Samsungs neue SSD 830: Jetzt mit 6 Gb/s am Start

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Der PCMark 7 ist die neueste Ausgabe des synthetischen System-Benchmarks von Futuremark. Die ältere Version mit Beinamen Vantage war zwar auch schon in der Lage, die Performance des Festspeichers grob zu beurteilen. Leider gab es aber einige Fälle, in denen die Werte von einem Durchlauf zum nächsten sehr stark fluktuierten, was diesen Benchmark nicht gerade zu einem guten Indikator für SSD-Performance machte.

Beide Versionen bauen zwar auf dieselbe IPEAK-Technologie von Intel, doch haben die Entwickler bei Futuremark bei der neuen Version einige Veränderungen eingepflegt, die die Genauigkeit deutlich verbessern sollen. Dennoch ist es nicht immer ganz einfach, die Ergebnisse dieses Benchmarks zu interpretieren. Immerhin gehören die Schwankungen jetzt der Vergangenheit an.

Samsungs neues 256-GB-Laufwerk der 830-Serie gibt im Gesamtergebnis von PCMark 7 ein überzeugendes Debüt und schafft es aus dem Stand auf den ersten Platz. Die Konkurrenz ist ihm jedoch dicht auf den Fersen. Zudem basiert die Gesamtwertung des Storage-Parcours auf dem geometrischen Mittel aller Einzeldisziplinen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich die einzelnen Tests noch einmal genauer anzuschauen.

Der Windows Defender Test basiert auf einem Trace des Windows eigenen Malware-Tools, das einen Quick-Scan des Systems durchführt. Dabei kommt es vor allem zu Lesevorgänge, die ganze 97,9 Prozent des Trace ausmachen, von denen wiederum 93 Prozent Random Reads sind. Dieses Szenario spiegelt in der Praxis am ehesten einen Virenscan oder eine Dateisuche wider.

Die 830 in der Ausführung mit 256 GB fällt in diesem Benchmark zurück, während Crucials m4 mit 128 GB und die Vertex 3 mit 120 GB das restliche Feld anführen. Wie man sieht sind zufällige Zugriffe nicht gerade die Stärke von Samsungs 830, was das Abschneiden hier erklärt.

Die zweite Disziplin, der Storage-Suite mit dem Namen Importing Pictures, basiert ebenfalls auf einem Trace. Es werden 68 Bilder mit einer Gesamtgröße von 434 MB von einem USB-Stick in die Windows Live Photo Gallery importiert. Dabei werden allerdings keine Bilder kopiert, und so umfasst der Trace nur die I/O-Aktivität, die auf das reine Indizieren zurückgeht. Bei einem Szenario wie diesem werden mehr Informationen geschrieben als gelesen, und die meisten Schreibvorgänge sind zufällig verteilt.

Dieses Mal kann Samsungs neue 830-SSD wieder die Pole-Position einnehmen. Sie mag zwar beim zufälligen Schreiben nur durchschnittliche Performance liefern, doch hier geht es um sequentielle Lesevorgängen mit großen Dateien, womit die 830 gut zurecht kommt.

Der Video Editing Test basiert auf der I/O-Aktivität, die beim Speichern eines 1080p-Videos aus dem Windows Live Movie Maker heraus entsteht. Dabei  haben wir es mit einem Szenario zu tun, bei dem mehrere HD-Quellen zusammengeführt und dann als eine Datei abgespeichert werden. Sequenzielle und zufällige Lesevorgänge treten im Verhältnis 70:30 auf, und insgesamt wird um den Faktor 9 mehr gelesen als geschrieben.

Wenn Schreibzugriffe vorkommen, bestehen sie fast vollständig aus nicht komprimierbaren Video-Daten, weshalb die SandForce-2-Laufwerke einmal mehr im Nachteil sind. Samsungs 830 ergeht es aber kaum besser, denn es kommen auch nicht wenige zufällige Lese- und Schreibvorgänge vor. Auch wenn sie nicht so sehr zu kämpfen hat, wie die SandForce-2-Modelle, zeigt diese Disziplin, dass zufällige Operationen nicht gerade zu den Stärken der neuen 830-SSD zählen.

Ein Trace eines HTPC bildet die Grundlage für den  Windows Media Center Test. Es werden zwei Fernsehsendungen gleichzeitig mit Windows Media Center aufzeichnet, während parallel eine andere Sendung wiedergegeben wird. Es werden also zwei Dateien geschrieben, während eine dritte gelesen wird.

Somit haben wir es vor allem mit zufälligen Schreibvorgängen zu tun (94%), weil Windows Media Center die Daten der laufenden Fernsehsendungen inkrementell in die Videodateien schreibt. Anders sieht es bei den Lesezugriffen aus, denn die sind fast durchweg sequentiell (84%): Die Daten werden bei der Videowiedergabe eingelesen und dann kontinuierlich als Stream wiedergegeben.

In dieser Disziplin liegen praktisch alle SSDs gleichauf; die Unterschiede sind marginal.

Auch wenn dieser Test Adding Music heißt, tut er nicht ganz das, was man erwarten würde. Stattdessen hat Futuremark ein externes Laufwerk mit 68 GiB an Musikdateien im verlustfrei kodierten WMA-Format an einen Rechner angeschlossen und die Zugriffsmuster beim Hinzufügen der Dateien zum Windows Media Player aufgezeichnet. Der Knackpunkt ist, dass bei diesem Test keine einzige Datei auf den Rechner kopiert wird. Stattdessen geht es hier einzig und allein darum, Musik zu scannen und zu indizieren.

Nun könnte man denken, dass dabei vor allem gelesen und nur wenig geschrieben wird. Doch weil die Inhalte indiziert werden, bedeutet das, dass eine Datenbank mit Informationen über die Dateien angelegt wird. So kommt es, dass wir es mit doppelt so vielen Schreib- wie Lesezugriffen zu tun haben, die zudem zum größten Teil (75%) sequenzieller Art sind.

Das per USB angeschlossene externe Quelllaufwerk mit seiner niedrigen Transferrate bildet in diesem Benchmark vermutlich den Flaschenhals. So erklärt sich zumindest, wieso die Unterschiede zwischen den SSD-Modellen so gering ausfallen und sogar die Festplatte sehr gut mithalten kann.

Der Trace der Disziplin Starting Applications fällt recht kurz aus und besteht allein darin, das PCMark 7 Whitepaper v1.0 PDF und den Internet Explorer von der Taskbar aus zu öffnen (19,236 Sekunden). Dabei wird also eine 717 KB große PDF-Datei eingelesen und es werden ausführbare Dateien mit ihren jeweiligen Abhängigkeiten vom Systemlaufwerk geladen. Dabei wird um den Faktor 63 mehr gelesen als geschrieben, und die Lesevorgänge sind zu 86 Prozent zufällig.

Während die Performance der Samsung 830 bei zufälligen Schreibzugriffen verglichen mit der Konkurrenz nur mittelmäßig ausfällt, verbessert sich bei zufälligen Zugriffen die Leseleistung mit steigender Queue-Tiefe. Genau das können wir hier beobachten, denn die 830 fällt nicht mehr hinter die Konkurrenz zurück. Andererseits fällt der Vorsprung gegenüber der 240 GB großen Vertex 3 mit nur 1 Prozent auch nicht gerade riesig aus. Besser fällt der Vergleich mit der m4 mit einer Kapazität von 256 GB aus, denn da beträgt der Vorsprung zugunsten der 830 ganze 17 Prozent.

Der Gaming Test startet und lädt World of Warcraft. Deshalb besteht er fast ausschließlich aus Lesevorgängen. Größtenteils sind diese zufällig, doch betrachtet man die Datenmenge, halten sich sequenzielle und zufällige Zugriffe die Waage. Es gibt zwar 3002 zufällige und nur 575 sequenzielle Leseoperationen mit Blockgrößen bis 4 KB, doch machen die nur 14MB der insgesamt gelesenen 123 MB aus. Bei Blockgrößen zwischen 1 und 2 MB gibt es dann mehr sequenzielle als zufällige Leseoperationen.

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