Einsteiger-Tutorial: PC-Luftkühlung richtig planen und zusammenbauen (Teil 2)

Wozu Gehäuselüfter?

Über den Kamineffekt schrieben wir schon im ersten Teil. Allerdings reicht dieser Luftstrom allein nicht aus, und man muss bei sehr viel produzierter Abwärme zusätzlich am Luftstrom arbeiten. Hierfür setzt man sogenannte Gehäuselüfter ein, die sich wiederum durch sehr viele Merkmale unterscheiden können. Vor allem die richtige Auswahl und Bemessung der Lüfter entscheidet später über Kühlleistung und Schallkulisse. Auch wenn Luftdurchsatz und entstehende Geräusche im direkten Zusammenhang stehen – es gibt einige Regeln, um möglichst viel Durchsatz bei möglichst geringer Lärmentwicklung zu erreichen. Doch dazu etwas später mehr.

Groß oder klein?

Die Größe des zu verwendenden Lüfters ist fast immer vom Gehäuse und den darin befindlichen Bohrungen vorgegeben. Für derartige Lüfter gibt es deshalb gebräuchliche Standardgrößen. Uns interessieren hierbei lediglich die Größen von 60, 80, 92, 120 und 140mm, größere Lüfter sind in der Regel bereits in den Gehäusen fest verbaut.

Natürlich ist ein Lüfter in erster Linie da, um mittels eines Lüfterrades ähnlich wie ein Flugzeugpropeller einen Luftstrom zu erzeugen. Die Logik dabei führt an dieser Stelle bereits zu zwei Schlussfolgerungen: je schneller sich ein Kühler dreht und je größer er ist, um so mehr Luft kann befördert werden – wobei wiederum unangenehme und störende Geräusche entstehen können. Verallgemeinernd kann man jedoch sagen: um so langsamer ein Lüfter dreht, um so leiser ist er. Den entstehenden Leistungsverlust kompensiert man dann durch die Größe. Kernaussage: ein großer, langsam drehender Lüfter ist einem kleineren, schnell drehenden Lüfter jederzeit vorzuziehen. Deshalb liegen die gebräuchlichen Lüftergrößen aktueller Gehäuse bei 120mm und neuerdings auch bei 140mm. Kleinere 80mm-Lüfter sollten schon aus Gründen der Geräuschentwicklung möglichst vermieden werden. Auch darauf ist also beim Neukauf eines Gehäuses zu achten. Wir werden im Kapitel zu den Lüfterempfehlungen jedoch auch einen preisgünstigen 80mm-Lüfter vorstellen, der zumindest für Nachrüster eine Entlastung für die Ohren bieten könnte.

Lüfteranschluss

Die Lüfter können geregelt oder ungeregelt ausgelegt sein. Man erkennt die Möglichkeiten einer eventuellen Regelung bereits an den jeweiligen Lüftersteckern. Wir gehen später noch genauer auf die Spannungen und Möglichkeiten einer Umbelegung ein, um auch die Drehzahlen mit einfachen Mitteln zu beeinflussen. Generell gilt jedoch, dass alle Gehäuselüfter mit 12 Volt Anschlussspannung betrieben werden. Diese wird entweder vom Mainboard oder dem Netzteil direkt bereit gestellt. Sogenannte Powerlüfter mit mehr als 2 Watt Leistung sollten immer direkt vom Netzteil gespeist werden. Hier werden die großen Molex-Stecker verwendet, bei denen von den eigentlichen 4 Polen nur 2 Pole belegt sind: Masse und 12 Volt. Die kleineren, sogenannten “Lüfter-Stecker” sind ebenfalls eigentlich Molex-Stecker, jedoch in kleinerer Ausführung (Namensgeber ist hierbei ebenfalls die Firma Molex, die quasi einen Standard für solche Stecker schuf). Diese kleineren Stecker sind für den Anschluss am Mainboard oder Lüftersteuerungen gedacht.

Die kleinen Stecker enthalten in der 3-poligen Ausführung noch die Rückgabe des sogenannten Tachosignals, um die Drehzahl auslesen zu können. 2- und 3-polig angeschlossene Lüfter können nur über die Änderung der Spannung geregelt werden. 4-polige Lüfter finden vor allem bei CPU-Kühlern Verwendung, hier kann die Drehzahl von außen mit Hilfe der sogenannten PWM (Pulsweitenmodulation) gesteuert werden (z.B. temperaturabhängig).

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