Schnell und leise: Synology DS211+ NAS

In den vergangenen Jahren haben sich NAS-Geräte zu wahren Alleskönnern entwickelt. Neben dem Haupteinsatzgebiet, dem Speichern von Daten, bieten NAS-Geräte heute eine Vielzahl von Diensten an, von denen hauptsächlich Privatanwender profitieren. Aktuelle Netzwerkspeichergeräte liefern z. B. Multimediainhalte per DLNA UPnP aus, versorgen iTunes mit Musik und generieren vollautomatisch Bildergalerien, die sich mittels Internet-Browser auch außerhalb des heimischen Netzwerks abrufen lassen – vorausgesetzt die Konfiguration des Internet-Zugangs samt Router zuhause lässt dies auch zu.

Viel Leistung…

Um diesem hohen Funktionsumfang gerecht zu werden, müssen NAS-Geräte natürlich entsprechend leistungsfähig sein. Hier kommt es vor allem, wie auch bei Desktop-Computern, auf die CPU an. Wie im Netbook-Segment führt kaum ein Weg an Intels Dual-Core Atom-Prozessoren vorbei, denn sie bieten für diesen Einsatzzweck gute Performance bei niedrigem Stromverbrauch und niedrigen Preisen. Diese Prozessoren werden zur Zeit vor allem in Geräten verwendet, die für den Einsatz in kleinen bis mittleren Unternehmen sowie Zuhause gedacht sind und meist über vier oder mehr Laufwerke verfügen. Je nach Arbeitslast und RAID-Modus erreichen Geräte mit Intel Atom Dual-Core-Prozessor eine Datenübertragungsrate, die an das Limit eines Gigabit-Ethernet-Netzwerks geht. Stellvertretend für diese Kategorie an NAS-Geräten stehen z.B. das Thecus N4200, Qnap TS-559 Pro oder das Synology DS-1010+.

… bei hohem Stromverbrauch

Neben den hohen Datenübertragungsraten, die die genannte Kategorie an NAS-Geräten liefert, gibt es allerdings auch Nachteile, zumindest vom Standpunkt eines Heimanwenders. NAS-Geräte wie das DS1010+ von Synology oder das TS-559 Pro von Qnap haben eine relativ hohe Leistungsaufnahme, die sich im Leerlauf zwischen 50 und 60 Watt bewegt. Zwar besteht die Möglichkeit, dass die Geräte nach einer gewissen Zeit im Leerlauf die eingebauten Festplatten automatisch abschalten. Das bringt einen gewissen Stromspareffekt mit sich, aber dennoch bewegt sich die Leistungsaufnahme auch hier noch bei etwa 28 Watt. Für manchen anspruchsvollen Privatanwender ist das etwas zu viel für ein Gerät, dass rund um die Uhr läuft und dabei aber keinen direkten Nutzen bringt.

Es geht auch anders

Hier kommen die Prozessoren der Kirkwood bzw. Armada-Serie von Marvel ins Spiel. Verfügbar mit diversen Taktraten zwischen 600 MHz und 2 GHz sind diese Prozessoren durchaus in der Lage, hinsichtlich der Datenübertragungsraten mit den vermeintlich großen Brüdern der Intel Atom-Serie mithalten zu können. Dies hat uns z. B. das 4-Bay-NAS Synology DS410j eindrucksvoll gezeigt, das mit einem auf der ARM-Architektur basierenden Marvell Kirkwood 88F6281 Prozessor mit 1,06 GHz ausgestattet ist. Weiterhin ergibt sich daraus quasi als Nebeneffekt, dass die Leistungsaufnahme bei abgeschalteten Festplatten im Falle des Synology DS410j bei etwa 16 Watt liegt – und damit etwa 12 Watt unter dem, was Geräte auf Intel Atom-Basis in diesem Gerätezustand noch benötigen.

Hohe Erwartungen an das DS211+

Das Synology DS211+, das wir auf den folgenden Seiten näher betrachten, ist ebenfalls mit einem ARM-Prozessor der Marvell-Kirkwood-Serie ausgestattet. Die Erwartungen sind also entsprechend hoch. Bleibt zu klären, wie hoch die Datenübertragungsraten liegen, welche Leistungsaufnahme uns erwartet und ob der Geräuschpegel so gering ist, dass das DS211+ auch in einem ruhigen Wohnzimmer nicht störend auffällt.

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