertex-3-Familie. Trotzdem kann die Octane mit einem 6-Gb/s-Anschluss und laut Datenblatt rasend schnellen Datenraten beim Lesen aufwarten, besitzt einen großen Datencache und ist in Kapazitäten bis 1 TB verfügbar. Könnten wir es hier sogar mit einem Kandidaten zu tun haben, der ins obere Spitzenfeld der aktuellen SSD-Generation vorstoßen kann? Jain, denn das Laufwerk hat so seine Eigenheiten und Problemchen, die wir bei der Benchmarkauswertung genauer analysieren wollen. Dennoch steckt in diesem Laufwerk unserer Meinung nach eine ganze Menge Potential. Schauen wir uns also OCZs erstes Modell mit eigenem Controller an.

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