Samsungs neue SSD 830: Jetzt mit 6 Gb/s am Start

Vor einigen Monaten, als die Laufwerks-Avantgarde ausschließlich aus SandForce-2-Modellen bestand, etablierte sich OCZs Vertex 3 als schnellste MLC-SSD für den normalen Anwender. Seitdem sind allerdings auch weitere Solid-State-Laufwerke mit schnellerem Speicher auf den Markt gekommen und haben der Vertex 3 ihre Führungsposition zunehmend streitig gemacht. Doch egal wie der Hersteller heißt, aktuell sind die SandForce-Controller nach wie vor der Maßstab, an dem sich alle anderen Controller-Hersteller messen lassen müssen und die Referenz, die es zu schlagen gilt.

Wird der Controller allerdings mit nicht komprimierbaren Daten konfrontiert, kann die SandForce-Technik nicht ihr volles Potential entfalten. Wem konstante Performance unabhängig von der Art der Daten wichtiger ist, der wird sich bei einem SSD-Laufwerk mit anderer Controller-Architektur wohler fühlen. Für diese Nutzer sind Intels SSD 510 und Crucials m4 besonders attraktiv.

Mit seinem neuen Laufwerk wirbelt Samsung die aktuelle Marktsituation ein wenig auf, und das auf eine unerwartete Weise. Das 830-Laufwerk erreicht seine Performance nämlich ohne besondere Tricks und Kniffe und ist dennoch schnell genug, sich nicht nur mit der Flut an SandForce-2-SSDs anzulegen, sondern auch einen kleinen aber dennoch klaren Vorsprung gegenüber Intels SSD 510 und Crucials m4 herauszuarbeiten.

Doch obwohl das 830-Laufwerk teilweise hervorragende Performance vorweisen kann, liegt es nicht in allen Benchmarks vorn. Offenbar gehören zufällige Lese- und Schreib-Vorgänge nicht gerade zu seinen Stärken. Bei niedrigen Queue-Tiefen gelingt es der 830 noch, eine bessere zufällige Lese-Performance als die Vertex 3 mit 240 GB zu erreichen. Crucials ebenfalls 256 GB großes m4-Modell muss sie allerdings ziehen lassen. Steigen die Queue-Tiefen, ziehen die Laufwerke von OCZ und Crucial der Samsungs-SSD vollends davon. Noch schlechter sieht es bei zufälligen Schreibzugriffen aus, denn dann schafft Crucials m4 60 Prozent bessere Performance, während OCZs Vertex 3 sogar bis zu doppelt so schnell wie das Samsung-Laufwerk ist.

Dafür kann die 830 bei sequentieller Datenübertragung so richtig glänzen. Für den normalen Desktop-Anwender ist das eine hervorragende Nachricht, denn nur wenige Anwendungen und noch weniger Desktop-Szenarien verursachen überwiegend zufällige Zugriffsmuster. Für einen Datenbankserver mag die 830 damit nicht gerade die erste Wahl sein, doch in Enthusiast-Systemen wird dieses Laufwerk eine gute Figur machen.

Durch die Kombination von extreme hohen sequentiellen Datenraten und eher mittelmäßiger Performance bei zufälligen Zugriffen erscheint Samsungs 830 wie eine Turbo-Version von Intels SSD 510. Außerdem konnte uns Samsungs Neuling nicht so sehr beeindrucken wie seinerzeit OCZs Vertex 3. So ganz fair ist das nicht, denn inzwischen liegt die Messlatte eben deutlich höher, und wir sind verwöhnt. Alle getesteten SSDs sind sehr schnell, das sollte man nicht vergessen. Samsungs 830 ist eben der Sprinter, der auf geraden Strecken die Nase vorn hat. Crucials m4 und die SandForce-2-Riege sind mehr die Cross-Country-Läufer, die vielleicht nicht so sprintstark sind, dafür aber mit jedem Terrain gleich gut zurecht kommen.

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