WLAN für Einsteiger – Teil 2: Dualband, Überwachung, Multimedia und 1 km Langstrecke

Eine Aufgabe aber 2 Bänder: 2,4 GHz und 5 GHz

Auf dem Markt finden wir verschiedene Systeme, die nach unterschiedlichen WLAN-Standards arbeiten – wir haben uns im ersten Teil ja bereits für einen Standard entschieden. Darüber hinaus stehen wir vor der Wahl: 2 Bänder sind für die WLAN-Nutzung freigegeben, und man kann beim Kauf der Hardware entscheiden, ob man nur im 2,4 GHz, dem 5 GHz oder sogar beiden Bändern arbeiten möchte. Für die richtige Entscheidung muss man die Unterschiede kennen, denn die physikalischen Unterschiede zwischen 2,4 GHz und 5 GHz spielen durchaus eine wichtige Rolle.

Wenn die Frequenz erhöht wird, dann reduziert sich damit die Wellenlänge. Je kleiner die Wellenlänge, desto weniger Platz benötigt ein sogenannter Funkstrahl zwischen den einzelnen Stationen. Dies nennt man Fresnel-Zone. Diese Feststellung besitzt später bei unserem Freilandversuch noch einmal eine stärkere Bedeutung. Doch auch für den Innenbereich spielt die Wellenlänge eine gewisse Rolle. Doch dazu gleich mehr.

Hindernisse können sehr störend wirken. Wir erklären später diese Problematik noch im DetailHindernisse können sehr störend wirken. Wir erklären später diese Problematik noch im Detail

Sendeleistung EIRP

Je höher die Frequenz, umso höher die Dämpfung der Funkwelle. Selbst die Luft dämpft die Wellen bei 5 GHz stärker als auf dem niedrigeren Band. Um diese Nachteile auszugleichen, darf auf dem 5 GHz Band mit höheren Sendeleistungen gefahren werden. Das, was unsere Praxis betrifft, können wir getrost dem Router überlassen, der diese Umstellung selbständig vornimmt. Nur beim Anschluss externer Antennen müssen wir noch etwas rechnen. Alle Angaben der nachfolgenden Tabelle erfolgen in in Milliwatt EIRP (Equivalent Isotopic Radiation Power):

  Sendeleistung          IEEE 802.11b/g    IEEE 802.11 a/h
2412-2477 MHz 5180-5320 MHz (Subband 1) 5470-5725 MHz (Subband 2)
indoor outdoor indoor indoor outdoor
TPC+DFS TPC DFS ohne TPC+DFS TPC+DFS
100 100 200 60 30 30 1000 1000
Alle Angaben in Milliwatt EIRP (Equivalent Isotopic Radiation Power)

Kanalaufteilung im 5 GHz-Band

Immerhin bietet das Band 19 nicht überlappende Kanäle für 20 MHz Bandbreite und 9 nicht überlappende für 40 MHz, im Gegensatz zu dem einen 40 MHz-Kanal im 2,4 GHz-Band:

Vor und Nachteile der einzelnen Bänder

Jedes der zwei Bänder hat demnach Vor- und Nachteile. Fassen wir noch einmal kurz zusammen:

5 Ghz 2,4 Ghz
Zulässige Sendeleistung Siehe Liste (oben) 200 mW bis 1000 mW 100 mW
Maximal mögliche Reichweite Größer als bei 5 Ghz
Hardware-Unterstützung nur neuere WLAN-Router bzw Dualband-Router
kaum Unterstützung bei Laptops und Netbooks
faktische alle WLAN-Clients und WLAN-Router
20-Mhz-Kanäle ohne Überlappung 19 Kanäle 3
40-Mhz-Kanäle ohne Überlappung 9 Kanäle 1
Störungsfreiheit Besser als 2,4 Ghz

Wer sich die Hardware neu anschafft, sollte am besten auf einen Dualband-Router setzen, der beide Bänder beherrscht. So kann man mit zwei konkurrierenden WLAN-Netzen innerhalb der Wohnung die Vor- und Nachteile beider Bänder voll zu seinen Gunsten nutzen. Im 2,4 GHz-Band können Laptops, Smartphones und Notebooks weiter ins Internet, während man größere Datenmengen oder Streams am sinnvollsten über das 5 GHz-Band schiebt. Vorteil: Man stört mit solchen Aktionen nicht die Konnektivität der Clients im jeweils anderen Band. Wie man dies genau plant, besprechen wir später. Zunächst wollen wir jedoch beide Bänder noch einmal praktisch in unseren 4 Wänden testen.

 

Ebenfalls interessant...